Erste Heimniederlage beim 0:2 gegen K'lautern

Einer von 27 Torschüssen: Auch dieser Freistoß von Ivan Klasnic brachte den Werderanern nichts ein.
Profis
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Das bisherige Tabellen-Schlusslicht 1. FC Kaiserslautern hat Werder Bremen am 21. Spieltag die erste Heimniederlage beigebracht. Die Grün-Weißen verloren trotz einer über weite Strecken drückenden Überlegenheit mit 0:2 (0:0) und fallen damit in der Tabelle hinter den Hamburger SV (1:0 gegen Mainz 05) auf Platz drei zurück.

Kapitän Frank Baumann und Tim Borowski kehrten vor 36.218 Zuschauern im Weser-Stadion nach ihren Gelb-Sperren in die Startelf zurück, dafür mussten Jurica Vranjes und Daniel Jensen zunächst auf der Bank Platz nehmen. Durch die Verletzung von Andreas Reinke kam Tim Wiese zu seinem Debüt in der Bremer Anfangsformation. Ausgerechnet seine ehemaligen Kollegen aus Kaiserslautern hätten dem 24-Jährigen dann beinahe früh einen „eingeschenkt“. FCK-Kapitän Marco Engelhardt tauchte nach drei Minuten völlig frei im Werder-Strafraum auf, doch Wiese verließ sein Tor zur rechten Zeit und klärte mit dem Fuß.

Naldos Latten-Knaller eröffnet Werders Powerplay

"Ich hatte fest mit einem Sieg gerechnet": Tim Wiese hatte sich sein Debüt im Weser-Stadion ganz anders vorgestellt.

Danach waren die Hausherren wach und übernahmen das Kommando. Der Brasilianer Naldo schoss einen Freistoß aus 30 Metern an die Latte (13.), es folgten Möglichkeiten für Fahrenhorst (15.) und Klasnic (17.). Werder zog jetzt phasenweise ein Powerplay auf, kam aber gegen die tief stehenden Pfälzer selten in gute Schussposition oder blieb im Abschluss zu unpräzise. Letzteres galt beispielsweise für Frank Fahrenhorst, dessen Kopfball nach Frings-Ecke ebenso eine leichte Beute für FCK-Torwart Jürgen Macho wurde wie ein Frings-Kopfball nach Flanke von Borowski (39., 42.). Kurz vor dem Halbzeitpfiff setzte sich der agile Frings nach einem langen Pass von Borowski auf der rechten Seite gegen Engelhardt durch und flankte auf Klasnic, aber auch der Kroate verfehlte sein Ziel – auch wenn sein Kopfball nur um Zentimeter am Lauterer Tor vorbeizischte (45.).

Mit zunehmender Spieldauer verdienten sich die Gäste jedoch das bis dahin schmeichelhafte Unentschieden. Die Schaaf-Elf blieb zwar auch nach der Pause tonangebend, Lautern aber wurde mutiger und war öfter in der Offensive zu finden. Für Werder entwickelte sich ein Geduldsspiel, der Führungstreffer wollte einfach nicht fallen. Thomas Schaaf reagierte nach einer guten Stunde und brachte nach und nach mit Daniel Jensen für Tim Borowski, Patrick Owomoyela für Petri Pasanen und Jerome Polenz für Ivan Klasnic frische Kräfte – ohne zählbaren Erfolg. Die einzige Großchance ergab sich nach einer Ecke von Torsten Frings, dem stärksten Werderaner: Erst blieb ein Schuss von Naldo in der Abwehr der „Roten Teufel“ hängen, dann knallte der glücklose Valdez den Ball knapp rechts vorbei (66.).

Reguläres Owomoyela-Tor nicht gegeben

Christian Schulz behauptet sich in luftiger Höhe gegen Lauterns Borbély.

62% Ballbesitz, 15:1 Ecken, 29:3 Flanken, aber bei 27 Torschüssen kein einziges Tor: Diese fahrlässig schwache Ausbeute rächte sich für Werder in der 71. Minute. Der eingewechselte Sören Halfar konnte auf der linken Seite unbedrängt von Owomoyela in Ruhe flanken, Boubacar Sanogo erwies sich in der Mitte trotz Bewachung von Schulz und Naldo als dankbarer Abnehmer und ließ Tim Wiese mit seinem Kopfball keine Chance – das 0:1. Werder reagierte mit wütenden Gegenangriffen, rannte sich aber immer wieder in der vielbeinigen FCK-Abwehr fest. Bis zur 78. Minute: Patrick Owomoyela köpfte einen Eckball von Christian Schulz auf das Tor, Skela konnte erst hinter der Linie klären, doch weder Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer (Herne) noch sein Assistent hatten es gesehen und gaben den Treffer zum Entsetzen aller Werderaner nicht.

Damit war der Gipfel der Bremer Gegenwehr überschritten, danach lief trotz aller Bemühungen nicht mehr viel zusammen. Bei einem weiteren Konter hatten die Lauterer nun leichtes Spiel: Halfar bediente Sanogo, der nur den Pfosten des bereits leeren Tores traf. Der Abpraller landete bei Skela, der Owomoyela aussteigen ließ und zum 0:2 einschob. Es war die Entscheidung in einem Spiel, das alle Werder-Fans am liebsten wohl ganz schnell vergessen würden.

von Kevin Kohues



Werder Bremen – 1. FC Kaiserslautern 0:2 (0:0)

Werder Bremen: Wiese - Pasanen (64. Owomoyela), Fahrenhorst, Naldo, Schulz - Baumann - Frings, Borowski (61. D. Jensen) - Micoud - Valdez, Klasnic (71. Polenz); auf der Bank: Vander, van Damme, Andreasen, Vranjes

1. FC Kaiserslautern: Macho - Hertzsch, Béda, Schönheim - Borbély (63. Reinert), Lembi, Engelhardt - Skela, Zandi (67. Halfar) - Halil Altintop (55. Mikic), Sanogo

Tore: 0:1 Sanogo (71.), 0:2 Skela (88.)

Schiedsrichter: Kinhöfer (Herne)

Weser-Stadion: 36.218 Zuschauer

Gelbe Karten: Borbély, Mikic

Torschüsse: 27 : 12

Ecken: 15 : 1

Flanken: 29 : 3

Ballkontakte: 62% : 38%

Gewonnene Zweikämpfe: 55% : 45%

Fouls: 16 : 21

Abseits: 4 : 10

Die meisten Torschüsse: Fahrenhorst, Frings, Klasnic (4) – Sanogo (5)

Die meisten Torschussvorlagen: Frings (12) – Skela, Engelhardt, Halfar (2)

Die meisten Ballkontakte: Frings (101) – Engelhardt (65)

Die Zweikampfstärksten: Baumann (74%) – Schönheim (65%)