Schaaf: "Kein Zeitpunkt für Experimente"

Profis
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Während sich das Augenmerk in Bremen auf das "Spiel des Jahres" der Werder-Amateure gegen den FC Bayern München richtet, treten die Profis zur gleichen Zeit (Samstag, 31.8.2002, 15.30 Uhr) in der ersten DFB-Pokal-Runde beim Eisenhüttenstädter FC Stahl an.

Cheftrainer Thomas Schaaf ließ am Donnerstag keine Zweifel über den Stellenwert des DFB-Pokals aufkommen und richtete deutliche Worte an seine Mannschaft: "Der Pokal ist ein sehr wichtiger Wettbewerb für uns. Wir wollen unbedingt in die nächste Runde einziehen." Der Coach weiß aus eigener Erfahrung, wie seine Mannschaft für das vermeintlich undankbare Aufeinandertreffen mit dem Außenseiter zu motivieren ist: "Wer die Stimmung beim Endspiel in Berlin kennt, der wird alles dafür tun, um im Olympiastadion dabei zu sein. Das versuche ich meinen Spielern zu vermitteln." Doch schon die erste Hürde hat es in sich. In Eisenhüttenstadt (derzeit Tabellen-Zwölfter der Oberliga Nordost-Nord) bereiten sich alle auf ihr "Spiel des Jahres" vor. Thomas Schaaf hat in den vergangenen Tagen die Beobachtungen der Punktspiele des Gegners ausgewertet und erwartet "eine kompakte und kampfstarke Mannschaft, die sehr geschlossen auftritt". Trotz des Klassenunterschieds besteht für den SV Werder kein Grund, den FC Stahl zu unterschätzen. "Es ist keine leichte Aufgabe für uns", warnte Schaaf und forderte: "Wir müssen sehr diszipliniert und konzentriert zur Sache gehen."

Schaaf fordert Kampf und Leidenschaft

Eine Pokal-Pleite wie in der vergangenen Saison beim Regionalligisten KFC Uerdingen wollen die Grün-Weißen nicht so schnell wieder erleben. "Natürlich sind wir der große Favorit. Beim Spiel gegen einen Viertligisten ist das selbstverständlich", machte Schaaf deutlich, der die immer wieder auftretenden Pokalüberraschungen so interpretiert: "Als Bundesligist muss man dem vermeintlichen Außenseiter den gleichen Kampf und Einsatz, die gleiche Leidenschaft und Begeisterung entgegensetzen, die sie in diesem besonderen Spiel in die Waagschale werfen", weiß Schaaf. "Sollte uns dies gelingen, so können wir auch unsere zweifellos vorhandene Überlegenheit im fußballerischen Bereich ausspielen."

Krstajic kann spielen

Planen kann der SV Werder wieder mit dem zuletzt angeschlagenen Mladen Krstajic. "Er hatte zwar muskuläre Probleme, hat aber wieder voll mittrainiert und bereits am Mittwoch seine Einsatzfähigkeit signalisiert", stellte Schaaf erleichtert fest. Damit stehen neben den Langzeitverletzten Manuel Friedrich (Kreuzbandriss) und Ivica Banovic (Schulter-OP) nur Mike Barten (Knieprobleme) und Stefan Blank nicht zur Verfügung. "Wir werden unsere stärkste Mannschaft ins Spiel schicken", machte Werders Coach klar. "Es gibt keinen Grund zu experimentieren." Der Vermutung, dass am Samstag drei nominelle Angreifer auflaufen, erteilte Schaaf eine Absage.

Stichwort Angriff: Eisenhüttenstadt wird vermutlich zunächst auf seinen Torjäger der vergangenen Saison Fadeev (13 Treffer) verzichten. "Er ist offensichtlich nicht ganz fit und kam zuletzt immer erst in der Schlussphase zum Einsatz", hat Schaaf beobachtet. Nicht nur deshalb sei damit zu rechnen, dass der Oberligist zunächst eher abwartend agieren werde, so Schaaf. Dennoch sei der SV Werder auf einen heißen Kampf eingestellt. Und den will das Team annehmen, denn eine negative Pokalüberraschung wie in der vergangenen Saison wollen die Grün-Weißen unbedingt vermeiden.

Martin Lange