3:0 gegen Netanya: "Rosi" und Hugo melden sich zurück

Wucht, die zeichnet Hugo Almeida von jeher aus – mit diesem Kopfball bereitete er sich das 2:0 vor. (Bild: NPH)
Profis
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Lange mussten sie sich gedulden, doch beim zu keiner Zeit gefährdeten 3:0-Sieg über Maccabi Netanya in Schruns liefen erstmals wieder Markus Rosenberg und Hugo Almeida gemeinsam als Sturmpaar auf den Rasen. Und keine halbe Stunde war gegen den israelischen Vize-Meister Maccabi Netanya gespielt, da hatten beide bereits für die Vorentscheidung gesorgt. Erst brachte Schwedens Internationaler Markus Rosenberg die Grün-Weißen mit einem sehenswerten Schlenzer in Führung (16.), dann legte Hugo Almeida mit einem Abstauber in der 25. Minute nach. Den frühen Schlusspunkt setzte Daniel Jensens Elfmeter-Treffer im zweiten Anlauf per Lupfer in die obere Tormitte (35.).

 

Die ersten Minuten des Spiels gehörten Netanya. Alain Masudi hatte mit einem Kopfball in der 4. Minute die erste Gelegenheit des Spiels, der Ball strich allerdings über den von Christian Vander gehüteten Kasten. Anschließend übernahm aber Werder das Kommando und sollte es bis zum

So schaute Markus Rosenberg seinem Schuss hinterher, der in diesem Moment im rechten Eck zum 1:0 landete. (Bild: NPH)

Schluss nicht mehr abgeben. Aaron Hunt gab in der 10. Minute aus 18 Metern den ersten Torschuss für seine Farben ab – der Ball flog flach rechts am Tor vorbei. Drei Minuten später wurde Peter Niemeyer nach einem Freistoß von Daniel Jensen im Strafraum umgerissen, Schiedsrichter Mario Strudl fand das aber nicht elfmeterwürdig. Nun gut, Werder erarbeitete sich die Führung trotzig aus dem Spiel heraus. Ein feiner Pass von Jurica Vranjes schickte Markus Rosenberg in den Sechzehner, der Schwede schloss wie gegen Saloniki überlegt ab: Diesmal traf er mit dem rechten Fuß per Schlenzer ins rechte Eck (16.).

 

Ein Gewitter und zwei weitere Werder-Blitze

 

Ein üppiger Gewitterschauer sorgte plötzlich für veränderte Bedingungen, auf dem nun schwieriger zu bespielenden Untergrund geriet vieles zu Stückwerk. Bis zur 25. Minute: Petri Pasanen flankte aus dem rechten Halbfeld, am Elfmeterpunkt schraubte sich Hugo Almeida nach oben und köpfte kraftvoll. Maccabi-Torwart Liran Strauber konnte den Ball zwar noch vor der Linie abwehren, mit dem Nachschuss hatte Werders Portugiese dann aber keine Mühe mehr – 2:0. Von Maccabi war nun überhaupt nichts mehr zu sehen, seltene Vorstöße verebbten in Ballverlusten und Fehlpässen. Doch auch Werder blieb, bei aller Überlegenheit, hinter dem gegen Saloniki gezeigten Niveau zurück. Zu selten wurde genug Phantasie entwickelt, um die in der Rückwärtsbewegung von Dreier- zu Fünferkette mutierende Abwehr der Israelis zu überwinden.

 

Nach einer guten halben Stunde endlich mal wieder eine gute Kombination: Vranjes lupfte zu Hugo Almeida, dessen Volley-Versuch in einer Kerze endete. Beim Versuch, diese mit dem Kopf zu erreichen, wurde Vranjes im Strafraum umgestoßen. Logische Konsequenz: Elfmeter. Im zweiten Versuch verwandelte Daniel Jensen den per Lupfer (35). Den ersten hatte Keeper Strauber zwar parieren können, doch beim Schuss hatten schon zwei Israelis neben Jensen gestanden.

 

Ereignisarme zweite Halbzeit

 

In der Pause wechselte Thomas Schaaf sechs Mal, unter anderem kam Boubacar Sanogo zu seinem ersten Testspiel-Einsatz der Saison. Die

Gewagt, aber schön: Daniel Jensens Elfmeter-Lupfer unter die Latte zum 3:0. (Bild: NPH)

sowieso schon überschaubare Qualität des Spiels ließ weiter nach. Sanogo vereinte der Einfachheit halber alle Werder-Möglichkeiten des zweiten Durchgangs auf sich. Er scheiterte aber mit einem Kopfball (51.), nach schönem Durchstecker von Baumann allein vor Strauber (61.), bei einem Solo in den Strafraum (84.) und mit einem Drehschuss aus der Bedrängnis, den ihm Prödl aufgelegt hatte (89.). Auch die kleinen Nadelstiche Maccabis blieben ergebnislos: Masudis Flugkopfball (64.), sein Flachschuss von der Strafraumgrenze (78.) und ein weiterer Flachschuss von Awudu Okocha (90.) wurden sichere Beute von Vander. Viel mehr als das, und dass bei Werder vor allem Jurica Vranjes und Niklas Andersen mit couragierten Auftritten für Aufmerksamkeit sorgten, muss man über diese zweite Halbzeit nicht wissen.

 

Werder Bremen gewinnt gegen Maccabi Netanya mit 3:0. Im nächsten Testspiel am Montag, 28.07.2008, wartet ab 20 Uhr mit dem FC St. Gallen sicher ein härterer Prüfstein.

 

von Enrico Bach, Maximilian Hendel und Michael Rudolph