Individuelle Fehler - Werder schlägt sich selbst

Profis
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Nach zuletzt acht Spielen ohne Niederlage hat es den SV Werder gleich im ersten Spiel im Jahr 2002 erwischt. Bei Energie Cottbus erreichten die Bremer nur ein 1:2 und mussten damit in der Tabelle den 1. FC Kaiserslautern auf Platz drei vorbei ziehen lassen.

 

Der Start in die Bundesliga-Rückrunde verlief für die Hanseaten zunächst optimal. Direkt nach Anpfiff präsentierten sich die Bremer überlegen und erarbeiteten sich optische Vorteile. Nach 17 Minuten hatte Bode die erste Riesenchance zur Führung. Auf der linken Seite fing Magnin, der sein Bundesliga-Debüt gab, einen Angriff der Cottbuser ab und spielte auf Ailton. Der wiederum passte quer zum mitgelaufenen Bode. Der rutschte jedoch um Millimeter an seinem 100. Bundesligatreffer vorbei (17.). Erfolgreicher schloss Ailton seine Möglichkeit elf Minuten später ab. Tim Borowski behauptete den Ball im Mittelfeld, legte 25 Meter vor dem Tor quer zum völlig freistehenden Ailton, der einfach abzog und traf (28.) Danach beruhigte sich die Partie. Die Unsicherheit der Gastgeber war deutlich zu spüren, bei den Lausitzern lief nicht viel zusammen.

 

Erstes Werder-Gegentor nach einer Ecke

 

Mit der Führung im Rücken wartete das Werder-Team ab und kontrollierte das Auswärtsspiel. Aber noch vor der Pause mussten die Bremer einen zu diesem Zeitpunkt unerwarteten Rückschlag hinnehmen. Nach einer Ecke von rechts unterläuft Marco Bode den Ball und lässt den Cottbuser Janos Matyus per Kopf zum 1:1 ausgleichen. Der erste Gegentreffer der Norddeutschen nach einer Ecke.

 

Nach der Pause nahm das Spiel etwas mehr Tempo auf, ohne dass die Gastgeber für mehr Gefahr vor dem Werder-Tor sorgen konnten. Die Bremer wiederum hatten sich vorgenommen ruhiger nach vorn zu spielen und weniger leichte Bälle zu verlieren. Die Geduld der Werderaner schien sich in der 73. Minute auszuzahlen. Nach einer abgewehrten Ecke fasste sich Krisztian Lisztes aus 22 Metern ein Herz und zog ab.

 

Unerwünschter Spitzenplatz: Werders 11. Aluminiumtreffer

 

Die Kugel krachte an die Lattenunterkante, sprang jedoch vor der Torlinie wieder auf. Wiedereinmal Werder-Pech mit dem Aluminium - zum elften Mal in dieser Saison. Damit führen die Hanseaten in dieser Statistik gemeinsam mit Schalke 04. Die Entscheidung des Spieles fiel schließlich in der 79. Minute. Wieder war es ein individueller Fehler, der die Bremer um den Lohn ihres Geduldsspiels brachte. Energie-Spielmacher Miriuta spielte einen langen Pass in die Spitze. Dort war es diesmal Frank Verlaat, der sich verschätzte. Der Niederländer unterlief den Ball, so dass Marko Topic die Gelegenheit zum Siegtreffer nutzen konnte. Im Anschluss daran spielte der SV Werder zwar verstärkt nach vorn, doch blieb letztendlich zu unentschlossen und passiv, um noch einen Punkt aus der Lausitz zu entführen.

 

Michael Rudolph