Zweite Hälfte zerstört starken Werder-Beginn gegen Fulham

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Profis
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Werder hat sein Testspiel in London mit 1:5 (0:1) gegen den FC Fulham verloren. Nach starker ersten Hälfte und der Führung durch Claudio Pizarro (14.) gaben die Grün-Weißen das Spiel im zweiten Durchgang völlig aus der Hand. Zamora (54.) und der eingewechselte Gora mit einem lupenreinen Hattrick (66., 73., 76.) sowie Johnson (87.) sorgten für den verdienten Sieg der Engländer.

 

Wiese und Mertesacker in der Startelf, Özil auf der Bank

 

Einen Schritt zu spät: Daniel Jensen und der dreifache Torschütze Zoltan Gera

Cheftrainer Thomas Schaaf brachte mit Per Mertesacker und Tim Wiese zwei der vier deutschen WM-Fahrer von Beginn an. Für beide war es der erste Testspieleinsatz der Vorbereitung. Mesut Özil und Marko Marin nahmen wie auch Neuzugang Marko Arnautovic zunächst auf der Bank Platz.

 

Bei stetigem Regen begann Werder sehr schwungsvoll und hätte bereits in der 10.Spielminute durch Hugo Almeida in Führung gehen können. Die Direktabnahme des Portugiesen aus kurzer Distanz konnte der australische Schlussmann des FC Fulham, Mark Schwarzer, aber parieren. Besser machte es sein Sturmpartner Claudio Pizarro vier Minuten später: Hunt schickte Pasanen über links auf die Reise, der flankte in die Mitte, wo Pizarro gekonnt ins linke Eck einschob. Es war der Auftakt für eine ganz starke erste Hälfte der Grün-Weißen, Almeidas gefühlvoller Lupfer über Schwarzer hätte fast das 2:0 bedeutet, der Ball landete aber nur am linken Torpfosten (24.). Die Chancenauswertung blieb das große Manko bei Werder: Erneut Almeida (26.) und Hunt (32.) versäumten es bei ihren Chancen allerdings, für eine klare Halbzeitführung zu sorgen. Unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff musste Thomas Schaaf dann bereits einmal wechseln: Tim Borowski klagte nach einem Zweikamof mit Clint Dempsey über Übelkeit und Kopfschmerzen und wurde so vorsorglich von Mesut Özil abgelöst.

 

Gera braucht für seinen Hattrick nur zehn Minuten

 

Marko Arnautovic konnte sich gegen Fulham nicht in Szene setzen

So gut Werder im ersten Durchgang gespielt hatte, so stark ließen die Grün-Weißen in der zweiten Hälfte nach: Zamora konnte zunächst in der 54. Minute freistehend für die Engländer ausgleichen. Viele Wechsel kennzeichneten das Spiel, und einer der Neuen spielte sich auch gleich ins Rampenlicht: Zoltan Gera, ungarischer Mittelfeldspieler des FC Fulham, sorgte mit einem lupenreinen Hattrick innerhalb von zehn Minuten für eine deutliche 4:1-Führung der Engländer. Werder gelang es nicht mehr, den druckvollen und kombinationssicheren Fußball der ersten 45 Minuten zu zeigen, und kam durch Wagner (81.) und Marin (83.) nur noch zu kleineren Möglichkeiten. Der ebenfalls eingewechselte Eddie Johnson sorgte drei Minuten vor dem Ende mit einem trockenen Rechtsschuss zum 5:1 für den Schlusspunkt in einer Partie, die Werder aufgrund der zweiten Hälfte verdient verlor. Während es die Grün-Weißen in der ersten Halbzeit versäumten, für eine klare Führung zu sorgen, bestraften die Engländer im zweiten Durchgang die Werder-Fehler gnadenlos.

 

Spielbericht von Paul Hüsing