Jetzt geht`s los! Pokal-Halbfinale eröffnet Derbyserie

Bei seinem letzten Auftritt in der "HSH Nordbank-Arena" traf Diego, das Spiel ging dennoch 1:2 verloren.
Profis
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Vier Spiele in 19 Tagen! Vor der Derbyserie zwischen Werder Bremen und dem Hamburger SV ist der ganze Norden aus dem Häuschen. Am Mittwoch, 22.04.2009, um 20.30 Uhr fällt endgültig der Startschuss. Dann gastiert Werder im Rahmen des DFB-Pokal-Halbfinals beim Hamburger Nordrivalen – der Auftakt des Derbys in vier Akten.

 

„Drumherum ist mehr Wirbel als bei uns“

 

Obacht Werder! Paulo Guerrero (li.) traf schon im Hinspiel und ist immer für ein Tor gut.

Ehe Werder und der HSV im UEFA-Pokal (30.04.2009 und 7.05.2009) sowie in der Bundesliga (10.05.2009) die Kräfte messen, kämpfen beide Teams in der „HSH Nordbank-Arena“ um den Einzug ins Endspiel des DFB-Pokals. Das Quattro-Derby - ein Novum im deutschen Fußball und folglich das Topthema fußballaffiner Gesprächsrunden in Bremen und umzu. „Drumherum ist viel Leben. Es gibt viele Emotionen und viel Gerede“, weiß auch Werders Cheftrainer Thomas Schaaf, der aber sogleich betont, dass „drumherum mehr Wirbel ist, als bei uns.“ Schaaf weiter: „Natürlich bekommen wir das mit, aber wir haben diese Gedanken nicht. Wir gehen ruhig und konzentriert mit der Situation um. Wir sind allein darauf fokussiert das Spiel am Mittwoch zu gestalten.“

 

Derbyzutaten: Respekt, Kampf und Fairness

 

Gleiches gilt gewiss für die Hamburger. Auch wenn HSV-Trainer Martin Jol glaubhaft zu versichern gedenkt, dass die Liga das Wichtigste sei und Pokal und UEFA-Cup dagegen „nur Traum, Bonus und Ehre" gleich kämen, so dürfte indes klar sein, dass der Nachbar aus Hamburg die Pokal-Wettbewerbe keinesfalls kampflos abschenken wird. „Beide Mannschaften werden in dem Spiel alles abrufen, beide Teams werden Respekt voreinander haben. Ich denke, dass es eine enge, sehr umkämpfte Partie sein wird. Trotzdem hoffe ich, dass es fair bleibt und wir am Ende erfolgreich sind“, formuliert Schaaf seine Erwartungen an den Auftakt des Derby-Marathons.

 

Der HSV tanzt noch auf drei Hochzeiten

 

Claudio Pizarro, Werders erfolgreichster Angreifer, darf sein Torekonto in Hamburg gerne weiter aufstocken.

Für diesen scheint der HSV bestens gewappnet. Während Werder in der Liga im Niemandsland der Tabelle steht (Platz zehn), haben die Hamburger unter der Regie von Jol einen richtigen Lauf, greifen neben den Pokalwettbewerben auch noch in der Meisterschaft an (Platz drei). Der HSV tanzt auf drei Hochzeiten, womöglich ist aber genau dies ein kleines Plus für die Bremer in der nordischen Version des "Best-of-Four". Doch der Annahme, den „Rothosen“ müsse irgendwann mal die Luft ausgehen, widersprachen die Hanseaten zuletzt auf ein Neues. Am vergangenen Bundesligaspieltag legte der HSV abermals eine flotte Sohle aufs Parkett, setzte sich nach einem Doppelpack von Mladen Petric mit 2:1 gegen Hannover 96 durch - Generalprobe geglückt. „Sie haben bisher starke Leistungen gezeigt, das kann man nicht anders deuten“, lobt auch Schaaf die Qualität des ewigen Rivalen.

 

“Müssen noch eine Schippe drauf legen“

 

Jene Qualität konnte der HSV auch beim letzten Aufeinandertreffen mit Werder unter Beweis stellen. Am 14. Spieltag der laufenden Saison siegten die Elbekicker mit 2:1. Nach Toren von Paulo Guerrero und Diego netzte Ivica Olic mit einem fulminanten „Sonntagsschuss“ von der Strafraumgrenze zum Endstand ein. „Im Hinspiel haben wir eine gute Partie geliefert, leider hat das Ergebnis nicht gestimmt. Am Mittwoch müssen wir noch eine Schippe drauf legen, um auch das Ergebnis für uns zu gestalten“, so Schaaf.

 

Von Timo Strömer