Gutes Pflaster Berlin: Werder feiert 3:1-Sieg bei Hertha

Ordentliches Startelf-Debüt: Philipp Bargfrede (l.), der hier mit Gojko Kacar um den Ball kämpft.
Profis
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Die Hauptstadt bleibt für Werder Bremen ein gutes Pflaster. Die Grün-Weißen gewannen ihr Auswärtsspiel bei Hertha BSC Berlin mit 3:2 (0:0) und rücken damit in die Spitzengruppe der Bundesliga vor. Nach überlegen geführter, aber torloser erster Hälfte brachte Mesut Özil die Bremer in der 57. Minute in Führung. Rückkehrer Tim Borowski schloss einen Konter zum 2:0 ab (74.), ehe Piszczek für Hertha verkürzte (77.). Naldo (83.) stellte die Weichen endgültig auf Sieg, Eberts neuerliches Anschlusstor (90.) kam zu spät.

 

Bargfrede als „Beginner“

 

Kreativität trifft Routine: Marko Marin (r.), der zwei Tore vorbereitete, im Zweikampf mit Hertha-Kapitän Arne Friedrich.

Kleine Überraschung in der Bremer Startelf: Der 20-jährige Philipp Bargfrede kam zu seinem ersten Bundesliga-Spiel von Beginn an, agierte im zentralen Mittelfeld neben Tim Borowski und Mesut Özil. Ebenfalls neu ins Team rückten die U21-Europameister Sebastian Boenisch und Marko Marin. Petri Pasanen, Peter Niemeyer und Aaron Hunt mussten stattdessen zunächst auf der Bank Platz nehmen.

 

Beide Mannschaften boten in der ersten Hälfte ein Spiel von durchwachsenem Unterhaltungswert. Tempo und Einsatz stimmten, Torraumszenen waren Mangelware. Werder stand kompakt, hatte mehr Spielanteile und Chancen, ließ aber noch die Durchschlagskraft vermissen. Dies galt vor allem für Marko Marin, der als zweite Spitze neben Claudio Pizarro begann und auffälligster Grün-Weißer war. Dribbelstark und leichtfüßig, sorgte der 20-Jährige immer wieder für Wirbel in der Hertha-Hälfte – und war einmal ganz nah dran an einem Torerfolg. Nach Pass von Pizarro zog Marin in den Strafraum, ließ zwei Herthaner stehen, scheiterte aber an einer starken Fußabwehr von Torwart Drobny (35.). Es war die beste Szene des ersten Durchgangs, der vorsichtige Gastgeber und selbstbewusste Bremer sah.

 

Hertha macht Druck, Werder das Tor

 

Sein drittes Saisontor brachte Werder auf die Siegerstraße: Mesut Özil (r.).

Dieses Bild änderte sich nach der Pause. Die Hertha traute sich jetzt mehr und erhöhte den Druck. Chancen ließen nicht lange auf sich warten, Werder schrammte zweimal haarscharf am Rückstand vorbei. Die 47. Minute: Berlins Innenverteidiger Steve von Bergen legt den Ball an Naldo und Mertesacker vorbei und passt zu Wichniarek, der mit hohem Tempo im Strafraum an Wiese vorbei will und fällt. Der polnische Stürmer fordert Elfmeter, den Schiedsrichter Kinhöfer aber wohl zurecht nicht gibt. Weil keine Berührung zu erkennen war.

 

Die 53. Minute: Hertha-Spielmacher Kacar zieht aus 20 Metern ab, Wiese reagiert glänzend und klärt zu einer von mehreren Hertha-Ecken in dieser Phase.

 

Und plötzlich schlägt Werder zurück. Ein eiskalter Konter schockt die Berliner. Marin bedient Özil, der allein vor Drobny die Ruhe bewahrt und flach ins lange Eck einschiebt – 0:1 (57.)! Wermutstropfen: Kurz darauf muss der fehlerlose Tim Wiese vom Platz – Verdacht auf Bluterguss in der linken Wade. Für ihn springt Christian Vander ein.

 

“Boro“ legt nach

 

Sauber, "Boro": Clemens Fritz leitete das 2:0 ein, Tim Borowski drückte den Ball über die Linie.

Das Tor gab den Bremern nicht nur Sicherheit, es eröffnete ihnen zudem mehr Platz zum Kontern. Und im Gegensatz zur ersten Hälfte nutzten sie ihre Möglichkeiten jetzt viel abgezockter. Fritz bediente den umtriebigen Marin auf der linken Außenbahn, dessen Hereingabe von einem Berliner abgefälscht bei Borowski landet. „Boro“ trifft den Ball zwar nicht richtig, aber doch gut genug, dass er zum 0:2 ins Tor trudelt (74.).

 

Die Entscheidung war dies freilich noch nicht, der eingewechselte Piszczek sorgte für den schnellen Berliner Anschluss (77.). Doch Werder ließ sich davon nicht beirren, kontrollierte fortan und bis zum Schluss das Spiel und machte in Person von Naldo (83.) alles klar. Dem 3:1 ging ein mit viel Übersicht gespielter Pass von Mesut Özil voraus. Das letzte Tor der Partie blieb indes der Hertha vorbehalten, ein Gewaltschuss von Patrick Ebert sorgte in der Nachspielzeit für den 2:3-Endstand.

 

von Kevin Kohues

 

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