Trotz Personalumstellungen wollen beide Teams stürmen

Die Bremer trainierten am Abend im Estadio San Mamés in Bilbao.
Profis
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Mit großer Spannung hatte das Baskenland das Duell der beiden Ausnahmestürmer Fernando Llorente und Claudio Pizarro erwartet, doch schon am Dienstagmorgen machte Bilbaos Trainer Joaquin Caparros den Fans einen Strich durch die Rechnung. Er meldete seinen Stürmer mit Rückenschmerzen ab und nannte gleich noch vier Profis, die am Mittwoch nicht zur Verfügung stehen werden. Iraola (Grippe), Gurpegi, Castillo und Koikili (alle verletzt) werden nicht mitwirken können. Sein Bremer Kollege Thomas Schaaf muss nicht ganz so viele Rückschläge verkraften, deutete aber schon an, dass die Werder-Mannschaft gegen Bilbao auch unter Berücksichtigung des Nordderbys am Sonntag zusammengestellt wird.

 

Ihre Ansprüche an die Partie schrauben beide Trainer dennoch nicht zurück. Im Gegenteil, sie schließen sogar ein Offensiv-Feuerwerk nicht aus.

Thomas Schaaf äußerte sich zur bevorstehenden Europa League Partie gegen Bilbao.

„Dieses Spiel hat doch eine sehr positive Vorgeschichte. Beide Mannschaften sind schon qualifiziert, beide Mannshaften laufen mit einem positiven Gefühl auf. Bilbao will hier vor eigenem Publikum nach vorne spielen und auch unser Spiel ist durch unsere Offensive gekennzeichnet", betonte Cheftrainer Thomas Schaaf.

 

Die Worte Schaafs werden von seinem spanischen Kollegen bestätigt: „Mit Werder tritt hier eines der besten Teams in Europa auf, aber für uns ist dies eine gute Gelegenheit, um in Europa weiter zu wachsen. Wir haben den Sieg im Auge“, so Capparós, der trotz der Niederlage in Bremen Selbstvertrauen aus der Partie schöpft. „Wir haben dort schon ein gutes Niveau gezeigt und hier zu Hause sind wir ein viel unangenehmerer Gegner, weil wir hier stärker sind.“ Kapitän Joseba Etxeberria setzte ebenfalls auf die Fans: „Wir alle erleben gerade eine sehr schöne Zeit, sowohl in Europa als auch in der Liga. Gemeinsam mit unseren Fans sind wir ein starke Einheit, die man erst einmal schlagen muss.“

 

Claudio Pizarro will mit Werder den Gruppensieg am Mittwoch perfekt machen.

In Bremen haben sie die Herausforderung verstanden und halten dagegen. Claudio Pizarro, der erneut auf einen Einsatz hofft, dazu: „Bilbao wird hier richtig nach vorn stürmen, aber auch wir sind eine offensive Mannschaft, wir werden dagegen halten und die Partie mitgestalten.“ Dass es nicht zum Duell mit Llorente kommt, stört den Peruaner nicht. Er weiß, dass der Gegner auch andere starke Akteure in seinen Reihen hat: „Dass Llorente vielleicht nicht spielen kann, habe ich schon gehört, aber sie haben ja zum Beispiel auch noch den jungen Muniain, den wir schon im Hinspiel erleben durften. Er ist ein Talent mit ganz großem Potenzial. Ihn müssen wir in Schach halten.“

 

Auf die Breite des Athletic-Kaders hatte auch Thomas Schaaf schon hingewiesen. „Dass ihnen morgen ein paar Spieler fehlen werden, ist nichts Neues für sie. Mein Kollege hat in dieser Saison fast nie zwei Mal die gleiche Mannschaft aufgestellt. Aus unseren Beobachtungen wissen wir, dass sie viele Alternativen haben. Aber wir sind gut informiert, was jeden einzelnen Spieler angeht. Wir werden von der Aufstellung morgen nicht überrascht sein.“

 

aus Bilbao berichtet Michael Rudolph