Mangelnde Chancenauswertung ist erneut Werders Problem

Profis
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Den Ausgang der Partie gegen Hertha BSC hatte sich nicht nur Victor Skripnik, der an diesem Tag sein 100. Bundesligaspiel im Grün-Weißen Dress bestritt, anders vorgestellt. Im direkten Duell mit dem UEFA-Cup-Konkurrenten hatte sich Werder viel vorgenommen. Die Bremer waren wie schon in den letzten Heimspielen die bessere Mannschaft, die aber eine Vielzahl von guten Torchancen nicht nutzen konnte. Die Hauptstädter zeigten sich kaltschnäuzig, konterten die Bremer in der letzten halben Stunde aus und münzten ihre Gelegenheiten in drei Tore um.

 

Im 100 %-Spiel schenkten sowohl Werder-Coach Thomas Schaaf als auch Hertha-Trainer Falko Götz ihren Erfolgsmannschaften der Vorwoche das Vertrauen. Für das Bremer Team hatte es zur Folge, dass Abwehrspieler Mladen Krstajic zunächst auf der Bank Platz nehmen musste. Der Jugoslawe sah ebenfalls wie die 31.350 Zuschauer die erste Chance der Hausherren durch Fabian Ernst (8.), der aus 20 Metern abzog. Beide Mannschaften störten die gegnerischen Angriffe früh und ließen wenig Kombinationsspiel zu. Nach einer halben Stunde zog Werder das Tempo weiter an. Zunächst bot sich Victor Skripnik die Chance zur Führung. Den Kopfball des Ukrainers klärte aber Dardai für den bereits geschlagenen Kiraly (29.). Nur eine Minute später legte Ailton für Marco Bode auf. Dessen Schuss lenkte der Hertha-Keeper über das Gehäuse. Danach war es Paul Stalteri, der aus 20 m schoss. Sein Schuss wurde abgefälscht und flog nur Zentimeter über den Kasten.

 

Abtasten bis zur 30. Minute, dann der Werder-Turbo

 

Beim direkt im Anschluss folgenden Eckball kam Marco Bode zum Kopfball.

Wieder war es Kiraly, der den Ball in den Strafraum abwehren konnte. Dort fällt die Kugel allerdings Frank Verlaat vor die Füße. Der Holländer überwindet zwar den Keeper, doch erneut ist es Dardai, der auf der Linie klärt (31.). Mit allen Mittel drangen die Bremer nun auf die Führung, die schon längst fällig war. Razundara Tjikuzu versuchte es artistisch per Fallrückzieher (41.). Ailton läuft allein das Hertha-Tor zu und vergab die größte Chance des Spiels (45.).

 

Nach dem Seitenwechsel blieb Werder die spielbestimmende Mannschaft. Doch in der 62. Minute stellten die Hauptstädter den Spielverlauf völlig auf den Kopf. Torsten Frings konnte nach einer Hertha-Ecke den Ball abwehren doch Denis Lapaczinski verwandelte den Nachschuss per Fallrückzieher. Ehe Werder-Coach Thomas Schaaf auf die Gästeführung reagieren konnte, nutzten die Berliner ihre zweite Torchance. In einer Brasilien-Connection legte Marcelinho für Alves auf, der aus fünf Metern auf 0:2 erhöht (66.). Danach setzte Werder-Trainer Thomas Schaaf weiter auf die Offensive und brachte Stürmer Ivan Klasnic für Kapitän Frank Baumann (67.).

 

Dardai verwehrte Marco Bode seinen 101. Treffer

 

Werder erarbeitete sich weitere Chancen. Marco Bode hat in der 82. Minute den Torschrei schon auf den Lippen. Nach einem Freistoß von Krisztian Lisztes kam Marco Bode zum Kopfball. Doch abermals konnte Dardai den Kopfball von Marco Bode für den bereits geschlagenen Kiraly retten. Umstritten ist jedoch, ob der Ungar den Ball vor oder hinter der Linie traf. Für das Ende aller Punktehoffnungen der Gastgeber sorgte schließlich der Berliner Alves, der den Ball nach einem erneuten Konter zum Endstand ins Tor beförderte (86.).

 

Andreas Einbock