Volkswagen SuperCup: Werder fordert den Meister

Torschützenkönig Grafite, hier beim Training in der Vorbereitung, hat seinen Vertrag verlängert. Der Meister hat seinen Kader zusammengehalten.
Profis
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Den Volkswagen SuperCup ein "Testspiel" zu nennen, fällt irgendwie schwer. Das Spiel gegen den Deutschen Meister VfL Wolfsburg ist die wohl spektakulärste Partie in Werders Sommer-Vorbereitung. Das Duell der beiden nationalen Titelträger der Saison 2008/09 steigt am Montag, 20.07.2009, ab 20.20 Uhr in der "Volkswagen Arena" in Wolfsburg, das ZDF überträgt live. Gerade nach dem Ausfall der Testpartie gegen West Ham United ist das Spiel für Cheftrainer Thomas Schaaf eine wichtige Etappe in seinem "Einspiel-Plan", der durch die Regenfälle in Bad Waltersdorf ja etwas aus dem Rhythmus geraten ist.

 

Was man über das Spiel am Montag und den Gegner VfL Wolfsburg in diesem Sommer wissen muss, hat WERDER.DE zusammengetragen:

 

Das Logo des Volkswagen SuperCups 2009.

Der Volkswagen SuperCup:

Zwei Wochen vor dem scharfen Saisonstart im DFB-Pokal ist das Spiel am Montag eine ernsthafte Generalprobe. Der Name "SuperCup" ist eine Reminiszenz an die gleichnamige Wettbewerbsform, die in vielen Ländern meist als losgelöstes Spektakel zwischen Meister und Pokalsieger ausgespielt wird. In Deutschland gab es diesen Wettbewerb von 1987 bis 1996, bevor er vom mittlerweile ausgesetzten Liga-Pokal abgelöst wurde. Werder nahm viermal teil und gewann 1988 (2:0 gegen Frankfurt), 1993 (im Elfmeterschießen gegen Leverkusen) und 1994 (3:1 n.V. in München). Inoffiziell wiederbelebt wurde der Wettbewerb schon im letzten Sommer, als Pokalfinalist Dortmund die Bayern 2:1 besiegte.

 

Die Situation in Wolfsburg:

Noch mal zur Erinnerung: Der VfL hat die Deutsche Meisterschaft 2009 gewonnen! Das liest sich ja nach wie vor recht ungewohnt. Seitdem sind knapp zwei Monate vergangen, in denen beim künftigen Champions-League-Teilnehmer eine Menge passiert ist...

 

Der neue Trainer:

Den spektakulärsten Wechsel gab es nicht im Kader, sondern auf der Position des Übungsleiters, der ja in Wolfsburg inzwischen auch noch einige Aufgaben mehr bewältigt. Meistermacher Felix Magath suchte sich auf Schalke eine neue Herausforderung, sein Nachfolger ist der Ex-Stuttgarter Meistertrainer Armin Veh, der wie Magath in Personalunion auch Sportdirektor und Geschäftsführer ist.

 

Armin Veh ist der neue starke Mann beim VfL.

Der Titelverteidiger-Kader:

Die wichtigsten Transfers beim VfL sind die, die verhindert wurden. Die Meister-Garanten mit den unfassbaren Quoten Zvjezdan Misimovic (7 Tore, 20 Vorlagen), Grafite (28 Tore, 11 Vorlagen) und Edin Dzeko (26 Tore, 10 Vorlagen) spielen auch weiterhin unter dem VW-Zeichen. Vor allem bei Dzeko war das gar nicht so einfach, das Interesse des AC Mailand war groß, Dzekos an Milan naturgemäß auch – doch relativ geräuscharm setzte Veh (vorerst) den Verbleib des Bosniers durch. Es wurde kein einziger Leistungsträger abgegeben. Neben einigen zurückgekehrten Leihspielern kamen bisher drei Neue, alle fürs Mittelfeld: der Algerier Karim Ziani aus Marseille, der Däne Thomas Kahlenberg aus Auxerre und der U19-Europameister Fabian Johnson von 1860 München. Ein Topstürmer soll noch verpflichtet werden. Man darf gespannt sein, ob dieser beständige Kader auch das überragende Niveau der Rückrunde 08/09 wird halten können.

 

Die bisherige Vorbereitung:

Nach einem 1:1 bei Esbjerg FB ist das Spiel gegen Werder der zweite wirklich fordernde Test für Vehs Team, das acht Spiele gegen unterklassige Gegner hoch gewann (u.a. 32:0 gegen Germania Blumenhagen). Nur gegen Holstein Kiel (2:1) ging's eng zu. Der VfL ist bereits seit dem 22. Juni im Training, nach dem SuperCup geht's noch mal für eine Woche ins Trainingslager nach Österreich, wo noch zwei internationale Testspiele folgen.

 

Die Bilanz gegen Werder:

In Pokal und Bundesliga spielten beide Clubs bisher 30 Mal gegeneinander, 16 Mal gewann Werder, darunter neun Spiele in Wolfsburg. Letzte Saison ging es zwischen beiden Teams hoch her: Am 17. Spieltag gewann Werder 2:1 im Weser-Stadion, später im Pokal-Viertelfinale 5:2 in Wolfsburg. Dafür rächte sich der VfL mit dem 5:1 am letzten Spieltag, mit dem die Meisterschaft eingetütet wurde.

 

von Enrico Bach