2:2 – Hunt sichert Werder einen Punkt in Nürnberg

Aaron Hunt rettete Werder mit seinem Doppelpack einen Punkt in Nürnberg.
Profis
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

War das knapp! In buchstäblich letzter Sekunde sicherte Aaron Hunt Werder Bremen beim 2:2 in Nürnberg einen Punkt. Die Grün-Weißen egalisierten einen 0:2-Rückstand. Die Nürnberger gingen im ersten Durchgang durch Tore von Christian Eigler (3.) und Albert Bunjaku (33.) mit 2:0 in Führung. Werder wachte erst nach der Pause auf und baute immer mehr Druck auf. Nach 72 Minuten gelang Hunt der Anschlusstreffer – und in der Nachspielzeit schließlich der Ausgleich.

 

Im Vergleich zum 3:0-Pokalerfolg gegen Kaiserslautern änderte Cheftrainer Thomas Schaaf seine Startformation auf drei Positionen. Markus Rosenberg ersetzte im Sturm den verletzten Marcelo Moreno, daneben rotierten Sebastian Boenisch und Philipp Bargfrede für Petri Pasanen und Tim Borowski ins Team.

 

Wieder den Start verschlafen

 

Früher Schock für Hunt, Mertesacker und Co.: Christian Eiglers trifft in der 3. Minute zum 1:0.

Ähnlich wie vor einer Woche in Bochum verschliefen die Grün-Weißen die Anfangsphase. Und wurden erneut dafür bestraft: Ein schnell ausgeführter Freistoß von Andreas Wolf segelte über den halben Platz, Per Mertesacker sprang nicht hoch, so dass Christian Eigler den Ball aufnehmen konnte und in den Strafraum eindrang. Tim Wiese stürzte dem Ball entgegen, verfehlte ihn aber, so dass Eigler nur noch einzuschieben brauchte – 1:0 (3.).

 

Anders als in Bochum erholten sich die Werderaner längst nicht so schnell von dem frühen Rückstand. Die Mannschaft wirkte gehemmt und unsicher, der Spielaufbau war durchzogen von Fehlern und Ungenauigkeiten, auch die sonst so gefürchteten Standardsituationen gerieten unpräzise und somit ohne jede Gefahr. Die abstiegsbedrohten Nürnberger indes hatten das Spiel im Griff, traten nach der frühen Führung noch leidenschaftlicher auf.

 

Bunjaku erst mit der Hand, dann mit dem Kopf - 2:0

 

Club-Stürmer Albert Bunjaku wirbelte die Bremer Hintermannschaft ein ums andere Mal durcheinander, scheiterte in der 12. Minute nach einem Fehler von Fritz an Tim Wiese. Zwei Minuten später jubelte Bunjaku, wurde aber von Schiedsrichter Guido Winkmann zurückgepfiffen – seinem Treffer war ein Handspiel vorausgegangen.

 

Hitzig ging es teilweise zu, auch zwischen FCN-Torwart Schäfer und Marko Marin.

Die Unsicherheiten in Werders Hintermannschaft setzten sich bis zur Pause fort. Mit dem Resultat, dass Nürnberg immer wieder zu guten Chancen, in Person von Kluge (Pfosten, 28.), und Mintal (29.) zunächst aber nicht zum Erfolg kam. Bunjaku, der nach einer Ecke von Frantz am höchsten stieg und dessen Kopfball von Frings erst hinter der Linie geklärt wurde, sorgte schließlich für das 2:0 (33.).

 

Dabei blieb es bis zur Halbzeit, auch weil Markus Rosenberg die einzige große Bremer Torchance vergab. Nach einem langen Ball umkurvte der Schwede FCN-Torwart Schäfer, ließ sich dann aber abdrängen und traf aus spitzem Winkel nur ans Außennetz (34.).

 

Offener Schlagabtausch

 

Im zweiten Durchgang gelang den Grün-Weißen dann die erhoffte kollektive Steigerung. Sie diktierten nun das Spielgeschehen, machten deutlich, dass sie Nürnberg die Punkte nicht kampflos überlassen wollten. Es entwickelte sich streckenweise ein offener Schlagabtausch. Naldo köpfte nach einem Freistoß von Frings an den Pfosten, im direkten Gegenzug zwang Mintal Wiese zu einer tollen Parade (51.). Nach einem Fehler von Wolf bot sich Özil die große Chance zum 1:2, doch Judt klärte kurz vor der Linie (60.).

 

Hunt belohnt Werders Offensivdrang

 

Mesut Özil, hier gegen Dennis Diekmeier, spielte nicht so stark wie in den vergangenen Partien.

Werder, inzwischen mit Tim Borowski für den glücklosen Markus Rosenberg, rannte nun unermüdlich an und wurde in der 72. Minute endlich belohnt. Nach einer herrlichen Flanke von Sebastian Boenisch kam Aaron Hunt zum Kopfball und überwand Schäfer per Aufsetzer – nur noch 2:1.

 

Und die Grün-Weißen ließen nicht locker. Gegen einen 1. FC Nürnberg, der jetzt nur noch auf die Sicherung des eigenen Tores bedacht war, kam vor allen Dingen Aaron Hunt, der nach Rosenbergs Auswechslung in den Sturm gerückt war, immer wieder zu Chancen (77./83.). Dann köpfte Borowski völlig freistehend ans Knie von Torwart Schäfer – zum Haareraufen (86.).

 

Doch in der Nachspielzeit hatten die Werderaner das Glück des Tüchtigen. Ein Befreiungsschlag des Nürnbergers Judt landete bei Hunt, der den Ball mit der Brust stoppte, auf den linken Fuß abtropfen ließ und mit einem fulminanten Schuss in den linken Winkel jagte – 2:2! Danach pfiff Schiedsrichter Winkmann ab – und Hunts Saisontreffer 4 und 5 hatten dafür gesorgt, dass die Grün-Weißen nun 17 Spiele in Folge ungeschlagen sind.

 

von Kevin Kohues