Finalduell mit Feyenoord und Charisteas

Wiedersehen mit "Harry": Daniel Jensen (r.) und die Werderaner treffen am Donnerstag auf einen alten Bekannten.
Profis
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Vor einem Jahr war es Ailton, diesmal ist es Angelos Charisteas. Erneut trifft Werder Bremen in der Türkei auf einen guten alten Bekannten – nämlich am Donnerstag, 11.01.2007 (19 Uhr, live bei Eurosport) im Finale des Efes-Cups gegen Feyenoord Rotterdam.

 

Die Niederländer qualifizierten sich für das Duell mit den Grün-Weißen, indem sie ihr Halbfinal-Spiel am Dienstagabend gegen Galatasaray Istanbul mit 2:1 (1:1) gewannen. Die Tore erzielten Pierre van Hooijdonk (16.) mit einem spektakulären Weitschuss aus über 40 (!) Metern und Tim Vincken (60.), bei einem Gegentreffer von Necati (43., Elfmeter).

 

Feyenoord – eine Topadresse des niederländischen Fußballs

 

Mit Feyenoord Rotterdam erwartet die Werderaner eine der traditionsreichsten und erfolgreichsten Adressen des niederländischen Fußballs. "Spiele gegen holländische Mannschaften sind immer interessante Begegnungen", freut sich Werders Cheftrainer Thomas Schaaf auf das Duell, auch wenn es fern der Heimat etwas weniger brisant ist: "Die Atmosphäre wäre sicher noch etwas prickelnder, wenn wir in Holland oder Deutschland spielen würden."

 

In der laufenden Saison belegt der 14-malige niederländische Meister Feyenoord mit derzeit 39 Punkten den vierten Platz in der Ehrendivision hinter Eindhoven (53), Ajax (42) und Alkmaar (41). Nach schwachem Start konsolidierte sich das Team und überwintert ebenso wie Werder auch auf der internationalen Bühne. Im UEFA-Pokal trifft die Mannschaft von Trainer Erwin Koeman im Februar auf Tottenham Hotspur. Seinen letzten großen Erfolg feierte Feyenoord ebenfalls im UEFA-Pokal – mit dem Triumph im Jahre 2002 gegen Borussia Dortmund.

 

Apropos UEFA-Pokal. An den denkt auch Thomas Schaaf schon. Feyenoord sieht er als kleinen Vorgeschmack auf Werders Gegner Ajax Amsterdam: "Das Spiel gegen Feyenoord ist eine gute Gelegenheit, uns im Hinblick auf das UEFA-Cup-Spiel gegen Ajax schon mal mit dem holländischen Spielstil vertraut zu machen."

 

Charisteas seit einem halben Jahr in Rotterdam

 

46 Länderspiele und 14 Tore für "Oranje": Feyenoord-Stürmer Pierre van Hooijdonk.

Seit knapp einem halben Jahr werden die Rotterdamer übrigens von einem Ex-Bremer verstärkt: Europameister Angelos Charisteas. "Harry" spielte von 2002 bis Dezember 2004 an der Weser und erzielte in 66 Spielen 18 Tore für Werder. Bis August 2006 stand der Grieche bei Werders nächstem UEFA-Cup-Gegner Ajax Amsterdam unter Vertrag, wechselte aber einen Tag vor Ablauf der Transferperiode zu Erzrivale Feyenoord, nachdem er von Ajax-Coach Henk ten Cate ausgemustert worden war. In bisher 15 Spielen für Feyenoord traf "Harry" vier Mal.

 

Keine guten Erinnerungen: Pokalsieger-Aus 1994

 

Bekanntester Spieler des Teams ist neben Charisteas der langjährige niederländische Nationalstürmer Pierre van Hooijdonk, der mit 37 Jahren zugleich auch der erfahrenste Feyenoord-Akteur ist. Beim letzten und bisher einzigen Aufeinandertreffen mit Werder Bremen war aber auch van Hooijdonk noch nicht dabei. Die Älteren werden sich erinnern: Im Herbst 1994 begegneten sich beide Teams im Achtelfinale des Europapokals der Pokalsieger. Leider mit keinem guten Ausgang für Werder, beide Spiele gingen an Feyenoord (0:1, 3:4).

 

Besonders dramatisch verlief das Rückspiel im Weser-Stadion: Werder führte zunächst 1:0 (Tor: Wladimir Bestchastnykh), geriet aber bis zur 67. Minute mit 2:4 in Rückstand. Unter den Gegentoren befanden sich zwei Foulelfmeter, beide verschuldet von Mario Basler. Basler konnte in der Nachspielzeit zwar noch auf 3:4 verkürzen, doch am Ende stand das bittere Aus.

 

Eine Historie, welche die heutige Werder-Generation indes kaum beschäftigen dürfte. Die Grün-Weißen wollen gegen Feyenoord an ihre gute Leistung aus dem Besiktas-Spiel anknüpfen und mit dem Efes-Cup nebenbei den ersten "Titel" im Jahr 2007 einfahren.

 

von Kevin Kohues

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