Schaaf will Team mit Herzblut und Euphorie mitreißen

An der DFB-Pressekonferenz vor dem Endspiel nahmen sowohl die beiden Cheftrainer Thomas Schaaf und Bruno Labbadia, als auch die beiden Mannschaftskapitäne Frank Baumann und Simon Rolfes teil.
Profis
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Euphorisch, voller Spannung und alle vorhandenen Kraftreserven im Gepäck reisten die Werderaner am Freitagvormittag in die Hauptstadt Berlin zum letzten Saisonhöhepunkt: Dem DFB-Pokal-Finale. Ein Spiel, über das Cheftrainer Thomas Schaaf seinem Team in den vergangenen Tagen mit besonders viel Herzblut vorgeschwärmt hat, wie er beim Anflug auf Berlin verriet. "Dieses Finale erreicht nicht jeder, aber wir haben es erstaunlicherweise schon oft geschafft. Es ist etwas ganz besonderes. Darüber habe ich mit allen eindringlich gesprochen. Es wird ein Erlebnis, das kein Spieler so schnell vergessen wird. Gänsehaut ist garantiert, so der Bremer Coach, der bereits zum achten Mal als Trainer oder Spieler an diesem Entscheidungsspiel im Olympiastadion teilnimmt und gar nicht genug bekommen kann.

 

Trotz der großen Bedeutung des Finals in Berlin, präsentierte sich Thomas Schaaf im Vorfeld gelöst.

Schon in den Tagen zuvor herrscht diese außerordentliche Euphorie bei den Fans, die sich bis zum Anpfiff mit jeder Stunde steigert. Alle Fans kommen mit einer sehr positiven Grundstimmung in die Stadt, im Stadion sind sie unheimlich laut, begeisternd und mitreißend. Du merkst unten am Feld in jeder Minute an der Reaktion der Fans, wie das Spiel läuft. Da sind viele Emotionen drin", beschreibt der Trainer seine Erinnerungen an die bisherigen Endspiele und gibt zu, dass er am liebsten noch einmal als Spieler mitmischen würde. "Wenn mich jemand vor die Wahl stellt, dann würde ich gerne auf dem Platz stehen, das ist noch intensiver, denn draußen auf der Trainerbank kann man später immer noch sitzen."

 

Kein Wunder, dass Schaaf besonders mit zwei Spielern mitfiebert, die am Samstag aller Voraussicht nach ihr letztes DFB-Pokalfinale bestreiten werden. Diego und Frank Baumann. "Den beiden muss ich sicher keine besonderen Worte mit auf den Weg geben. Sie werden von sich aus alles aufbieten. Beide können einen grandiosen Abschluss finden. Der eine könnte dieses Gefühl mit auf seinen weiteren Weg nach Turin nehmen, der andere eine großartige Karriere mit einem Titel beenden. Ich würde es Frank Baumann, diesem fantastischen Fußballer, diesem fantastischen Menschen besonders gönnen, wenn er noch einmal einen Pokal in den Himmel stemmen könnte."

 

Trotz dieser Worte seines Trainers blieb der Kapitän noch gewohnt ruhig und entspannt. "Dass es meine letzte Partie ist, spielt für mich im Vorfeld dieses Finales noch keine Rolle. Ich konzentriere mich voll auf diese Partie und möchte den Titel holen. Danach habe ich immer noch Zeit, mir über alles andere Gedanken zu machen und Erinnerungen hervorzuholen", so Baumann, der wie sein Coach weiß, welch besonderes Spiel auf alle Beteiligten zukommt. "Die Nerven werden eine Rolle spielen. Du weißt als Spieler, dass du nur eine Partie hast, du kannst nichts ausgleichen, du musst die Entscheidung suchen, darfst keine Fehler machen. Da muss man erstmal die nötige Mischung aus Anspannung und Lockerheit finden."

 

aus Berlin berichtet Michael Rudolph