Beste Chancen ausgelassen – Werder nach 1:2 draußen

Dramatisch, aber kann passieren: Bei Diegos zweitem Elfmeter spekuliert Marc Ziegler richtig.
Profis
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Endstation Achtelfinale! Trotz einer überzeugenden spielerischen Leistung muss Werder im DFB-Pokal die Segel streichen. Bei Borussia Dortmund unterlag der Bundesliga-Zweite mit 1:2 (0:1). Die Bremer waren über die gesamte Spielzeit das klar überlegene Team, nutzten aber ihre Chancen nicht. Der BVB machte es besser und ging durch Giovanni Federico in Führung (19.). Eine dramatische Zuspitzung erlebte das Spiel erst kurz vor Schluss, als Fernando Klimowicz für die Gastgeber erst das scheinbar entscheidende 2:0 erzielte (80.) und Diego im direkten Gegenzug per Foulelfmeter den prompten Anschluss herstellen konnte (82.). Drei Minuten später wurde der emsige Markus Rosenberg im Strafraum ein zweites Mal gefoult, diesmal jedoch versagten Diego die Nerven, Marc Ziegler konnte seinen Strafstoß parieren. So zieht also sehr glücklich die Borussia ins Viertelfinale ein, Werder zeigte gute Form, tanzt aber nur noch auf zwei Hochzeiten.

 

Noch zu viel Rückstand: Werder beginnt ohne Diego

 

Cheftrainer Thomas Schaaf hatte bei allen Personalien den Erwartungen entsprochen, nur bei einer nicht: Diego blieb zu Beginn auf der Bank! Für ihn spielte Aaron Hunt auf der Position hinter den Spitzen. Beim BVB gab Antonio Rukavina sein Pflichtspieldebüt, im Sturm stand nach überstandenen Hüftproblemen überraschend Mladen Petric in der Startelf.

1:0 für Dortmund: Federico trifft nach Pass des starken Petric.

Doch Petric, Rukavina und alle anderen Borussen mussten von Beginn an den Rückwärtsgang einlegen – Werder präsentierte sich sehr munter und riss die Initiative an sich. Schon nach drei Minuten hatte Rosenberg eine erste Kopfballchance. Danach sorgte Florian Kringe für Entlastung, als er erst selbst vom rechten Strafraumeck den Abschluss suchte und verzog (7.) und kurz darauf von gleicher Stelle auf Federico flankte, dessen Volley-Abnahme knapp am rechten Pfosten vorbeistrich.

 

Nach diesem Aufflackern schnürten die Bremer die Hausherren aber restlos ein. So zwang eine Pasanen-Flanke, die Klasnic am kurzen Pfosten knapp verpasste, Kringe zu einer abenteurlichen Aktion – sein Klärungsversuch trudelte knapp über die Latte des eigenen Kastens (8.). Werders Taktik griff beeindruckend: Die Mittelfeldraute rochierte wild und brachte die Borussen-Defensive immer wieder durcheinander. Hübsche Doppelpässe und aggressives Pressing komplettierten das gelungene Auftreten. Logische Folge: weitere Chancen. Wie Klasnics Schuss aus 12 Metern (drüber, 12.) und eine tolle Kombination über Baumann und Rosenberg, nach der Klasnic allein an der Strafraumgrenze ein weiteres Mal den Ball nicht traf (14.). Dass Dortmund dann plötzlich in Führung ging, passte überhaupt nicht ins Bild. Mladen Petric schockte die Werder-Abwehr mit einem "tödlichen" Pass auf Federico, der im Strafraum genug Zeit hatte, sich den Ball auf den rechten Fuß zu lenken, und ihn dann klug ins lange Eck schob (19.).

 

Gegentor stoppt Werder-Wirbel

 

Das beeindruckte die Gäste, danach stockte das Kombinationsspiel, auch wenn die Spielanteile gleich verteilt blieben. Auch begann Werder, eine Menge Flanken ins Zentrum zu schlagen, die allesamt keine Abnehmer

2:0 für Dortmund: Klimowicz umspielt Wiese zur Vorentscheidung.

fanden. Mit einer Ausnahme, als Tim Borowski die Kugel von rechts hineingab, Rosenberg mit dem Kopf verlängerte und Klasnic auf der Fünfmeter-Linie ein drittes Mal den Ball verfehlte (42.). Es war nicht das Spiel des Geburtstagskindes. Das war die letzte Chance der ersten Halbzeit, außer drei gelben Karten für Werder passierte in einem übrigens weitgehend fairen Spiel bis zur Pause nichts Bemerkenswertes mehr.

 

Nach dem Seitenwechsel blieb alles beim Alten. Die Borussia zog sich noch weiter zurück, Diego blieb auf der Bank und Werder ohne Durchschlagskraft am Drücker. Gefahr entstand nur durch Konter der Gastgeber: ein Schuss von Kringe aus 20 Metern war noch harmlos (57.), eine Minute später rettete Tim Wiese weit vor seinem Kasten gegen den durch die Abseitsfalle geschlüpften Petric (58.). Der Kroate war Werders größtes Problem, in Minute 64 tauchte er wieder vor dem heraus stürmenden Wiese auf, der den Ball diesmal verfehlte, Petric mit seiner Grätsche aber weit genug abdrängen konnte. In der 77. Minute strich ein Linksschuss Petrics mit Wucht ins Fangnetz.

 

Nicht Klimowicz entscheidet das Spiel, sondern Ziegler

 

Werder konnte in dieser Phase nur einen Schuss des eingewechselten Hugo Almeida entgegensetzen. Der Portugiese knallte einen tollen Volley mit seinem rechten Fuß aus 25 Metern an den rechten Pfosten (66.). Die

Nur noch 2:1 für Dortmund und dann gibt es einen zweiten Elfmeter nach Foul an Rosenberg . . .

Einwechslung von Diego nach 68. Minuten zeigte nicht die erhoffte Wirkung, sofort bekam er Begleitschutz von Tinga. Zum Ende einer weniger interessanten zweiten Halbzeit überschlugen sich dann die Ereignisse. Eine Kopie des 1:0 schien für die Entscheidung zu sorgen. Den Pass in den Rücken der Viererkette spielte diesmal Sebastian Kehl, Joker Klimowicz umspielte Tim Wiese und schob zum 2:0 ein (80.).

 

Doch Vorbereiter Kehl sorgte auf der anderen Seite nochmal für Spannung, als er im Strafraum in Markus Rosenberg hineinrauschte und außer dem Ball vor allem schwedische Beine traf. Den fälligen Elfmeter setzte Diego in die linke untere Ecke, Marc Ziegler war noch dran (82.). Es war also doch noch nichts entschieden, erst recht nicht, als Rosenberg nur zwei Minuten später im Sechzehner von Amedick und Ziegler in die Mangel genommen wurde. Wieder gab es Strafstoß, diesmal allerdings blieb Ziegler Sieger. Er stoppte Diegos unplatziert nach rechts unten getretenen Ball und sicherte damit seinem Team das Weiterkommen. Die letzte Aktion des Spiels gehörte Aaron Hunt, der vor dem Strafraum frei zum Schuss kam, einen schönen Dropkick aber übers Tor jagte (90.+1).

 

So ist der Start in die Rückrunde auf dem Ergebnistableau zwar misslungen, spielerisch ist Werder jedoch bereit für die kommenden großen Aufgaben in den verbleibenden zwei Wettbewerben Bundesliga und UEFA-Cup.

 

von Enrico Bach

 

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