Pizarro-Gala beim 4:1-Erfolg gegen Hannover 96

Sebastian Boenisch und seine Teamkollegen bezwangen Hannover 96 mit 4:1.
Profis
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Wenige Momente vor der Führung: Pizarro holt zum Schuss aus, der später abgefälscht im Tor landet.

Werder Bremen hat das kleine Nordderby gegen Hannover 96 mit 4:1 (1:0) gewonnen. Spieler des Spiels war Stürmer Claudio Pizarro, der die Gäste mit seinen drei Toren beinahe im Alleingang bezwang. In der 41. Minute brachte der Peruaner Werder mit seinem ersten Tor des Tages in Führung. Nach dem Wechsel konnte Jacek Krzynowek zunächst den 1:1-Ausgleich erzielen, ehe die Grün-Weißen binnen sieben Minuten durch Diego (77.) und zweimal Pizarro (80. und 84. Minute) drei Tore erzielten und den Sieg in trockene Tücher brachten.

 

Cheftrainer Thomas Schaaf veränderte seine Anfangsformation im Gegensatz zur 0:1-Niederlage bei Borussia Dortmund vor zwei Wochen auf drei Positionen. Naldo rückte nach seiner Rot-Sperre wieder neben Per Mertesacker, der heute sein 150. Bundesliga-Spiel absolvierte, in die Innenverteidigung, der wiedergenesene Torsten Frings ersetzte Alexandros Tziolis im Mittelfeld und bekleidete die defensive Position der Mittelfeldraute und Markus Rosenberg stand für Hugo Almeida in der Startformation und bildete mit Claudio Pizarro das Sturmduo der Grün-Weißen.

 

Pizarro erlöst Bremen mit Führungstreffer

 

Zu Beginn der Begegnung merkte man den beiden Mannschaften an, dass sie aufgrund der Länderspielpause Probleme hatten, ihren Spielfluss zu finden. Beide Teams agierten in der Anfangsphase zu ungenau und zudem standen die Defensivreihen der beiden Nord-Rivalen sicher und ließen anfänglich nur wenige Chancen zu. Somit war es nicht verwunderlich, dass eine Standardsituation für die erste kleinere Gelegenheit der Begegnung sorgte. Ein Freistoß von Naldo stellte Robert Enke aber vor keine größeren Probleme und bei einem erneuten Freistoß von Mesut Özil musste der 96-Keeper nicht eingreifen, denn der Ball landete knapp über dem Gehäuse der Hannoveraner (18.). Auf der Gegenseite war Tim Wiese vorläufig nur bei einem Schussversuch von Jiri Stajner gefordert.

 

Am Sonntag gab es reichlich Grund zur Freude für Pizarro, Almeida, Özil und Co.

Die erste größere Gelegenheit des Spiels vergab Özil in der 35. Minute. Der Jung-Nationalspieler nahm einen Steilpass von Diego auf, sein Schuss ging anschließend aber nicht nur an Enke, sondern auch am Tor vorbei. Doch mit dieser Gelegenheit läutete Özil eine Drangperiode der Werderaner ein, in der zunächst Diego mit einem sehenswerten Seitfallzieher nach feinem Zuspiel von Frings über das Tor der Gäste zielte, ehe Claudio Pizarro in der 41. Minute den erlösenden Führungstreffer für die Grün-Weißen markierte. Der Schuss des Peruaners aus 18 Metern wurde vom Ex-Werderaner Christian Schulz unhaltbar für Robert Enke abgefälscht und senkte sich zur Freude der Grün-Weißen über dem Nationalkeeper ins Tor. Und weil in der Folge erst Wiese gegen Forssell hielt (42.) und anschließend Pizarro den Ball nicht richtig traf, ging Werder mit der knappen Führung in die Pause.

 

Diego verschießt Elfmeter, trifft dann aber aus dem Spiel

 

Zu Beginn der zweiten Halbzeit kam Hugo Almeida für den verletzten Markus Rosenberg (Rückenprellung) in die Partie und der Portugiese war auch gleich an der ersten guten Möglichkeit der Grün-Weißen im zweiten Abschnitt beteiligt. Nach einem weiten Ball von Özil bediente Almeida den heranstürmenden Diego mit der Brust, dessen Schuss das Tor aber verfehlte (54.). Spielmacher Diego war es auch, der nach einer Stunde vom Elfmeterpunkt scheiterte. Robert Enke konnte den gut geschossenen Strafstoß des Brasilianers entschärfen. Zuvor war Mesut Özil regelwidrig von Sergio Pinto von den Beinen geholt worden.

 

Mesut Özil zeigte auch gegen Hannover wieder eine ganz starke Leistung.

Die Bremer setzten den Gast in der Folge weiter unter Druck. Doch Claudio Pizarro traf zunächst nach schönem Zuspiel von Özil nur das Außennetz und scheiterte Sekunden später nach erneutem Pass von Özil mit einem Flachschuss an Enke (67.). Und auch Naldo köpfte nach einer Frings-Ecke knapp vorbei. Als es dann den Anschein machte, als habe Werder die Begegnung im Griff, schlug Hannover eiskalt zu. Der eingewechselte Jacek Krzynowek spielte die gesamte Hintermannschaft aus und schob anschließend überlegt zum Ausgleich ein (70.).

 

Dreierpack verpasst Hannover den K.O.

 

Doch Werder zeigte sich nur kurz geschockt und hatte die richtige Antwort parat. Zunächst setzte sich Diego gut gegen Gegenspieler Lala durch und spitzelte den Ball an Enke vorbei ins Tor (77.), drei Minuten später war Claudio Pizarro zur Stelle und bugsierte den Ball nach einer Ecke von Diego und einer Kopfballverlängerung von Per Mertesacker zum 3:1 ins Netz und der Peruaner war es auch, der in der 84. Minute nach Zuspiel von Özil das 4:1 und damit den Endstand erzielte. Diesem Dreierpack hatten die Hannoveraner nichts mehr entgegen zu setzen, so dass es beim vverdienten Sieg für Werder blieb.

 

von Dominik Kupilas