Werder feiert mit tollem Offensiv-Fußball 4:2-Erfolg über Hertha

Profis
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Der SV Werder hat am 31. Bundesliga-Spieltag sein Heimspiel gegen Hertha BSC Berlin verdient mit 4:2 gewonnen. Die 35.000 Zuschauer im Bremer Weser-Stadion sahen dabei ein gutes Bundesliga-Spiel, in dem Werder von Beginn an die dominierende Mannschaft war. In der 8. Minute verpasste Ailton nach einer schönen Hereingabe über die rechte Seite von Johan Micoud nur knapp das Tor. Nur vier Minuten später nahm sich Fabian Ernst ein Herz und prüfte aus 20 Metern Herthas Keeper Gabor Kiraly. Der Torwart konnte den scharf geschossenen Ball jedoch nicht festhalten, so dass zunächst Ailton versuchte nachzusetzen. Doch der Brasilianer erwischte den Ball nicht richtig, hatte aber Sturmpartner Angelos Charisteas neben sich stehen, dessen Flanke in den Strafraum in letzter Sekunde von der Hertha-Abwehr zur Ecke geklärt wurde.

Überraschende Hertha-Führung nach 21 Minuten

In der 21. Minute konnten die Bremer Zuschauer ihren Augen kaum trauen. Die erste gefährliche Aktion der Berliner führte gleich zur Führung des besten Rückrunden-Teams. Nationalspieler Arne Friedrich setzte sich dynamisch auf der linken Seite gegen Mladen Krstajic und Ludovic Magnin durch und markierte mit einem platzierten Schuss ins lange Eck die Berliner Führung. Doch Werder ließ nach dem Tor den Kopf nicht hängen und spielte weiter nach vorne. Nur zwei Minuten nach dem Berliner Treffer glichen die Grün-Weißen im Anschluss an eine Ailton-Ecke postwendend aus. Mladen Krstajic reagierte nach einem Getümmel im Hertha-Strafraum am schnellsten und bugsierte den Ball zum 1:1 ins Netz. Die Bremer gaben nach dem Ausgleich Vollgas und ließen die Hauptstädter nicht ins Spiel kommen. In der 27. Spielminute wieder Eckball für den SV Werder: Diesmal hatte Johan Micoud das Leder scharf in den gegnerischen 16-Meter-Raum geschlagen und Ludovic Magnin schoss mit seinem ersten Saisontor nach einer Unsicherheit der Herthaner per Flachschuss zur 2:1-Führung ein.

Werder endlich wieder torgefährlich

Die Berliner versuchten nach der Bremer Führung endlich ihren roten Faden zu finden, konnten aber nur einmal gefährlich vor das Bremer Gehäuse kommen, als Preetz einen langen Pass aufnahm und knapp über die Latte zirkelte. Die Werderaner waren weiter die engagiertere Mannschaft, die es immer wieder verstand, das Mittelfeld schnell zu überbrücken und somit für Torgefahr zu sorgen. So auch in der 36. Minute, als Micoud den Ball im Mittelfeld kurz auf Baumann ablegte und der Bremer Nationalspieler direkt in den Lauf von Ailton passte. Dessen Versuch, Torwart Kiraly zu überlisten, scheiterte zunächst am gut postierten Berliner Schlussmann. Doch Ailtons Sturmpartner Charisteas war mitgelaufen und konnte den abgewehrten Ball problemlos zum 3:1 ins Tor schieben.
Sechs Minuten vor dem Halbzeitspfiff stand wieder der Grieche im Mittelpunkt. Mit einem Alleingang auf der halbrechten Position setzte sich der Stürmer gegen die gesamte Berliner Abwehr durch und scheiterte nur knapp mit einem satten Schuss am glänzend aufgelegten Kiraly.

Nach der Pause Werder weiter überlegen

Nach dem Seitenwechsel machte der SV Werder da weiter, wo er vor der Pause aufgehört hatte. Zunächst war es wieder Charisteas, der nach einem perfekten Pass von Micoud an der Strafraumgrenze mit einem Distanzschuss nur haarscharf das Berliner Gehäuse verfehlte. Dann rannte Ailton ganz alleine auf Hertha-Keeper Kiraly zu, der in letzter Sekunde zur Ecke klären konnte. Nach einer guten Stunde machte Hertha auf sich aufmerksam, als Marcelinho aus rund 22 Metern knapp am Tor von Pascal Borel vorbei schoss. Aber Werder war an diesem Nachmitag eindeutig die souveränere und spielfreudigere Mannschaft. In der 68. Minute tauchte plötzlich Mladen Krstajic nach einer Micoud-Ecke gefährlich vor dem Kasten von Gabor Kiraly auf. Doch seinen wuchtigen Kopfball parierte der ungarische Keeper mit einem tollen Reflex. Acht Minuten später musste der Hertha-Schlussmann jedoch wieder hinter sich greifen.

Johan Micoud macht mit tollem Pass alles klar

Johan Micoud setzte zu einem tollen Sololauf an und spielte die gesamte Berliner Abwehr schwindelig. Mit viel Übersicht passte der Franzose schließlich das Leder auf den mitgelaufenen Charisteas, der mit einem eleganten Schlenker Kiraly umkurvte und zum 4:1 einschoss.
Herthas Torben Marx nutzte in der 79. Minute noch mal eine Unaufmerksamkeit in der Bremer Abwehr und markierte mit einem platzierten Flachschuss ins rechte untere Eck den 4:2-Endstand.
Die Grün-Weißen überzeugten an diesem Nachmittag vor allem durch lang vermißtes Durchsetzungsvermögen vor dem Tor und gutem Kombinationsspiel in der Offensive.

Werder bleibt mit diesem Erfolg mit nun 46 Punkten auf dem siebten Tabellen-Rang, ist aber bis auf drei Zähler auf einen UEFA-Cup-Platz heran gerückt. Hertha steht mit 51 Punkten immer noch auf dem vierten Rang.

Daniel Meadows


SV Werder Bremen: Borel - Baumann, Barten, Krstajic, Verlaat, Stalteri, Micoud, Magnin (57. Schulz), Ernst, Charisteas (89. Daun), Ailton (84. Lisztes)

Hertha BSC Berlin: Kirlaly - Friedrich, Simunic, Hartmann (57. Beinlich), Madlung, Goor (46. Neuendorf), Marcelinho, Dardai, Marx, Luizao, Preetz (70. Rafael)


Tore: 0:1 Friedrich (21.), 1:1 Krstajic (23.), 2:1 Magnin (27.), 3:1 Charisteas (36.), 4:1 Charisteas (76.), 4:2 Marx (79.)

Gelbe Karten: Ailton, Barten (Werder) - Kiraly, Madlung (Hertha)
Schiedsrichter: Dr. Markus Merk (Otterbach)
Weser-Stadion: 35.000 Zuschauer

Torschüsse: 14:10
Ecken: 9:7
Flanken: 19:18
Ballkontakte: 48%:52%
Gewonnene Zweikämpfe: 51%:49%
Fouls: 19:17
Abseits: 4:2

Die meisten Ballkontakte: 78x Micoud (Werder), 79x Marcelinho (Hertha)
Die Zweikampfstärksten: Verlaat (Werder) 68% gewonnen; Friedrich (Hertha) 66% gewonnen