Die Grün-Weißen wollen zum achten Mal nach Berlin

Profis
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Der Rahmen für einen packendes Nord-Derby ist gesteckt: Rund 40.000 Zuschauer werden am Dienstag, 16.03.2004, um 20.30 Uhr im proppevollen Weser-Stadion dabei sein, wenn Werder Bremen im DFB-Pokal-Halbfinale auf den VfB Lübeck trifft. Aber nicht nur die Bremer können sich in dieser so immens wichtigen Partie der Unterstützung der Zuschauer sicher sein. Der Rivale aus dem hohen Norden wird von rekordverdächtigen 10.000 Fans unterstützt. Die Euphorie in und um Lübeck ist riesengroß. Verständlich, wenn man bedenkt, dass der VfB mit dem Erreichen des DFB-Pokal-Endspiels in Berlin, den größten Erfolg der Vereingeschichte feiern könnte. Anders die Bremer: Werder steht bereits zum 16. Mal im Halbfinale dieses Traditionswettbewerbs. Mit einem Sieg würden die Grün-Weißen den insgesamt achten Finaleinzug perfekt machen.

 

Aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg von mindestens 90, im Höchstfall sogar 120 Minuten. Die Rollen vor dem Nord-Derby sind verteilt. Werder geht als klarer Favorit in diese Partie, zumal die Lübecker nach einer Niederlagen-Serie von vier Pleiten in Folge derzeit nur den 15. Platz in der Zweiten Bundesliga belegen. Das sieht auch Werder-Trainer Schaaf so: "Alles andere als ein Sieg wäre eine große Enttäuschung. Aber eines ist auch klar: Wir werden den Lübeckern nicht den Gefallen tun und sie unterschätzen." Der knappe 3:2-Sieg in der Liga gegen den 1. FC Köln wird auf Seiten der Bremer als heilsamer "Schuss vor den Bug" eingeordnet. "Uns erwartet im Pokal-Halbfinale ein ähnliches Spiel wie gegen den FC. Die Lübecker haben doch überhaupt nichts zu verlieren. Sie werden sich, angetrieben von ihren 10.000 Fans, zerreisen. Aber wir sind darauf eingestellt und werden diesmal nicht nachlassen", sagte Thomas Schaaf, der darauf hofft, dass sein Team die Lehren aus dem Köln-Spiel gezogen hat.

 

Zahlreiche Lübecker besitzen Bundesliga-Erfahrung

 

Der VfB Lübeck wird im Weser-Stadion bis auf den verletzten Stürmer Adzic vermutlich in Bestbesetzung antreten können. Nur hinter dem Einsatz von Routinier Jens Scharping (Grippe) steht noch ein kleines Fragezeichen. Mit Kapitän Groth, Kullig, Scharping, Zandi und dem vom BVB ausgeliehenen Florian Thorwart verfügen die Norddeutschen über Spieler, die allesamt über Bundesliga-Erfahrung verfügen. Thomas Schaaf sieht das als großes Plus der Lübecker: "Sie haben eine erfahrene Mannschaft mit guten Einzelspielern. Das wird kein Selbstläufer." Und der Coach warnt weiter: "Der VfB tut sich auswärts zur Zeit viel leichter. Ihnen kommt entgegen, dass sie das Spiel nicht selber machen müssen."

 

Auf dem Weg ins Halbfinale schalteten die Lübecker neben Eintracht Rheine, dem FC St. Pauli und Favoriten-Schreck TSG Hoffenheim auch den Bundesligisten SC Freiburg aus. Auch dieser Fakt ist den Bremern nicht verborgen geblieben.

 

Kapitän Baumann kehrt zurück

 

Bei Werder wird der gegen Köln gesperrte Kapitän Frank Baumann wieder in die Mannschaft rücken. Bis auf den verletzten Ümit Davala (Schambein-Entzündung) können die Grün-Weißen also mit der "ersten Mannschaft" spielen.

 

Die Erinnerungen der Fans an das dramatische Viertelfinale in Fürth, dass die Bremer durch zwei Last-Minute-Tore mit 3:2 für sich entscheiden konnten, sind noch frisch. So dramatisch wird es, wenn es nach den Wünschen von Coach Schaaf geht, gegen Lübeck nicht noch einmal. "Wir spielen zu Hause vor einer wunderbaren Kulisse und sind sehr selbstbewusst, da muss ein Sieg einfach herausspringen."

 

Übrigens: Werder und Lübeck trafen bereits einmal im DFB-Pokal aufeinander. Am 25.08.2002 gewannen die Grün-Weißen von der Weser in der 1. Runde gegen die Grün-Weißen von der Lohmühle durch Treffer von Ailton (2x) und Tjikuzu mit 3:2.

 

Klaus Bellstedt