Doppelter Tziolis ebnet Werder den Weg zum Erfolg

Werder Bremen besiegte Lech Posen mit 3:2. Den 3:2-Endstand besorgte Claudio Pizarro.
Profis
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Es geht doch! Werder Bremen hat im vierten Testspiel des Jahres endlich den ersten Sieg eingefahren. Nach dem bereits das letzte Spiel sehr unglücklich verloren ging, siegten die Grün-Weißen gegen Lech Posen, den Tabellenführer der polnischen Ekstraklasa, verdient mit 3:2 (2:1). Winterneuzugang Alexandros Tziolis brachte die Grün-Weißen mit einem Doppelschlag in der 24. und 27. Minute zunächst mit 2:0 in Führung. Noch vor dem Pausentee erzielte Lech Posen durch Stilic jedoch den Anschlusstreffer (43.) und nach einer knappen Stunde wiederum durch Stilic sogar den 2:2-Ausgleich. In der 74. Minute machte Claudio Pizarro mit seinem Treffer den 3:2-Erfolg dann doch noch perfekt.

 

Gegen Galatasaray Istanbul gab Tziolis sein Debüt, gegen Lech Posen feierte er seine Tor-Premiere.

Die Startaufstellung der Grün-Weißen wurde im letzten Testspiel vor dem Pflichtspielstart am 28.01.2009 im DFB-Pokal gegen Borussia Dortmund im Gegensatz zum Spiel gegen Besiktas Istanbul noch einmal auf sechs Positionen verändert. Cheftrainer Thomas Schaaf nominierte Stammkeeper Tim Wiese für das Werder-Tor, die Außenpositionen der Viererkette bekleideten Sebastian Boenisch für Clemens Fritz auf der rechten und Dusko Tosic für Petri Pasanen auf der linken Seite und in der Innenverteidigung ersetzte Kapitän Frank Baumann Niklas Andersen. Baumanns angestammte Position im defensiven Mittelfeld nahm Torsten Frings ein, Neuzugang Tziolis rückte auf die halbrechte Position der Raute, und im Sturm begann das Duo Pizarro/Sanogo für Rosenberg und Almeida.

 

Neuzugang bringt Werder in Führung

 

Bei dichtem Nebel begann das Spiel zunächst sehr ausgeglichen. Der ersten kleineren Möglichkeit für die Polen in der achten Minute durch den auffälligen Lewandowski, folgte nur drei Minuten später auch das erste echte Lebenszeichen der Grün-Weißen. Boubacar Sanogo konnte eine Doppelchance aber nicht verwerten. In der 19. Minute gab es dann die erste hochkarätige Möglichkeit der Begegnung: Tim Wiese spielte den Ball genau in die Beine von Posen-Stürmer Rengifo, der dieses Geschenk aber nicht annehmen konnte und aus acht Metern nur das Außennetz traf. Doch wieder nur wenige Minuten später folgte der große Auftritt von Winterneuzugang Alexandros Tziolis, der Werder durch einen Doppelschlag mit 2:0 in Führung brachte. Zunächst war der Grieche nach einer Özil-Flanke per Kopf zur Stelle (24.), ehe er in der 27. Minute mit einem trockenen Schuss aus 17 Metern auch noch auf 2:0 erhöhte.

 

Dicker Nebel hüllte das Amica-Stadion in Wronki ein, doch Werder behielt den Überblick.

In diesen Minuten hatte Werder die stärkste Phase des ersten Durchgangs. Die Grün-Weißen machten Druck, erspielten sich Chancen und dominierten weitestgehend das Spielgeschehen. Dass die Führung in der Folge nicht weiter ausgebaut wurde lag daran, dass zuerst Sanogo in der 28. Minute eine erneute Einschussgelegenheit vergab, als er nach einer Flanke von Tosic aus kurzer Distanz über das Tor zielte, und daran, dass Pizarro binnen drei Minuten gleich zwei gute Einschussgelegenheiten ungenutzt ließ: In der 36. Minute hatten die Polen zunächst Glück, dass ein Kopfball des Peruaners das Gehäuse um wenige Zentimeter verfehlte, anschließend zielte der Werder-Stürmer aus elf Metern unbedrängt etwas zu hoch. Auf der Gegenseite war auch das Werder-Tor noch einmal in Gefahr. Tim Wiese hatte aber aufgepasst und konnte einen Steilpass auf Rengifo abfangen und die Situation bereinigen. In der 43. Minute war dann aber auch Wiese machtlos, als die Grün-Weißen doch noch den Anschlusstreffer kassierten. Werder verlor den Ball in der Vorwärtsbewegung. Arboleda flankte in die Mitte, wo Stilic völlig freistehend zum 1:2 einnetzen konnte.

 

Überraschender Ausgleich, Siegtor durch Pizarro

 

Nach dem Seitenwechsel nahmen die Bremer das Zepter zwar wieder in die Hand und kamen weiterhin zu guten Gelegenheiten, der Treffer fiel aber zunächst auf der Gegenseite. In der 58. Minute erzielte wiederum Stilic nach Vorarbeit von Lewandowski überraschend das 2:2. Werder steckte aber nicht auf. Im Gegenteil. Man merkte den Grün-Weißen den unbedingten Siegeswillen in der Folge sehr deutlich an.

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Lech Posen stand im zweiten Durchgang in der Defensive zwar sicherer als in Durchgang eins, die Grün-Weißen kamen aber dennoch zu einigen Chancen. Der eingewechselte Almeida scheiterte zwar in der 65. Minute noch an Torwart Kotorowski, sein Sturmpartner Pizarro machte es neun Minuten später aber besser und traf zum 3:2-Endstand. In der Schlussphase spielte sich das Geschehen weitestgehend im Mittelfeld ab. Werder kämpfte und ließ keine nennenswerten Gelegenheiten mehr zu.

 

Nach fast fünfminütiger Nachspielzeit pfiff Schiedsrichter Lyczmanski die Begegnung schließlich ab und Werder durfte sich über einen insgesamt verdienten ersten Erfolg im Jahr 2009 freuen.

 

von Dominik Kupilas