Werder verliert mit 1:5 gegen Trier

Profis
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Werder Bremen musste zum Auftakt der Testspiel-Reihe in Belek eine deftige Niederlage hinnehmen. Die Bremer verloren am Samstagnachmittag mit 1:5 (0:3) gegen den Zweitligisten Eintracht Trier. Gustavo Nery erzielte für die Werderaner in den Schlussminuten den einzigen Treffer. Über die gesamte Spielzeit fand der deutsche Meister nie richtig in die Partie. „Man darf gegen diesen Gegner, auch wenn sie in der Vorbereitung weiter sind als wir, keine fünf Tore bekommen. Schon gar nicht auf diese Art und Weise. Es waren ja praktisch zwei Eigentore dabei. Das, was wir speziell in dieser Partie umsetzen wollten, die Kompaktheit in der Defensive, ist völlig daneben gegangen“, sagte Cheftrainer Thomas Schaaf, der, wie zuvor abgesprochen, nach dem Schlusspfiff sofort mit den Akteuren, die nicht zum Einsatz kamen, auf dem Trainingsgelände am Mannschaftshotel eine Übungseinheit absolvierte.

 

Ganz anders präsentierten sich dagegen die Trierer, die insgesamt lebhafter und spritziger wirkten, wie auch Eintracht-Trainer Paul Linz ein wenig stolz feststellte: „Wir haben heute wirklich sehr gut gespielt. In der Anfangsphase haben wir aber auch von den Abwehrfehlern der Bremer profitiert. Danach sind wir aber mutig geworden und haben gesehen, dass wir hier heute etwas erreichen können. Doch man muss auch berücksichtigen, dass wir von Beginn an mit unserer Top-Mannschaft gespielt haben und Werder mit einer Formation aufgelaufen ist, die noch nie so zusammengespielt hat.“ Cheftrainer Thomas Schaaf erklärte seine Startformation: "Wir haben bewußt ein Team mit jungen Spielern wie Francis Banecki oder Marco Stier gewählt, bei denen wir ebenso sehen wollten, wie weit sie sind, wie auch bei den Spielern, die lange verletzt und ohne Spielpraxis waren. Dazu zählen Nery, Davala, Fahrenhorst und Lagerblom. Das kann aber keine Entschuldigung sein. Bei uns haben heute grundlegende Dinge, wie zum Beispiel die nötige Aggressivität gefehlt, wir haben uns einfach nicht gewehrt.“

 

Drei Gegentreffer in der ersten Viertelstunde

 

Die ersten 15 Minuten Werder-Fußball im Jahr 2005 waren eine schwarze Viertelstunde. Bereits in der dritten Spielminute gerieten die Werderaner in Rückstand. Nach einer Ecke von Racanel köpfte der in der Winterpause von Arminia Bielefeld zu Trier gewechselte Mario Maric völlig unbedrängt zur Führung für Trier ein.

 

In der Folge setzte Trier die Werder-Defensive ständig unter Druck. Durch schnelle Kombinationen und Diagonalspiel kam es immer wieder zu brenzligen Situation im Bremer Strafraum. Schon nach sechs Minuten hätte es nach einem Abstauber von Maric 0:2 heißen müssen. Doch das türkische Schiedsrichtergespann gab den Treffer überraschend wegen vermeintlicher Abseitsstellung nicht.

 

Dafür lag der Ball dann kurze Zeit später im Werder-Tor. Matthias Keller hatte von der rechten Seite flach in die Mitte gepasst. Petri Pasanens Rückpass auf Pascal Borel war so missraten, dass der Ball am Bremer Keeper vorbei ins Tor rollte(11.).

 

Magnin vergibt gute Gelegenheit

 

Möglichkeiten für die Bremer waren bis zu diesem Zeitpunkt Fehlanzeige. Anders auf der Trierer Seite. Nach 13 Minuten hieß es erneut: Tor für Trier. Als Ümit Davala einen Ball im Bremer Strafraum vom Fuß springen ließ, hatte Nico Patschinsky keine Mühe flach ins untere linke Eck einzuschieben.

 

Es dauerte eine Viertelstunde lang, bis Werder zum ersten Mal gefährlich vor dem Tor von Eintracht-Torwart Kresic auftauchte. Doch der Trierer Schlussmann parierte den Schuss von Ludovic Magnin aus halblinker Position. Aus dieser Möglichkeit hätte der Schweizer mehr machen können.

