Kloses 20. Saisontor bringt "Big Points"in Frankfurt

Aus elf Metern zum 20. Saisontor: Miroslav Klose (links) schoss Werder Bremen zum 1:0-Auswärtssieg in Frankfurt.
Profis
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Das 20. Saisontor von Torjäger Miroslav Klose reichte Werder Bremen am 28. Bundesliga-Spieltag zu einem 1:0-Auswärtssieg bei Eintracht Frankfurt. Nach einer schwachen ersten Hälfte konnten sich die Werderaner im zweiten Durchgang deutlich steigern und kamen durch einen Foulelfmeter in der 70. Minute zum entscheidenden Tor.

 

Thomas Schaaf stellte seine Startelf im Vergleich zum 5:0 gegen Hannover auf einer Position um und brachte Jurica Vranjes für den verletzten Torsten Frings (Wadenprellung) im defensiven Mittelfeld. Tim Borowski trug in Abwesenheit von Kapitän Frank Baumann und Stellvertreter Frings die Kapitänsbinde.

 

Tim Wiese musste den Platz nach diesem Zusammenprall mit Benjamin Huggel schon in der 29. Minute verlassen. Erste Diagnose: Rückenstauchung.

Das Spiel begann mit einer Großchance für die Frankfurter Eintracht. Nach einem Foul von Jurica Vranjes brachte Köhler von der linken Seite eine Freistoßflanke herein, die von sämtlichen Bremern und Frankfurtern verpasst wurde, ehe Amanatidis aus spitzem Winkel den Außenpfosten traf (3.). Glück für Werder, das eine schwache erste Hälfte spielte und gegen die kompakt stehenden Frankfurter kaum Raum zur Entfaltung hatte. Vor allem aus dem Mittelfeld kam viel zu wenig, so dass sich die Bremer im Spielaufbau häufig mit langen Bällen von Fahrenhorst oder Pasanen aushelfen mussten.

 

Vanders Debüt nach Wieses Rückenstauchung

 

Die einzige gute Torchance der Grün-Weißen besaß der Brasilianer Naldo, dessen 20-m-Freistoß in der 32. Minute von Huggel abgefälscht und von Nikolov gerade noch aus der Ecke gefischt wurde. Der Tabellen-13. aus Frankfurt hatte die besseren Chancen und hätte durch Amanatidis (17.) und Meier (34.) in Führung gehen können. Die aus Werder-Sicht wichtigste Szene der ersten Hälfte ereignete sich aber in der 24. Minute. Tim Wiese prallte mit Benjamin Huggel zusammen und musste wegen einer Rückenstauchung fünf Minuten später ausgewechselt werden – für ihn kam Christian Vander zu seinem Debüt im Bremer Dress.

 

Auch für Nelson Valdez, der viel einstecken musste, endete das Spiel verletzungsbedingt vorzeitig. Nach einem harten Foul von Vasoski blieb der Paraguayer mit Knieproblemen in der Kabine und wurde von Klasnic ersetzt. Werder steigerte sich im zweiten Durchgang, gewann mehr Zweikämpfe im Mittelfeld – und kam sporadisch zu Chancen. Tim Borowski wurde von Johan Micoud mit einem langen Pass in Szene gesetzt und lief seinem Bewacher Russ davon, doch Nikolov war aus dem Tor gekommen und klärte den Schuss des Bremers mit dem rechten Fuß (53.). Patrick Owomoyela, inzwischen für Daniel Jensen im rechten Mittelfeld gekommen, traf nach einer Einzelaktion in der 67. Minute aus spitzem Winkel den Außenpfosten.

 

Gefoulter Klose verwandelt selbst

 

Christian Vander sprang für den verletzten Tim Wiese ein und überzeugte mit einer tadellosen Leistung. Patrick Owomoyela, Ivan Klasnic und Christian Schulz (von links) freuten sich mit dem Torhüter.

Dann die spielentscheidende Szene: Miro Klose wird bei dem Versuch, einen abgefälschten Vranjes-Schuss noch zu erreichen, von Marko Rehmer am Trikot gezogen und fällt – Schiedsrichter Fandel entschied folgerichtig auf Strafstoß. Weil Klose sich nach eigener Auskunft sicher fühlte, trat er selber an – und verwandelte seinen ersten Elfmeter für Werder zum 1:0 (70.).

 

Die Führung spielte den Grün-Weißen perfekt in die Karten – sie verlegten sich nun auf’s Kontern. Und nur zwei Minuten nach dem Führungstreffer hätte Klose schon für die Entscheidung sorgen können, als er nach einem Borowski-Zuspiel allein auf’s Tor zulief und am gut aufgelegten Nikolov scheiterte. In der Schlussphase scheiterte auch der agile Owomoyela per Kopf am Frankfurter Keeper (84.).

 

Da die Bremer Hintermannschaft sicher stand, geriet die knappe Führung aber nur noch selten in Gefahr. Naldo klärte aufmerksam gegen Köhler (74.) und Christian Vander konnte sich mit einer herrlichen Parade bei einem Köhler-Freistoß auszeichnen (78.). Da auch Alex Meier in der Nachspielzeit per Kopf das Tor verfehlte, blieb es beim letztlich verdienten Bremer Arbeitssieg.

 

Nicht schön gespielt, aber drei „Big Points“ im Kampf um die Champions League eingefahren – für Werder war es ein überaus effektiver Nachmittag, der mit dem vorläufigen Sprung auf Tabellenplatz zwei endete.

 

von Kevin Kohues

 

 

 

Eintracht Frankfurt – Werder Bremen 0:1 (0:0)

 

Eintracht Frankfurt: Nikolov - Rehmer, Cimen, Vasoski - Russ, Huggel, Spycher (84. Copado) - Ochs (75. Lexa), Meier, Köhler - Amanatidis

 

Werder Bremen: Wiese (29. Vander) - Pasanen, Fahrenhorst, Naldo, Schulz - Vranjes - D. Jensen (64. Owomoyela), Borowski - Micoud - Klose, Valdez (46. Klasnic); auf der Bank: Lagerblom, Polenz

 

Tor: 0:1 Klose (70., Foulelfmeter)

 

Schiedsrichter: Fandel (Kyllburg)

 

Commerzbank-Arena: 48.600 Zuschauer

 

Gelbe Karten: Vasoski, Russ - Vranjes, Klose, Fahrenhorst, Schulz

 

Torschüsse: 10 : 11

 

Ecken: 2 : 7

 

Flanken: 7 : 13

 

Ballkontakte: 41% : 59%

 

Gewonnene Zweikämpfe: 46% : 54%

 

Fouls: 24 : 25

 

Abseits: 4 : 3

 

Die meisten Torschüsse: Köhler (3) – Borowski, Valdez, Owomoyela, Klose (2)

 

Die meisten Torschussvorlagen: Köhler (4) – Micoud (3)

 

Die meisten Ballkontakte: Spycher (57) – Micoud (88)

 

Die Zweikampfstärksten: Spycher (70%) – Klose (73%)