Werder siegt durch späte Treffer mit 2:0 (0:0)

Comeback: Kapitän Torsten Frings stand gegen Belgrad wieder auf dem Platz (Bild: NPH)
Profis
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Nur drei Tage nach der unglücklichen Testspielniederlage gegen Szombathelyi Haladás hat Werder am Dienstagabend seine Partie gegen den serbischen Vertreter FK Rad Belgrad mit 2:0 (0:0) gewonnen.

 

Dabei mussten die Grün-Weißen bis zur 81. Minute warten, ehe sie durch ein Eigentor von Pantic in Führung gingen. Nach dem Doppelschlag zum 2:0 durch Hunt (83.Minute) war die Partie zugunsten der Bremer gelaufen, die zwar zwischenzeitliche Probleme mit dem Gegner hatten, bei vier Aluminiumtreffern das Ergebnis aber auch deutlich klarer hätten gestalten können.

 

Saisondebüts für Jensen, Frings und Marin

 

Rückkehrer mit Pfostentreffer: Werders Daniel Jensen (Bild:NPH)

Nachdem im letztem Jahr Werders Testspiel in Bad Waltersdorf aufgrund von Unwettern abgesagt werden musste, gab es auch 2010 zunächst einige besorgte Gesichter. Heftige Regenfälle und Gewitter waren über die Steiermark gezogen, trotz des Regens konnte das Testspiel gegen die Serbien in diesem Jahr aber angepfiffen werden. Cheftrainer Thomas Schaaf schickte dabei mit Marko Marin, Torsten Frings und Daniel Jensen gleich drei Spieler in ihrem ersten Saisoneinsatz in den Regen. Tim Wiese, Per Mertesacker und Mesut Özil wurden noch nicht eingesetzt, zusammen mit den erkrankten Tim Borowski und Petri Pasanen sowie den angeschlagenen Sebastian Boenisch und Naldo, die allesamt geschont wurden, ergab sich somit eine runderneuerte Startaufstellung: Vor Sebastian Mielitz verteidigten Clemens Fritz, Peter Niemeyer, Sebastian Prödl und Juan Barros, davor bildeten die erwähnten Debütanten zusammen mit Neuzugang Felix Kroos das Mittelfeld. Im Sturm begann Sandro Wagner an der Seite von Claudio Pizarro.

 

Jensen trifft nur den Pfosten

 

Im Gegensatz zum Beginn der Partie gegen Haladás kam Werder gegen die Belgrader deutlich besser ins Spiel. Der für einige Belebung sorgende Marin scheiterte aber ebenso im Abschluss (13.Spielminute) wie Daniel Jensen, der mit einem Freistoß nur den Pfosten traf (16.). Erneut Marin mit einem Freistoß (Danilovic hält, 39.) wie auch Barros nach einer Ecke, dessen Schuss auf der Linie geblockt wurde (41.), verpassten weitere Werder-Möglichkeiten zur Halbzeitführung. Und so mussten sich die Grün-Weißen trotz der Überlegenheit auch bei Sebastian Mielitz bedanken, der gegen Kaludjerovic (29.) und Milan Prso (45.) jeweils bravourös parieren konnte, dass es beim 0:0 zur Pause blieb.

 

Werder stellt zur Halbzeit auf 4-3-3 um

 

Gegen Haladas glänzte Marko Marin noch als Co-Kommentator, nun endlich wieder auf dem Feld

Zur Pause stellte Cheftrainer Thomas Schaaf um: Für Jensen, Frings, Marin und Pizarro kamen Hunt, Bargfrede, Almeida und Arnautovic. Letztere bildeten nun zusammen mit Sandro Wagner den bereits mehrfach in der Vorbereitung erprobten Drei-Mann-Sturm. Im zweiten Durchgang beschränkte sich Rad Belgrad immer stärker auf die Defensive, und das schien von Werder bestraft zu werden: Erst hämmerte Philipp Bargfrede den Ball nach Hunt-Ablage an die Unterkante der Latte (56.), eine Minute später wuchtete Arnautovic das Spielgerät an den linken Pfosten.

 

Nachdem Mielitz einen Delic-Ball mit den Fingerspitzen über das Tor lenken konnte (66.) - eine der wenigen Belgrader Chancen im zweiten Durchgang - wäre Werder im Gegenzug fast durch ein kurioses Eigentor in Führung gegangen: Ein Rückspiel auf Danilovic ließ dieser passieren und so musste der Keeper hinter dem Ball herhechten, damit die Kugel nicht über die Linie ging (70.). In der 81. Minute machte es der eingewechselte Pantic dann aber „besser“: Arnautovic schoss die Kugel quer zur Torauslinie in den Sechzehner, wo der Sekunden vorher ins Spiel gekommene Pantic retten wollte. Doch dabei stellte dieser sich so ungeschickt an, dass er die Kugel voll traf und sie in die eigenen Maschen jagte.

 

Der Bann schien mit dem 1:0 gebrochen: Nur zwei Minuten später nahm Hunt mit einem satten Linksschuss von der rechten Seite aus 25 Metern Maß und versenkte das Leder im linken oberen Dreieck - ein tolles Tor.

So konnte Werder einen verdienten, wenn auch nur unter Anstrengung herausgespielten 2:0-Erfolg feiern. Zum Teil fehlten verständerlichweise Frische und Abstimmung bei den Grün-Weißen, vier Aluminiumtreffer machten aber deutlich, dass Werder den Test auch durchaus höher hätten gewinnen können.

 

Hunt grinst: "Den habe ich voll getroffen"

 

Die Schwierigkeiten der Vorbereitung hob Cheftrainer Thomas Schaaf nach der Partie noch einmal hervor: "Man will weiterkommen, gleichzeitig aber auch Spieler neu an die Mannschaft heranführen. Da kommt es zwangsläufig zu Unterbrechungen. Das ist der Grund, warum es heute nicht so rund gelaufen ist. Ich habe es bereits vorher einmal gesagt: Es kann Wochen oder sogar Monate dauern, bis wir einen einheitlichen Stand für alle Spieler haben." Schaaf betonte aber auch: "Dass wir dennoch gewonnen haben und uns ein Erfolgerlebnis holen konnten, ist sicherlich positiv. Wir waren präsenter als zuletzt in der ersten Halbzeit beim Test in Ungarn. Trotzdem waren das natürlich nicht die Kombinationen und das Spiel, das wir uns erhofft haben."

 

Torschütze Aaron Hunt grinste, als er auf sein Traumtor zum 2:0 angesprochen wurde: "Den habe ich ja ordentlich getroffen. Wäre ja schön, wenn mir das in der Saison noch häufiger gelingt. Wir haben heute verdient gewonnen, uns ordentlich bewegt und mehr gemacht als der Gegner. Das war besser als gegen die Ungarn am Samstag."

 

Von der Partie in Bad Waltersdorf berichtet Paul Hüsing