Pokal-Krimi in Braunschweig: Werder mit Arbeitssieg

Hart umkämpft: Hier scheut Werder-Profi Daniel Jensen keine Mühen.
Profis
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Werder Bremen steht in der 2. Runde des DFB-Pokals. Die Mannschaft von Trainer Thomas Schaaf siegte am Samstagnachmittag nach einem harten Stück Arbeit mit 1:0 bei Eintracht Braunschweig. Das Tor des Tages erzielte Neuzugang Boubacar Sanogo in der 90. Spielminute.

Werders Cheftrainer Thomas Schaaf hatte seine Mannschaft im Vergleich zum Test beim FC Everton auf zwei Positionen verändert. Peter Niemeyer und Daniel Jensen ersetzten die Verletzten Clemens Fritz und Frank Baumann.

Braunschweig startet mit Mut und Engagement

Rettete mehrmals stark gegen die mutigen Braunschweiger: Werders Torhüter Tim Wiese.

In einer von beiden Seiten zweikampfbetonten Partie erwischte Braunschweig den besseren Start. Die Hausherren agierten mutig und erarbeiteten sich sogleich gute Möglichkeiten. Während Jan Washausen in der 8. Spielminute aus 16 Metern das Gehäuse noch deutlich verfehlte, setzte er nur eine Minute später ein erstes ernstzunehmendes Ausrufezeichen. Sein Schuss aus 25 Metern ging knapp über die Latte (9.). Auf der Gegenseite fehlte Werder zunächst die Konsequenz, den entscheidenden Pass an den Mann zu bringen. So erreichte ein schöner langer Ball von Boubacar Sanogo auf Tim Borowski leider nur Eintracht-Schlussmann Jasmin Fejzic. Der Torhüter hatte aufgepasst und den Bremern die Torchance verwährt (17.). Die erste Ecke der Grün-Weißen brachte mehr Gefahr: Diego schlug den Ball auf den langen Pfosten und fand in Per Mertesacker einen Abnehmer, der das Leder per Kopf zu Sanogo weiterleitete. Der wiederum köpfte zu Markus Rosenberg, aber der Schwede, stark bedrängt, konnte aus zwei Metern nicht zur Führung verwerten (21.).

Braunschweig spielte wenn möglich, immer wieder zügig nach vorne. Eine gute Kontermöglichkeit der Gastgeber vereitelte Mertesacker noch mit einem Foul im Mittelkreis – der Nationalspieler sah dafür die gelbe Karte (28.) – nur kurze Zeit später scheiterten Tim Danneberg (32.) und Martin Horacek (36.) vor dem Tor der Bremer. Kurz vor dem Halbzeitpfiff mussten die Werderaner noch einmal kräftig durchatmen. Ein langer Pass von Sebastian Gundelach erreichte auf der rechten Seite Holger Wehlage. Der Ex-Bremer ging bis zur Grundlinie durch, um die Kugel auf seine lauernden Teamkollegen abzuspielen. Aber Keeper Tim Wiese schmiss sich mutig in die Hereingabe und verhinderte Schlimmeres.

Werder in Unterzahl / Schindler bringt frischen Wind

Per Mertesacker verlässt nach der gelb-roten Karte das Spielfeld.

Werder erwischte einen denkbar schlechten Start in die zweite Halbzeit. Braunschweigs Washausen stürmte auf das Werder-Tor zu, Mertesacker wusste sich nur mit einem Foul zu helfen(47.). Schiedsrichter Manuel Gräfe blieb keine andere Wahl, er zückte die Ampelkarte - Werder von nun an nur noch zu zehnt. Doch in Unterzahl drehten die Bremer zunächst mächtig auf. Der zur zweiten Spielhälfte eingewechselte Kevin Schindler brachte frischen Wind in die Partie und hatte sogleich seine erste gute Szene. Werders Nachwuchstalent zog frech vom rechten Strafraumeck ab, Braunschweigs Torwart Fejzic konnte das Leder gerade noch über die Latte lenken (49.). Die anschließende Ecke landete bei Peter Niemeyer. Sein Kopfball war allerdings zu unplatziert (50.). Werder ließ jetzt nicht locker. Tim Borowski zog nach einer Schindler-Flanke direkt ab, der Ball ging rechts am Tor vorbei (51.), bevor Naldo per Kopf an Eintracht-Torhüter Fejzic scheiterte (55.).

Die Zuschauer bekamen nun ein munteres Spiel mit Torchancen auf beiden Seiten zu sehen. Kurzum: Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Zunächst blockte Naldo einen Schuss von Danneberg ab (63.), bevor Sreto Ristic frei vor dem Werder-Tor zum Abschluss kam und das Leder links am Tor vorbei schob (64.). Im direkten Gegenzug konnte der emsige Schindler einen Heber nicht im Braunschweiger Kasten unterbringen (64.). Ebenso vergaben Sebastian Gundelach (66.) und Washausen für Braunschweig (72.) sowie Borowski für Werder (69.).

Sanogo jubelt, Borowski applaudiert dem Torschützen.

Sanogo setzt den Schlusspunkt einer turbulenten Pokal-Partie

Die Schlussphase gestaltete sich überaus turbulent. Binnen einer Minute hatten beide Teams die Führung auf dem Fuß. Schindler vergab nach Zuspiel von Jurica Vranjes, auf der Gegenseite lief Benjamin Fuchs allein auf den Kasten von Wiese zu. Werders Nummer eins behielt die Ruhe, blieb lange stehen und verunsicherte offenbar den Angreifer. Fuchs schloss überhastet ab und schoss knapp links neben das Tor. (79.) In der 84. Minute stand Wiese wieder im Fokus. Diesmal stürmte Danneberg auf den Werder-Schlussmann zu. Naldo sprintete hinterher, bekam die Fußspitze an die Kugel und prüfte unfreiwillig seinen Torhüter, der mit einer spektakulären Parade den Rückstand verhinderte.

Die Fans hatten sich schon auf die Verlängerung eingestellt, als Werder doch noch zuschlug. In der Schlussminute schickte Niemeyer seinen Teamkollegen Sanogo mit einem langen Pass steil. Der Ivorer schob eiskalt zum 1:0-Endstand ein und begrub alle Pokal-Träume der Gastgeber – glückliches Ende einer turbulenten Partie für die Grün-Weißen.

Bewegete Bilder vom Spiel gibt es ab Sonntagmittag bei WERDER.TV.

Cheftrainer Thomas Schaaf hat seiner Mannschaft nach dem kräfteraubenden Spiel einen Tag frei gegeben. Die Werder-Profis trainieren erst wieder am Montagnachmittag.

Von Timo Strömer