3:0 gegen Hannover - Werder bleibt in der Liga vorne

Hugo trifft wieder: Nach Vorlage von Miro Klose traf der eingewechselte Almeida zum 2:0.
Profis
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Werder Bremen hat die Tabellenführung in der Bundesliga erfolgreich verteidigt. Die Grün-Weißen setzten sich im Nordderby des 18. Spieltags gegen Hannover 96 mit 3:0 (1:0) durch. Tim Borowski hatte Werder vor 42.100 Zuschauern im ausverkauften Weser-Stadion schon nach fünf Minuten in Führung gebracht. Hugo Almeida (67.) und Per Mertesacker (74.) erzielten die übrigen Treffer zum fünften Bremer Ligasieg in Serie.

 

Thomas Schaaf hatte weitgehend auf die Formation gesetzt, die sich in der Endphase der Hinrunde bewährt hatte. Auf der Linksverteidigerposition erhielt Pierre Wome den Vorzug vor Christian Schulz. Im Angriff begann Aaron Hunt an der Seite von Miroslav Klose. Der WM-Torschützenkönig hatte nach abgeklungenen Leistenbeschwerden grünes Licht gegeben.

 

Führung nach wenigen Minuten

 

Manchmal sehr unkonventionell, aber immer mit vollem Einsatz: Torsten Frings.

„Wir wollen vom ersten Augenblick an konzentriert und voll da sein“, hatte Schaaf vor dem Anpfiff gesagt. Seine Mannschaft tat wie geheißen und ging schon bei der ersten Gelegenheit mit 1:0 in Führung. Clemens Fritz hatte Szabolcs Huszti im rechten Mittelfeld den Ball abgeknöpft. Auf Zuspiel von Daniel Jensen stürmte Klose zur Torauslinie. Die Rechtsflanke des Torjägers brauchte Borowski aus wenigen Metern nur noch einzunicken (5.).

 

Die Gäste steckten das Gegentor gut weg und gefielen in der Folge mit aggressiver Zweikampfführung und guten Ballstaffetten. Nach Pass von Jan Rosenthal vom rechten Flügel vergab Jiri Stajner mit einem missglückten Schussversuch die erste Gelegenheit zum Ausgleich (7.). Hunt kam auf der Gegenseite dem zweiten Bremer Tor sehr nahe. Fritz hatte ihn nach Doppelpass mit Jensen glänzend frei gespielt. Doch den Abschluss des U21-Nationalspielers kratzte Hanno Balitsch von der Torlinie (17.). Gleich im Gegenzug war das Glück auf Werders Seite. Einen Flachschuss Michael Tarnats vom linken Strafraumeck fälschten Fritz und Torsten Frings an den rechten Außenpfosten ab (18.).

 

Enke verhindert höheren Rückstand für 96

 

Anschließend rettete Naldo nach Hereingabe von Stajner im Fünfmeterraum vor dem einschussbereiten Arnold Bruggink (22.). Werder stand in dieser Phase tief und wartete auf Kontergelegenheiten. Eine erste ergab sich, als Chavdar Yankov Frings den Ball im Mittelfeld in die Füße spielte. Nach Frings’ Steilpass stürmte Klose auf 96-Schlussmann Robert Enke zu. Beim Umkurven des Torwarts trat er ihm auf die Hand und stürzte. Schiedsrichter Dr. Markus Merk ließ weiterspielen (31.).

 

Hannover antwortete mit einem Aufsetzer von Balitsch, bei dem Tim Wiese nachfassen musste (32.), und einem Acht-Meter-Schuss Rosenthals über das Tor (36.). Die Gäste waren bis zur Pause gleichwertig, hätten aber höher in Rückstand geraten können, als Klose nach einem Bilderbuchkonter über vier Stationen erneut allein auf Enke zusteuerte. Diesmal verhinderte die rechte Hand des Torwarts Kloses elftes Saisontor (38.). Auch ein Außenristschuss Hunts aus sieben Metern (40.) verfehlte sein Ziel.

 

Statt des Ausgleichs fällt das 2:0

 

Grün-weißes Debüt: Stürmer Markus Rosenberg schnupperte in den Schlussminuten erste Bundesliga-Luft.

Nach dem Seitenwechsel hielt Hannover zunächst weiter dagegen. Einen Linksschuss von Huszti aus 14 Metern lenkte Wiese zur Ecke (46.). Werder blieb bei Kontern gefährlich. So zeigte sich Enke bei Flachschüssen von Borowski (50./53) und dem eingewechselten Almeida (64.) auf dem Posten. Kurz darauf verhinderte Wiese mit Müh und Not das mögliche 1:1. Rosenthal hatte ihn mit einer 35-Meter-Bogenlampe vom rechten Flügel überrascht, die der Schlussmann mit einer Hand an die Latte lenkte (66.). Im Gegenzug stellte Werder die Weichen auf Sieg. Klose legte den Ball vom rechten Flügel in die Mitte. Vinicius verlängerte die Hereingabe unfreiwillig auf Almeida, der aus Nahdistanz zum 2:0 vollstreckte (67.).

 

Zwei Minuten später verursachte Dariusz Zuraw mit einem Foul an Klose auch noch einen Elfmeter. Doch den Strafstoß des Gefoulten fischte Enke aus der rechten unteren Torecke (70.). Das 3:0 war dadurch nur aufgeschoben. Nach einer Freistoßflanke Diegos vom linken Flügel zwang Klose Enke mit einem wuchtigen Kopfball zu einer Glanzparade. Den Abpraller bugsierte Mertesacker im ersten Spiel gegen seinen Ex-Verein über die Linie (74.). Mit dem in der Schlussphase eingetauschten Debütanten Markus Rosenberg boten sich Werder gegen nun aufsteckende Hannoveraner Chancen zu einem noch höheren Erfolg. Doch Naldo (81.) und Fritz (88.) verpassten es aus wenigen Metern, das Resultat weiter nach oben zu schrauben.

 

Von Martin van de Flierdt