Fußballfest: In Dubai verabredet, morgen wird eingelöst

Einst in Dubai an einem Tisch, nun bei der PK in Berlin vereint: Werders Klaus Allofs und Thomas Schaaf neben Trainer Louis van Gaal und Christian Nerlinger (Bayern München)
Profis
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

In einem kleinen TV-Studio in Dubai saßen sie zusammen und unterhielten sich über die kommenden Monate. Die Bayern mit ihrem Trainer Louis van Gaal und Manager Christian Nerlinger und Werders Klaus Allofs und Thomas Schaaf scherzten über den Ausgang der Saison und auch über das Pokalfinale. „Damals haben wir uns versprochen, dass wir uns in Berlin wieder sehen und ich bin sehr froh, dass jetzt Werder unser Gegner ist. Das wird ein tolles Spiel“, verriet der Holländer, der sich sichtlich auf sein erstes Pokalfinale in Berlin freut. „Mein Co-Trainer Hermann Gerland hat mir von der unglaublichen Stimmung erzählt. Ich bin zwar in Holland und Spanien schon Pokalsieger geworden, aber in Deutschland hat dieser Wettbewerb wohl einen höheren Stellenwert.“

 

"Teams spielen einfach um den Titel": Werder-Geschäftsführer Klaus Allofs

Wie groß der Stellenwert für die Werder-Fans ist, hat der holländische Trainer bereits erfahren müssen. „Ich bin hier in Berlin gelandet und dachte, es wäre Bremen. Es war alles grün“, berichtete er, wurde aber von DFB-Medienmann Stephan Brause darauf aufmerksam gemacht, dass es auch daran liegen könnte, dass die Farben des DFB ebenfalls grün sind. Für die Motiavtion der Bayern ist das egal. „Wir haben uns die Chance auf das Triple erarbeitet und jetzt wollen wir auch die anderen beiden Titel noch holen. Nach unserer Meisterfeier sind nun alle Spieler wieder voll konzentriert. Wir können aus einer guten eine sehr gute Saison machen“, versprach Christian Nerlinger.

 

Auch bei den Werderanern ist die Titellust groß. „Wenn das mit der Verabredung in Dubai immer so gut klappt, dann treffen wir uns jetzt jedes Jahr dort“, sagte Thomas Schaaf und merkte selbstbewusst an: „Wir sind hier in Berlin die Gastgeber, da ist das schon in Ordnung, dass alles ein bisschen grüner ist.“ Seine Mannschaft sieht der Bremer Coach gerüstet für ein starkes Endspiel. „Das Team hat zuletzt Fahrt aufgenommen und da wollen wir jetzt weitermachen. Wir haben personell alle an Bord, jeder von ihnen ist fit, wir haben die Qual der Wahl.“ Dass Werder sehenswert spielen wird, egal wer in der Startaufstellung steht, steht für Schaaf fest, der einen kleinen Seitenhieb auf die Bayern verteilte, in dem er anmerkte: „Schön, dass wir mit den Bayern jetzt Konkurrenz in Sachen attraktiven Fußball bekommen haben. Das ist gut für die ganze Liga.“

 

Die beiden Finaltrainer Thomas Schaaf und Louis van Gaal vor dem Endpspiel

Dass dieses Hochspannungsfinale weltweit für Aufmerksamkeit sorgt, belegen die Zahlen. Allein 150 Länder übertragen das Duell der beiden Torfabriken live. Klaus Allofs sieht beste Voraussetzungen, dass diese Fußball-Massen nicht enttäuscht sein werden. „Letztes Jahr ging es für beide Finalisten um die letzte Chance international zu spielen, dieser Druck kann auch lähmen. Diesmal haben beide schon ihr Soll erfüllt und spielen einfach nur um den Titel. Schön, dass wir auf diese Art und Weise den deutschen Fußball bekannter machen können, nachdem wir daran auch schon in Dubai gemeinsam gearbeitet haben.“ Bayern-Coach Louis van Gaal sieht es genau so. „Sport verbindet, die Bayern und Werder und auch andere haben die Chance, anderen viel Freude zu bereiten.“ Daran werden morgen beide Teams arbeiten.

 

aus Berlin berichten Michael Rudolph, Dominik Kupilas und Paul Hüsing