 

Bevor die Bremer endlich feldüberlegen werden, startete Trier eine sehenswerte Kombination. Patschinsky legte quer auf Racanel, der jedoch zum Bremer Glück bei dieser hundertprozentigen Gelegenheit nur den Pfosten traf(18.). Bis zu dieser Phase hatte der Zweitligist mit geschicktem Spiel Werders Defensivformation um den in dieser Partie mit der Kapitänsbinde aufgelaufenen Frank Fahrenhorst immer wieder ausgehebelt. Den Trierern merkte man an, dass sie sich bereits seit Dienstag im Trainingslager in der Türkei befinden. Sie wirkten griffiger in den Zweikämpfen und viel gefährlicher in ihrem Angriffsspiel.

 

Tore Nummer vier und fünf für Trier

 

Die Bremer hatten keine Mittel und auch nicht den Esprit, um auf diesen überraschenden Rückstand zu reagieren. Erst gegen Ende der ersten Halbzeit gab es noch einmal eine Chance. Wenige Minuten vor dem Pausenpfiff passte Gustavo Nery einen Ball wunderbar in den Lauf von Nelson Valdez. Doch der Paraguayer schoss aus spitzem Winkel links vorbei(42.).

 

Für die Bremer betrat nach der Pause Stammstürmer Ivan Klasnic für Marco Stier den Platz, der wegen Oberschenkelproblemen ausgewechselt werden musste. Die erste Chance hatte für die Werderaner jedoch der agile Nelson Valdez, der nach einer schönen Einzelleistung mit seinem Schuss aus 18 Metern den eingewechselten Schlussmann Ischdonat prüfte (52.). Wenig später zog Ivan Klasnic mit der Kugel los und schoss aus 18 Metern mit links einfach mal Richtung Trierer Gehäuse. Doch der Ball ging am rechten Pfosten vorbei (57.).

 

Ehe Werder aber noch einmal mit einem Tor in die Partie zurückfinden konnte, gelang dem Zweitligisten der vierte Treffer. Die Bremer Hintermannschaft sah bei einem langen Pass nicht gut aus, der Ball landete im Lauf von Nico Patschinsky, der sich allein in Richtung Pascal Borel aufmachte und vom Bremer Keeper im Strafraum gefoult wurde. Ohne zu zögern deutete Schiedsrichterin Azize Arslan auf den Punkt. Harry Koch verwandelte sicher (63.).

 

Ivan Klasnic muss verletzungsbedingt raus

 

Das Bremer Spiel wurde auch in der Folgezeit nicht besser, auch wenn Gustavo Nery nach einer zu kurzen Kopfballabwehr der Eintracht knapp links am Tor vorbeischoss(65.).

 

In der 72. Spielminute klingelte es erneut im Bremer Kasten: Dieses Mal nach einem Freistoß, den der eingewechselte Thomas Reis aus halbrechter Position am Strafraumeck mit links über die unglücklich postierte Mauer zirkelte. Schlussmann Pascal Borel kam nicht mehr an den Ball heran.

 

Doch für die Bremer kam es noch schlimmer. Ivan Klasnic fiel nach einem Zweikampf in der Luft unglücklich und musste mit Verdacht auf eine Beckenprellung ausgewechselt werden. Für den Kroaten betrat Miroslav Klose den Platz.

 

Werders einziger Treffer der Partie passte dann zum Spielverlauf. Miroslav Klose lief auf einen Trierer Abwehrspieler auf, der danach schmerzhaft zu Boden ging. Das Spielgerät trudelte inzwischen in den Strafraum des Zweitligisten. In fester Erwartung eines Freistoßpfiffes hob Triers Igor Budisa den Ball vorsorglich schon einmal auf. Doch die Unparteiische sah wie so oft die Situation etwas anders und entschied kurioserweise auf Handspiel und Elfmeter für Werder. Gustavo Nery verwandelte unhaltbar gegen Keeper Ischdonat (82.). Bremen hatte danach nur noch eine gute Szene. Gustavo Nery verfehlte nach einem Doppelpass mit Pekka Lagerblom das Tor nur knapp (85.).

 

von Tino Polster und Norman Ibenthal

 

Werder Bremen: Borel - Davala, Fahrenhorst, Pasanen, Magnin - Lagerblom, Banecki, Jensen, Nery - Valdez, Stier (46. Klasnic (79. Klose)).

 

Eintracht Trier: Kresic (46. Ischdonat) - Marell (70. Dingels), Koch (66. Pelzer), Mamic (66. Latinovic), Budisa - Keller (66. Robben), Drageljevic 70. Reis), Pekovic (66. Schulz), Racanel (49. Klasen), - Maric (66. Radtke), Patschinsky (66. Siradze)

 

Tore: 0:1 M. Maric (3.), 0:2 Pasanen (11. ET), 0:3 Patschinsky (13.), 0:4 Koch (63. Elfmeter), 0:5 Reis (72.), 1:5 Nery (82. Elfmeter)

 

Gelbe Karte: Nery (Werder)

 

Schiedsrichterin: Azize Arslan

 

 

 

 

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