1:3 gegen 1860: Noch viel zu tun für "platte" Werderaner

Tim Borowski (links) und Ivan Klasnic nehmen Münchens Marcel Schäfer in die "Zange".
Profis
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Werder Bremen hat am Montagabend das zweite Testspiel in Folge verloren. In Imst (Österreich) unterlag die Mannschaft von Cheftrainer Thomas Schaaf dem Zweitligisten TSV 1860 München mit 1:3 (1:1). Bei Nieselregen im kleinen Imster Gurgeltalstadion erwischten die Werderaner den besseren Start. Die Bremer, die im Vergleich zum Cottbus-Spiel mit sieben Änderungen, darunter die Nationalspieler Torsten Frings, Patrick Owomoyela, Tim Borowski und Miro Klose, ins Spiel gingen, waren im ersten Durchgang die spielerisch bessere und über weite Strecken aktivere Mannschaft.

 

Schon nach zwölf Minuten fiel das Führungstor: Tim Borowski konnte von der rechten Seite unbedrängt flanken, Miro Klose stieg schulmäßig in die Luft und köpfte ins rechte untere Toreck – 1860-Keeper Michael Hofmann hatte keine Chance. Doch die Freude über "Miros" erstes Tor der neuen Saison währte nur kurz. Vier Minuten später verwertete Paul Agostino auf der Gegenseite eine scharfe Hereingabe des jungen Marcel Schäfer zum Ausgleich. Agostino, der seitlich zum Tor stand, drehte sich blitzschnell und schoss, bevor Petri Pasanen noch eingreifen konnte, Tim Wiese im orangefarbenen Werder-Torwartdress war machtlos.

 

Frings bei "Lattenknaller" im Pech

 

Kurze Zeit später zappelte der Ball zwar wieder im "Löwen"-Netz, doch der österreichische Schiedsrichter Konrad Plautz verweigerte dem Treffer von "Jo" Micoud die Anerkennung. Zu Recht, denn der Franzose stand beim Zuspiel von Klose wohl knapp im Abseits. Es folgte das erste Ausrufezeichen von Rückkehrer Torsten Frings, der den Ball aus gut 20 Metern volley an die Latte knallte – Pech für "Lutscher" und für Werder (23.). Im weiteren Verlauf der ersten Hälfte zeigte Werder zwar einige ansehnliche Kombinationen, doch wenig Zwingendes. Lediglich einmal musste 1860-Torwart Hofmann vor der Pause noch eingreifen, als er einen Distanzschuss von Christian Schulz hielt (42.). Die "Löwen" blieben ihrerseits bei Kontern und Standardsituationen gefährlich und hatten in Michael Reisinger noch eine gute Kopfballchance (44.).

 

Nach dem Wechsel wirkten die Bremer dann oft müde, unkonzentriert im Spielaufbau und erspielten sich nur noch wenige Torchancen. Ivan Klasnic verzog zweimal aus aussichtsreicher Position verzog, Kloses Schlenzer strich knapp am gegnerischen Tor vorbei (66.). Die Abwehr präsentierte sich noch nicht sattelfest, was Tim Wiese mehrmals die Gelegenheit bot sich auszuzeichnen. Erst lenkte er eine "Bogenlampe" von Patrick Milchraum - allerdings eher unfreiwillig - an den Pfosten (49.), dann klärte Wiese nach schönem Pass des eingewechselten Emmanuel Krontiris erneut gegen Milchraum, der allein auf ihn zugestürmt war (58.).

 

Krontiris wird zum "Matchwinner"

 

Beim 1:2 war Werders Schlussmann aber machtlos: Krontiris passte auf den Ex-Schalker Fabian Lamotte, der setzte sich gegen Werder-Kapitän Frank Baumann durch und schloss souverän ab (69.). Zehn Minuten später schwang Krontiris sich dann endgültig zum "Matchwinner" der Münchener auf. Pekka Lagerblom wollte einen Pass des Serben Nemanja Vucicevic abwehren, doch unglücklicherweise landete der Ball genau vor den Füßen von Krontiris. Leichtfüßig umkurvte der 1860-Stürmer Tim Wiese und schob zum vorentscheidenden 3:1 ein.

 

Werder war an diesem Montagabend zu "platt", um noch einmal ins Spiel zurückzukommen.

 

von Kevin Kohues