Attraktive Generalprobe: Werder gegen Valencia

Stürmer David Villa ist Valencias größter Star. Nach langem Transfergerangel bleibt er dem Club vorerst erhalten.
Profis
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Werders letzter Test vor dem Pflichtspiel-Start ist die attraktivste Paarung dieser Sommer-Vorbereitung: Am Dienstagabend, 28.07.2009, 19 Uhr trifft der DFB-Pokalsieger in der vivaris Arena Meppen auf den spanischen Spitzenclub FC Valencia. Die Generalprobe vor dem DFB-Pokal-Spiel am Sonntag bei Union Berlin wird ausschließlich bei WERDER.TV live zu sehen sein. Die Redaktion stemmt im Emsland die aufwändigste Produktion ihrer zweijährigen Geschichte, die Zuschauer werden hochwertigen Fernseh-Standard zu sehen bekommen. Welcher Gegner sie erwartet, ist hier notiert:

 

Der Verein:

Der Valencia Club de Fútbol wurde 1919 kurioserweise in einer Bar in der "calle Barcelonina", also der Barcelona-Straße, gegründet. Bereits vier Jahre später qualifizierte sich der Club erstmals für den spanischen Pokal "Copa del Rey", 1931 gelang der Aufstieg in die Primera Division. Seit 1923 spielt man im "Mestalla", einem Stadion mit sehr steilen Tribünen und inzwischen 53.000 Plätzen, das in Kürze durch einen 75.000-Plätze-Neubau ersetzt wird. In Bezug auf eine im Raum Valencia weit verbreitete Redewendung werden die Mannschaft des FC Valencia und seine Fans auch "Los Ch" genannt.

 

Unai Emery ist der jüngste Trainer in der Geschichte des FC Valencia.

Das Gestern:

Der Briefkopf von Valencia nimmt eine Menge Platz ein: "Los Ch" spielen in diesem Jahr ihre 75. Saison in der Primera División (vier Jahre war man zweitklassig), stehen dort auf Platz 5 der Ewigen Tabelle und haben sechsmal die Meisterschaft gewonnen, zuletzt 2004. Dazu kommen sieben Pokalsiege. 2004 gewann Valencia auch den UEFA-Cup, in den Sechzigern hatte man bereits zweimal dessen Vorgänger, den Messe-Pokal, geholt. Auch den Pokalsieger-Cup gewann man einmal, den europäischen Supercup zweimal. 2000 und 2001 verlor man unter Trainer Hector Cúper zweimal das Finale der Champions League.

 

Das Heute:

Das Niveau der Double-Saison 2004 mit UEFA-Cup und Meisterschaft konnte der Club zuletzt nicht mehr erreichen, die großen Zwei Real Madrid und vor allem FC Barcelona waren deutlich voraus. In den letzten beiden Spielzeiten erreichte man nur Platz 10 und zuletzt Platz 6, der gerade so zur Teilnahme an der Europa League berechtigt. Weil die Vereinsführung mitten in der Immobilien- und Finanzkrise das Gelände des alten "Mestalla" nicht wie geplant teuer verkaufen konnte und gleichzeitig das neue Stadion teuer errichtet werden muss, steckt der Club derzeit in großen finanziellen Schwierigkeiten. Inzwischen soll allerdings ein Ex-Präsident einen Investor aufgetan haben. Damit ist wohl auch der Verkauf von David Villa, Torschützenkönig der EM 2008 und in den letzten vier Jahren jeweils bester Valencia-Knipser, vorerst vom Tisch.

 

Nelson Valdez schoss Werder 2004 in Valencia ins Champions-League-Achtelfinale. Aus dem aktuellen Kader waren Petri Pasanen, Tim Borowski und Daniel Jensen dabei.

Der Kader:

Villa ist der große Star des Teams, das mit einer ganzen Reihe weiterer verheißungsvoller einheimischer Profis im besten Alter aufwartet, zum Beispiel David Silva, Joaquin oder Vicente. Auf der anderen Seite stehen erfahrene Recken wie David Albelda, Rubén Baraja, David Navarro und Miguel Angulo. Gerade in diesem turbulenten Sommer herrscht im Team ein reges Kommen und Gehen. Prominentester Neuzugang ist Torwart Migual Moyà aus Mallorca, schmerzhaftester Abgang Verteidiger Raúl Albiol, der zu Real ging.

 

Der Trainer:

Unai Emery, 37 Jahre alt, spielte noch bis 2005 selbst aktiv, vor allem in der zweiten und dritten spanischen Liga. Seitdem hat er mit Lorca Deportiva und UD Almería für Furore gesorgt, letztere führte er in die Primera División und dort gleich auf Rang 8. Im Sommer übernahm er das Traineramt in Valencia von Ronald Koeman, als jüngster Trainer der Vereinsgeschichte.

 

Die Bilanz gegen Werder:

In der Champions-League-Saison 2004/05 kreuzten Grün-Weiß und Schwarz-Weiß in Gruppe G die Klingen, Werder gewann im Weser-Stadion 2:1 und im "Mestalla" 2:0. Dieser Sieg im entscheidenden Spiel war an Dramatik kaum zu überbieten, Joker Nelson Valdez entschied die Partie mit zwei späten Toren, was für aggressiven Unmut auf den Rängen und beim Gegner sorgte. Weitere Pflichtspiele zwischen beiden Teams gab es nicht. Valencias Bilanz gegen deutsche Mannschaften ist übrigens relativ ausgeglichen: Sieben Siegen stehen sechs Unentschieden und acht Niederlagen gegenüber.

 

von Enrico Bach