0:2 - Als Werder drängt, entscheidet der BVB das Spiel

Dortmunds Schlussmann Roman Weidenfeller klärt eine brenzlige Situation im BVB-Strafraum vor dem einköpfbereiten Sebastian Prödl.
Profis
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Ein frühes Gegentor und die erlittene Vorentscheidung mitten in die eigene Drangphase hinein haben Werder Bremen trotz einer ansprechenden Leistung einen möglichen Punktgewinn beim Tabellenführer Borussia Dortmund gekostet. Die Grün-Weißen mussten sich in einer insgesamt ausgeglichenen Partie letztendlich dennoch mit 0:2 (0:1) geschlagen geben.

Philipp Bargfrede im Zweikampf mit dem BVB-Torschützen Nuri Sahin.

Nuri Sahin erzielte mit einem sehenswert direkt verwandelten Freistoß die Führung für die Dortmunder (9.). Als Werder vor allem nach Wiederanpfiff intensiv auf den Ausgleich drängte, gelang Robert Lewandowski der 2:0-Endstand (70.).

 

Claudio Pizarro kehrte in die Startelf zurück

 

Zwei Änderungen musste Cheftrainer Thomas Schaaf in der heutigen Anfangsformation vornehmen. Sein Angriffs-Duo vom überzeugenden Abschluss in der Champions League gegen Inter fiel aus. Hugo Almeida blieb ein Einsatz aufgrund seiner Rotsperre verwehrt, Adduktorenprobleme verhinderten kurzfristig das Mitwirken von Marko Arnautovic. Aus diesem Grund kam Claudio Pizarro nach überstandenem Muskelfaserriss zur Startelf-Rückkehr. Philipp Bargfrede verstärkte zudem den Mittelfeldverbund. Es dauerte nicht lange, bis sich der Tabellenführer die erste aussichtsreiche Tormöglichkeit erarbeitet hatte - vornehmlich mobilisiert von Jakub Blaszczykowski, der am eigenen Strafraum gegen Aaron Hunt einen energischen Ballgewinn provozierte. Das folgende Tempodribbling des Polen endete erst am gegenüberliegenden Werder-Sechszehner mit einer genauen Flanke auf Barrios, der per Kopf auf Shinji Kagawa ablegte, dessen Volley-Drehschuss aus sieben Metern nur äußerst knapp am rechten Pfosten vorbeikullerte (5.).

 

Um einiges genauer zielte vier Minute danach Nuri Sahin. Zu genau. Der Mittelfeldspieler zirkelte einen Freistoß aus 18 Meter butterweich und unhaltbar ins rechte obere Tordreieck

Kapitän Torsten Frings grätscht Mario Götze den Ball vom Fuß.

zur frühen BVB-Führung (9.). Die Grün-Weißen brauchten einige Minuten, um sich zu finden, wussten dann jedoch mit zunehmender Spielzeit mehr und mehr Spielanteile an sich zu reißen. Jürgen Klopps Mannschaft dagegen verdichtete die Räume in der eigenen Spielhälfte geschickt, sodass Werders Offensivbemühungen bis dahin noch nicht über die nötige Durchschlagskraft verfügten.

 

Sahin trifft zur Führung, Dortmund verdichtet die Räume

 

In der eigenen Defensivarbeit halfen den Bremern allerdings hohe Aufmerksamkeit und Konzentration, um den anfänglichen Dortmunder Schwung entscheidend abflauen zu lassen. Besonders die zuhauf versuchten scharfen Steilpässe in die Schnittstelle der Viererkette fanden allesamt kein Durchkommen bei Mertesacker, Prödl und Co. Bis auf Sahins Flatterball, den Tim Wiese im zweiten Versuch zu fassen bekam, musste keine weitere wirklich gefährliche Torchance überstanden werden (23.). Drei Minuten vor dem Pausenpfiff setzte Aaron Hunt das erste Ausrufezeichen der Gäste. Umringt von fünf Gegenspielern spielten der 24-Jährige und Claudio Pizarro einen sehenswerten Doppelpass an der Strafraumgrenze, den Hunt darauf per Dropkick halbhoch auf das kurze Eck zog und Weidenfaller zu einer guten Parade zwang.

 

Mit Wiederanpfiff hielt Werder das Spielgeschehen fest in eigenen Händen. Bargfredes schönes Anspiel durch die Gasse erreichte im richtigen Moment Claudio Pizarro, dem leider die Ballmitnahme missglückte, weswegen Weidenfeller die gefährliche Aktion rechtzeitig unterbinden konnte (51.).

Innenverteidiger Per Mertesacker bereinigt eine Gefahrensituation.

Nur wenige Sekunden vergingen, als Pizarro und Weidenfeller erneut in einer Eins-gegen-Eins-Situation aufeinandertrafen: Wieder unterband der BVB-Schlussmann die Szenerie, diesmal holte er den Peruaner am Fünfmeter-Raum von den Beinen. Der durchaus fällige Elfmeterpfiff blieb aus.

 

Der Ausgleich lag in der Luft - bis Lewandowski köpfte...

 

So blieb es beim Rückstand, Werders Drangphase hielt dem ungeachtet an. Marko Marins Versuch von der linken Seite aus begrub Weidenfeller am kurzen Pfosten unter sich (56.). Viel, viel Pech hatten die Grün-Weißen dann in der 68. Minute. Neven Subotic lenkte einen Marin-Freistoß auf das eigene Tor, Petri Pasanen fiel der Ball in Nahdistanz vor die Füße; der Finne wurde im letzten Augenblick von Schmelzer und Weidenfeller abgedrängt.

 

Es roch nach Ausgleich. Aber zum ungünstigsten Zeitpunkt schlug der Tabellenführer ein zweites, vorentscheidendes Mal zu. Blaszczykowski lupfte auf der rechten Seite über Pasanen, drang in den Strafraum ein und beförderte den Ball scharf in Richtung Torecke - Tim Wiese wehrte diesen Abschluss grandios ab, am langen Pfosten stand jedoch Shinji Kagawa ungedeckt, hob den Ball volley wieder in den Fünfmeterraum, wo dieser von Robert Lewandowski - in abseitsverdächtiger Position - mit der Stirn über die Linie abgefälscht wurde (70.). Auch wenn die Grün-Weißen nicht aufgaben, weiter nach vorne spielten und noch zwei gute Gelegenheiten bei Marins Dropkick (Parade Weidenfeller, 72.) und Hunts letztem Versuch (Kopfballabwehr von Hummels kurz vor der Linie, 89.) hatten, sollte der Anschlusstreffer nicht mehr gelingen.

 

von Maximilian Hendel