Keine Tore in Bochum, aber Rot für Özil

Eng ging es zu in Bochum. Naldo, der auch in der Offensive starke Szenen hatte, behauptet sich hier gegen Mimoun Azaouagh. Rechts Frank Baumann.
Profis
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Werder Bremen hat am 12. Bundesliga-Spieltag ein 0:0 beim VfL Bochum erreicht. Die Grün-Weißen waren über weite Strecken die aktivere Mannschaft, nutzten aber ihre Torchancen nicht. Negativer Höhepunkt eines kampfbetonten Spiels: Mesut Özil sah nach einer Tätlichkeit gegen VfL-Kapitän Thomas Zdebel in der 84. Minute die Rote Karte.

 

Im Vergleich zur Champions-League-Niederlage gegen Athen stellte Cheftrainer Thomas Schaaf sein Team auf drei Positionen um. Sebastian Boenisch verteidigte auf der linken Seite für Petri Pasanen, der die Seite wechselte und Sebastian Prödl auf die Bank verdrängte. Torsten Frings lief nach seiner CL-Sperre im rechten Mittelfeld für Jurica Vranjes auf und Hugo Almeida stürmte anstelle von Markus Rosenberg.

 

Temporeicher Beginn

 

Hoch das Bein: In dieser Szene sieht es fast harmonisch synchron aus zwischen Diego und VfL-Kapitän Thomas Zdebel. Mitunter ging es aber auch härter zu.

Werder legte forsch los, agierte schnell und zielstrebig. Eine Koproduktion von Mesut Özil und Hugo Almeida führte nach fünf Minuten zur ersten Chance. Özils Schuss aus halblinker Position zischte jedoch knapp am langen Pfosten vorbei. In der siebten Minute forderte Claudio Pizarro einen Elfmeter – nicht zu Unrecht. Christian Fuchs hatte den Peruaner am Fünfmeterraum am Trikot gehalten, doch Schiedsrichter Deniz Aytekin (Oberasbach) ließ weiterspielen.

 

Einer der umtriebigsten Bremer war gerade in der Anfangsphase Diego, der seine Spielkünste in Bochum deutlich besser entfalten konnte als gegen Athen. Erst prüfte er aus 16 Metern VfL-Torwart Fernandes (11.), dann legte er für Frings auf, der den Ball jedoch in bester Schussposition nicht traf (23.).

 

Die Gastgeber erarbeiteten sich in der gesamten ersten Hälfte zwei Chancen. Aber die hatten es in sich. Zunächst flankte Pfertzel ungehindert auf den ebenfalls völlig freien Fuchs, dessen 16-Meter-Schuss es freilich an Präzision mangelte (13.). Bei Mieciel wurde es schon knapper, doch auch sein Versuch landete über dem Bremer Tor (37.).

 

Naldo trifft die Latte

 

Mit zunehmender Spielzeit verlor Werder mehr und mehr den Schwung der Anfangsminuten, die Bochumer gestalteten die Partie nun ausgeglichen. Das galt auch für die zweite Hälfte. Auch wenn Werder immer einen Tick bemühter und gefährlicher wirkte, wie bei Baumanns Treffer ans Außennetz (58.), Naldos 25-Meter-Freistoßhammer an die Latte (61.) und Almeidas zu unplatziertem Schuss auf Fernandes (64.). Werder versuchte es gelegentlich aus der zweiten Reihe, kam aber ansonsten kaum zum Abschluss. Entweder geriet der letzte Pass zu ungenau oder die Grün-Weißen verloren den Ball schon früher.

 

Und beinahe hätten die ansonsten biederen Bochumer das auch bestraft. Eine Viertelstunde vor Schluss tauchte Christoph Dabrowski auf einmal alleine vor Tim Wiese auf. Doch Werders Keeper war hellwach und lenkte den Schuss des Ex-Bremers mit einem tollen Reflex über die Latte. Ein Kopfball von Yahia nach Flanke von Epalle segelte drei Minuten später knapp am Tor vorbei.

 

Auch in Unterzahl druckvoller

 

Viel gearbeitet, wenig geerntet: Sebastian Boenisch wuselt sich durch zwei Bochumer durch.

Die Schlussphase gehörte aber wieder den Werderanern. Noch einmal wagte sich Naldo mit nach vorne, ließ in einem Sololauf zwei Bochumer aussteigen, scheiterte mit seinem Distanzschuss aber an Fernandes (82.). Dann der Aufreger: Mesut Özil trat in einem Zweikampf mit VfL-Kapitän Zdebel im Fallen leicht nach und musste vorzeitig duschen (84.).

 

Die Unterzahl fiel aber kaum auf, weil der VfL sich früh mit einem Punkt zufrieden gab. Werder wollte mehr, konnte den Druck aber nicht mehr in Torchancen ummünzen.

 

von Kevin Kohues