In Torlaune: Werder gewinnt im Pokal 9:3 gegen Nordhorn

Hugo Almeida und Markus Rosenberg erzielten gegen Nordhorn zusammen sieben Treffer.
Profis
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Werder Bremen hat die erste Pflichtspielaufgabe der Saison 2008/ 2009 mit Bravour bestanden. In der ersten Runde des DFB-Pokals setzten sich die Grün-Weißen bei Eintracht Nordhorn ungefährdet mit 9:3 (4:1) durch. Für Werder trafen Markus Rosenberg (4), Hugo Almeida (3), Boubacar Sanogo und Jurica Vranjes. Dennis Brode, Herion Novaku und Bertino Nacar erzielten die Tore für die Gastgeber.

Werder schießt sich warm

Vorbereiter: Torsten Frings legt für Hugo Almeida auf.

Werder war von Beginn an die spielbestimmende Mannschaft und ließ sich von den selbstbewusst auftretenden Nordhorner nicht beeindrucken. Bereits nach sechs Minuten untermauerten die Bremer ihre Favoritenrolle. Daniel Jensen eroberte den Ball im Mittelfeld, bediente mit einem hohen Ball in die Spitze mustergültig Markus Rosenberg, der das Leder nur noch ins linke Toreck zum 1:0 einzuschieben brauchte (6.). Werder startete mit viel Tempo und ansehnlichem Offensiv-Fußball, Nordhorn hatte so seine Mühen den heranstürmenden Bremern Paroli zu bieten, hielt aber so gut es ging dagegen. Das erste Ausrufezeichen setzte die Eintracht in der 14. Minute. Eine scharfe Hereingabe von rechts auf Dennis Brode wehrte Tim Wiese ab. Im direkten Gegenzug konterten sich die Grün-Weißen zum 2:0: Nach Kombination von Aaron Hunt und Rosenberg entwischte Hugo Almeida der Nordhorner Hintermannschaft und baute die Führung aus kurzer Distanz aus (15.). Nur sieben Minuten später trafen die Grün-Weißen erneut. Clemens Fritz passte das Leder vorbildlich auf Torsten Frings. Der hatte im gegnerischen Strafraum alle Zeit der Welt, sah den winkenden Almeida und flankte die Kugel punktgenau auf dessen Kopf – 3:0 für die Schaaf-Elf (22.).

Höher, schneller, weiter: Markus Rosenberg war nicht zu bremsen.

Werder hatte sich nun offensichtlich warm geschossen, die Spielfreude war den Bremern deutlich anzumerken. 9000 Zuschauer sahen grün-weißen Einbahnstraßenfußball. Nordhorn hatte das 0:3 noch nicht verdaut, da klingelte es schon wieder im Gehäuse der Gastgeber: Frings spielte die Kugel ins Abwehrzentrum der Eintracht, Rosenberg reagierte schneller als sein Gegenspieler und vollendete mit einem wunderschönen Heber zum 4:0 (31.). Einen kleinen Dämpfer erlitt das Offensiv-Feuerwerk der Bremer dann aber doch. Herion Novaku zog aus 18 Metern einfach mal ab. Wiese konnte das Leder nur abklatsche lassen, parierte den Nachschuss glänzend, musste sich aber im dritten Versuch gegen Brode geschlagen geben, der den Rückstand auf 1:4 verkürzte (37.). Mit diesem Ergebnis gingen die Teams in die Halbzeitpause.

Wettschießen? Rosenberg (4) und Almeida (3) erzielen sieben Tore!

Markus Rosenberg freut sich mit Daniel Jensen über einen seiner Treffer.

Die zweite Spielhälfte bot den Zuschauern ein unverändertes Bild. Werder war offensichtlich nicht gewillt einen Gang runter zu schalten und so dauerte es nur fünf Minuten ehe die Hanseaten den Vier-Tore-Vorsprung wiederherstellten. Rosenberg setzte Almeida in Szene, der seinen Gegenspieler mit einem kurzen Sprint abschüttelte und mit seinem Dreierpack zum 5:1 vollendete (50.). Sein Stürmerkollege Rosenberg wollte dem in Nichts nachstehen. Bedient von Jensen stand „Rosi“ völlig frei vor dem Kasten der Eintracht. Das 6:1 war ein Leichtes für den Schweden, der mit Tor Nummer drei im „Wettschießen“ mit Almeida nachzog (55.). Der dritte Stürmer im Bunde der Bremer durfte dann auch mal ran. Boubacar Sanogo, für Almeida eingewechselt, traf nach Pass von Frings zum 7:1 (72.), um nur zwei Minuten später als Vorbereiter zu fungieren. Wieder war es Rosenberg, dessen Torhunger noch nicht endgültig gestillt war, der zum 8:1 einschob (74.). Den Schlusspunkt des Bremer Torfestivals setzte schließlich Jurica Vranjes (75.). Sanogo hatte sich zuvor im Nordhorner Strafraum erfolgreich durchgesetzt und das Leder für den Kroaten quer gelegt.

Nordhorn setzt sich zu spät zur Wehr

Ganz so deutlich wollte sich die Eintracht dann aber doch nicht abschießen lassen. Wieder war es Novaku auf Seiten der Gastgeber, der sich ein Herz fasste. Mit einem beeindruckenden Solo überwand er die komplette Bremer Hintermannschaft, behielt selbst vor Werders Schlussmann Wiese die nötige Ruhe und verkürzte auf 2:9 (81.). Die Schlussminute gehörte ebenfalls dem Fünftligisten. Einen der wenigen Fehler in Werders Abwehrzentrum nutzte Bertino Nacar zum 9:3-Endstand aus Bremer Sicht (90.). Diesen „Schönheitsfehler“ dürften die Grün-Weißen allerdings verschmerzen. Werder zeigte in Nordhorn über weite Strecken der Partie ansehnlichen Kombinationsfußball und scheint für den Bundesligastart am kommenden Samstag bestens gewappnet.

von Timo Strömer