Werder - Valencia: 2:2 regulär, 4:6 nach Elfmeterschießen

Aaron Hunt kam in der zweiten Halbzeit ins Spiel, konnte jedoch nicht verhindern, dass Werder die Initiative abgab.
Profis
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Werder hat in der Generalprobe vor dem DFB-Pokalspiel bei Union Berlin gegen den FC Valencia in der regulären Spielzeit ein 2:2 erreicht. Erst im Elfmeterschießen behielten die Spanier dann die Oberhand. Hugo Almeida (29.) und Mesut Özil (31., Foulelfmeter) hatten Werder mit einem Doppelschlag in Führung gebracht. Das war verdient, die Bremer waren vor der Pause das aktivere und bessere Team. Nach dem Wechsel wurde allerdings Valencia stärker und glich durch den Doppeltorschützen Zigic (58. und 76.) aus.

 

Cheftrainer Thomas Schaaf änderte wenige Tage vor dem Pflichtspielstart seine Startformation im Vergleich zum Aachen-Spiel auf drei Positionen, statt Boenisch begann Pasanen, Marin sollte neben Özil wirbeln und im Angriff spielte Sanogo neben Almeida. Bei besten äußeren Bedingungen kamen die Bremer prima ins Spiel, Özils Schuss (4.) und Frings‘ Freistoß (5.) hätten schon für die frühe Führung sorgen können, verfehlten aber ihr Ziel. Auch Almeidas Lupfer-Versuch war vielversprechend, missglückte aber (11.).

 

Almeidas 1:0 wurde von Mesut Özil kurz darauf verdoppelt, dennoch reichte der Vorsprung den Bremern nicht zum Sieg. (Bild: NPH)

Überraschender Doppelschlag

 

Die Spanier machten das erste Mal durch Baraja und Banega auf sich aufmerksam: Baraja köpfte nach Flanke von rechts knapp vorbei (12.), Banega verfehlte mit einem Schlenzer das Tor um einen guten Meter (14.). Dann wieder Werder: Cesar musste bei einem schön angeschnibbelten Schuss von Marin alles geben (17.). Sieben Minuten später legte Sanogo für Özil auf, der aber wieder links drüber schoss. Auch wenn sich diese Möglichkeiten ergaben, spielerisch war das Niveau ordentlich, aber mehr auch nicht. So fiel der erste Treffer fast ein wenig überraschend: Naldo verlängerte eine von Frings von der rechten Seite getretene Ecke auf den langen Pfosten, wo Hugo Almeida nur noch den Kopf hinhalten musste – 1:0 (29.).

 

Kurz nach dem Wiederanpfiff herrschte erneut Aufregung: Schiedsrichter Gagelmann verhängte einen berechtigten Elfmeter, nachdem Alexis im Strafraum Marko Marin zu Fall gebracht hatte. Mesut Özil verwandelte sicher und machte den Doppelschlag perfekt (31.). Danach war die erste Halbzeit schon fast erledigt, von beiden Teams kam nichts Entscheidendes mehr. Valencia blieb vieles schuldig, allerdings verdiente sich die nun sehr aufmerksame Bremer Deckung auch ein dickes Lob.

 

Zur Halbzeit ersetzte Aaron Hunt Marko Marin, die Spanier dagegen wechselten gleich auf acht Positionen. Superstar David Villa blieb übrigens auf der Tribüne. Der zweite Anzug saß bei Valencia offensichtlich gut, schon kurz nach Wiederbeginn kam das Team zu Chancen: Jordi Albas Volleyabschluss (50.) sorgte aber nicht für große Gefahr, genau so wie Carletos scharfe Flanke von links (54.). Werder hatte nur einen strammen Schuss von Almeida entgegen zu setzen, der von links an die Toraufhängung knallte (52.). Nicht unverdient kamen die Spanier demnach zum Anschlusstreffer, Zigic verwertete ein Michel-Zuspiel eiskalt ins lange Eck (58.).

 

Einer der Auffälligsten in Halbzeit eins: Marko Marin, der auch den Elfmeter heraus holte. (Bild: NPH)

Klare Verhältnisse im Elfmeterschießen

 

Das Gesamt-Niveau der Partie konnte jedoch mit der ersten Halbzeit nicht mithalten, vor allem Werder verfiel nun in Passivität. Daran änderten auch die fünf Wechsel nach einer Stunde nichts. Nur Sanogo war mal durchgebrochen und hätte allein vor Cesar fast das 3:1 erzielt, der Torwart kam ihm aber einen Schritt zuvor (75.). Im Gegenzug fiel der insgesamt verdiente Ausgleich: Zigic köpfte eine Ecke unbedrängt zum 2:2 ein (76.). Viel Aufregendes bekamen die gut gelaunten Zuschauer bis zum Abpfiff dann nicht mehr zu sehen. Erfreulich aber, dass bei den Bremern Sebastian Prödl nach seiner Virusinfektion in den letzten zehn Minuten erstmals wieder zum Einsatz kam. Nach einer letzten vergebenen Lupfer-Chance durch Joaquin stand fest, dass dieses Duell um den „Sparkasse Emsland Cup“ ins Elfmeterschießen geht.

 

Dort verwandelten die ersten drei Schützen Carleto, Hunt und Jordi Alba, bevor Cesar Philipp Bargfredes Versuch halten konnte. Dann wieder drei Erfolgserlebnisse: Zigic und Joaquin für Valencia, Naldo mit Schmackes für Werder. Leider behielt aber Cesar auch gegen Marcelo Moreno Martins die Oberhand, damit war das Spiel entschieden.

 

Entscheidend nach diesem regulären 2:2 wird sein, dass sich die Bremer in der Vorbereitung auf Union Berlin auf die passable erste Halbzeit stützen und die richtigen Lehren aus der weniger guten zweiten ziehen.

 

aus Meppen berichtet Enrico Bach