Grün-Weißer Meisterjubel ohne Grenzen

Grenzenloser Jubel nach dem Schlusspfiff. Die Grün-Weißen feiern den Meistertitel im Münchner Olympiastadion.
Profis
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Nach elf Jahren ist sie an die Weser zurückgekehrt: Die Meisterschale. Ausgerechnet beim ärgsten Konkurrenten, den Münchner Bayern, sicherte sich Werder Bremen durch einen 3:1-Erfolg den vierten deutschen Meistertitel in der Vereinsgeschichte. Ivan Klasnic, Johan Micoud und Ailton schossen die Bremer in den siebten Werder-Himmel. Auch das Anschlusstor von Roy Makaay konnte das Grün-Weiße Fest nicht mehr vermiesen.

Selbstbewusst und von der ersten Minute hochkonzentriert traten die Bremer im Münchner Olympiastadion auf. Von Nervosität keine Spur. Ganz im Gegenteil. Nach fünf Minuten bereits die erste dicke Chance für Werder. Fabian Ernst leitete per Kopf eine Flanke zu Ailton weiter, der aus sechs Metern an Bayern-Torwart Oliver Kahn scheiterte.

Bremer Führung nach schwerem Fehler von Oliver Kahn

Die Münchner wachten auf. Ein 25-Meter-Schuss von Roy Makaay verfehlte das Gehäuse von Keeper Andreas Reinke nur um Zentimeter. Doch die Bremer bewahrten auch weiterhin die Ruhe und glänzten mit tollem Kombinationsfußball vor der ausverkauften Kulisse von 65.000 Zuschauern. Die Bremer Führung entstand jedoch mit tatkräftiger Unterstützung der Hausherren. Einen Verlegenheitspass von Ailton konnte der Nationaltorhüter nicht festhalten. Ivan Klasnic bedankte sich und schob zum 1:0 ein (19.).

Und Bremen legte nach. Fabian Ernst hebelte mit einem hohen Pass zu Johan Micoud die gesamte Münchner Abwehr aus und der Franzose bewies einmal mehr seine geniale Spielweise. Gefühlvoll lupfte „Joe“ den Ball über den herausstürmenden Oliver Kahn in das Bayern-Tor (26.). Traumhaft!

Von der Münchner Offensivabteilung war nun nichts mehr zu sehen. Die Grün-Weißen beherrschten den Ball und Gegner. Wie groß das Bremer Selbstvertrauen war unterstrich Mladen Krstajic. Aus dreißig Metern versuchte er sich als Freistoßschütze. Leider erfolglos (31.). Dafür sorgte Top-Torjäger Ailton für den nächsten Glanzpunkt. Aus 18 Metern schlenzte er den Ball unhaltbar ins Eck und Werder führte bereits zur Pause mit 3:0 beim schärfsten Verfolger auf die Meisterschale.

Bayerns Anschlusstreffer war zu wenig

Aber die Gastgeber gaben sich noch nicht geschlagen und drehten nach der Halbzeit noch einmal auf. Nach einem langen Pass tauchte Roy Makaay allein vor Werder-Torwart Andreas Reinke auf. Doch der Niederländer verfehlte das Bremer Tor um Zentimeter (48.). Wenig später zielte er jedoch genauer. Roque Santa Cruz passte von der rechten Strafraumgrenze zurück auf den Top-Stürmer, der dieses Mal aus elf Metern den Anschlusstreffer markierte (56.).

Die Bremer blieben trotz des Gegentores ihrer Linie treu und erarbeiteten sich weitere gute Möglichkeiten. Doch Ailton traf nach einem Pass von Paul Stalteri den Ball nicht richtig (67.) und der Kopfball von Ismael nach einer Ecke ließ das Tornetz nur von außen wackeln (69.).

Bayern bemühte sich zwar weiterhin. Aber die Münchener kamen lediglich durch Ze Roberto noch einmal gefährlich vor das Werder-Tor. Sein Schuss von der Strafraumgrenze verfehlte nur knapp sein Ziel (72.).

Nach 90 Minuten war es dann endlich soweit: Der Deutsche Fußball-Meister 2004 kommt von der Weser!


Norman Ibenthal


Werder Bremen: Reinke – Stalteri, Ismaël (71. Lagerblom), Krstajic, Schulz (56. Skripnik) – Borowski, Micoud, Baumann, Ernst – Klasnic (86. Valdez), Ailton

Bayern München: Kahn – Lizarazu, Linke, Jeremies, Salihamidzic – Ze Roberto, Ballack, Hargreaves, Schweinsteiger (46. Santa Cruz) – Makaay, Pizarro

Gelbe Karten: Ailton, Ismael, Klasnic (alle Werder) – Ballack (Bayern)

Schiedsrichter: Edgar Steinborn
Olympiastadion: 65.000 Zuschauer (ausverkauft)

Torschüsse: 8 : 13
Ecken: 2 : 4
Ballkontakte: 37% : 63%
Gewonnene Zweikämpfe: 49% : 51%
Fouls: 24 : 14
Abseits: 11 : 9 (alles aus Werder-Sicht)

Die meisten Ballkontakte: Micoud (Werder) 54 x – Salihamidzic (Bayern) 95 x

Die Zweikampfstärksten: Ismael (Werder) 60 % - Jeremies (Bayern) 66 %