Starke Vorstellung: Werder siegt 2:0 in Leverkusen

Da war er drin: Miroslav Klose dreht nach seinem 11. Saisontreffer zum Jubeln ab.
Profis
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Werder Bremen hat die Tabellenführung in der Fußball-Bundesliga verteidigt. Die Bremer gewannen am Mittwochabend mit 2:0 (1:0) bei Bayer Leverkusen. Nach einer Viertelstunde hatte Miroslav Klose die Grün-Weißen per Kopf in Führung gebracht, Hugo Almeida erhöhte im zweiten Durchgang auf 2:0 (78.).

 

Cheftrainer Thomas Schaaf musste seine Startelf nach dem 3:0-Sieg im Nordderby gegen Hannover 96 verletzungsbedingt auf einer Position ändern. Anstelle von Tim Wiese (muskuläre Probleme) hütete erstmals seit seiner schweren Kopfverletzung vor einem Jahr wieder Andreas Reinke das Bremer Bundesliga-Tor. Und Werders 38-jähriger „Oldie“ durfte in der BayArena schnell den Nachweis antreten, dass er nichts von seinen Reflexen verlernt hat. Es waren gerade einmal sieben Minuten gespielt, als Reinke mit einer tollen Fußabwehr nach einem sehenswert vorgetragenen Bayer-Angriff einen Rückstand verhinderte.

 

Im Gegenzug blitzten die Offensiv-Qualitäten der Grün-Weißen erstmals auf. Diego lupfte den Ball im Zusammenspiel mit Aaron Hunt maßgenau in den Lauf des 20-jährigen Sturmtalents, doch Hunt verzog per Volley-Abnahme. Fortan diktierte Werder Spiel und Gegner für einige Minuten nach Belieben, präsentierte sich zweikampfstärker und gedankenschneller.

 

Klasse Kombination: Frings – Boro – Miro – Tor

 

Eine von vielen kampfbetonten Szenen: Pierre Womé gegen Paul Freier.

Die logische Folge nach einer Viertelstunde: das Führungstor. Torsten Frings behielt zentral vor dem Strafraum die Übersicht und setzte auf der rechten Seite Tim Borowski ein, der freistehend eine scharfe Flanke in den Fünfmeterraum schlug. Im Rücken der Bayer-Abwehr flog Miro Klose heran und wuchtete den Ball per Kopf aus wenigen Metern in die Maschen – 0:1.

 

Leverkusen brauchte ein Weilchen, um sich von dem Rückstand zu erholen. Klose hätte beinahe Kapital daraus geschlagen und nach einer Frings-Ecke abermals per Kopf nachgelegt – doch der Ball strich über das Tor (18.). Nach gut 20 Minuten wurde die Skibbe-Elf stärker und entwickelte besonders bei Vorstößen über die rechte Seite mit Paul Freier Torgefahr.

 

Der Ausgleich gelang den Leverkusenern trotz Chancen von Freier (27., 31.) und Sergej Barbarez (29.) zwar nicht, dennoch endete die erste Hälfte aus Bremer Sicht mit einem Ärgernis. Grund: Torsten Frings sah wegen Ballwegschlagens die fünfte Gelbe Karte und ist damit für das Spitzenspiel gegen Schalke gesperrt. Zuvor hatte Schiedsrichter Lutz Wagner Werders Kapitän wegen vermeintlicher Abseitsstellung bei einem Pass von Miro Klose zurückgepfiffen – eine Fehlentscheidung.

 

Bayer drückt auf den Ausgleich – Werders Abwehr hält

 

Nach der Pause und je einem Wechsel auf beiden Seiten (Almeida für Hunt, Kießling für Barnetta) erhöhte Bayer den Druck. Doch der Bremer Abwehr um die bärenstarken Innenverteidiger Naldo und Per Mertesacker sowie den sicheren Rückhalt Andi Reinke war es zu verdanken, dass bei Möglichkeiten für Rolfes (53.), Schneider (55.), Barbarez (59.) und Kießling (62.) kein Gegentor fiel. Pech hatte Leverkusen bei einem Pfostenschuss von Andrej Voronin, der fast parallel zur Torlinie ins Seitenaus prallte.

 

Vorentscheidend: Gonzalo Castro (Nr. 27) hat Tim Borowski (am Boden) rüde gefoult und muss mit Gelb-Rot vorzeitig duschen.

Hugo Almeida hatte bei einem Gegenstoß nach weitem Abschlag von Reinke zwischenzeitlich schon das 0:2 auf dem Fuß gehabt, wirklich befreien konnten sich die Bremer aber erst nach etwa 70 Minuten. Vorentscheidend war die Gelb-Rote Karte gegen Gonzalo Castro, der kurz nach seiner ersten Verwarnung Tim Borowski von hinten von den Beinen holte und folgerichtig vom Platz musste (73.).

 

Dann war es zum Großteil der tollen Vorarbeit von Naldo zu verdanken, dass Werder den „Sack“ endgültig zumachen konnte. Der Brasilianer setzte in der eigenen Hälfte zu einem dynamischen Sololauf an und bediente schließlich Almeida, der aus 14 Metern überlegt zum zweiten Tor des Abends abschloss (78.). In der Schlussphase geriet der Bremer Sieg nicht mehr in Gefahr, obwohl Voronin in der Nachspielzeit nochmals am Pfosten scheiterte. Werder feiert den sechsten Sieg in Serie und darf nach einem glänzenden Start in die Rückrunde weiter vom Titel träumen.

 

von Kevin Kohues