3:5 – Werder scheidet im Pokal nach Elfmeterkrimi aus

Mohamed Zidan im Zweikampf mit Pirmasens Patrick Hildebrandt. Der Ägypter wurde in der 71. Minute ausgewechselt.
Profis
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Werder Bremen ist in der ersten Runde des DFB-Pokals 2006/07 gegen den FK Pirmasens ausgeschieden. Die Mannschaft von Cheftrainer Thomas Schaaf unterlag mit 3:5 nach Elfmeterschießen. Vor 10.000 Zuschauern im ausverkauften "Sportpark Husterhöhe", der auf den Tag genau vor zwei Jahren eingeweiht wurde, hatte es nach 120 Minuten, wie auch schon nach der regulären Spielzeit, 1:1 gestanden. Die Führung des Regionalligisten durch Tobias Zellner (64.) konnte Ivan Klasnic in der 83. Minute ausgleichen.

Werder beginnt druckvoll

Patrick Owomoyela musste mit seinen Kollegen eine bittere Niederlage einstecken.

Im Gegensatz zur Schalke-Partie auf vier Positionen verändert war Werder von Beginn an tonangebend. Die erste Torchance verzeichneten die Bremer in der 6. Minute. Christian Schulz testete mit einem Distanzschuss aus 25 Metern den Keeper der Pfälzer, Reiner Schwartz, der den Ball aber abwehren konnte. Werder machte nun Druck, konnte sich bis zur 17. Minute aber nur kleinere Chancen erspielen. Dann trat Spielmacher Diego kurz an und spielte einen langen Pass auf Klose. Der nahm den Ball mit dem Kopf ab, doch Keeper Schwartz zeigte sich sicher. Auch in der Folgezeit spielte der Regionalligist völlig harmlos, so dass die Bremer zu weiteren Möglichkeiten kamen. Die nächste Großchance erspielte sich der Vize-Meister in der 29. Minute. Mit einem herrlichen Lupfer bediente Mohamed Zidan im Fünf-Meter-Raum Diego, der kurz nach der Ballannahme von Tobias Zellner leicht geschoben wurde und fiel. Schiedsrichter Schalk befand diese Aktion aber als nicht strafstoßwürdig.

Kurz darauf verfehlte Diego das Tor mit einem Kopfball nur knapp (30.). Wiederum nur drei Minuten später fand Schulz in Torhüter-Schwartz mit einem Distanzschuss (33.) erneut seinen Meister. Die Grün-Weißen erspielten sich nun Chancen im Minutentakt. So wurde Klose in der 34. Minute halbrechts im Strafraum angespielt, traf mit einem Volleyschuss aber nur das Außennetz. Eine weitere gute Chance hatte in der 36. Minute Schulz. Nach einer Flanke von Zidan brachte er Schwartz per Kopf in Bedrängnis, doch der Keeper konnte den Ball im Nachfassen kontrollieren. Nach weiteren Möglichkeiten durch Zidan (37.) und Diego (38.) beendete Schiedsrichter Georg Schalk nach 45 Minuten eine erste Halbzeit, in der die Bremer drückend überlegen waren, aber keinen Treffer erzielen konnten. Andreas Reinke im Tor der Werderaner musste nicht einmal eingreifen.

Zweite Halbzeit: Pirmasens wird stärker

Die zweite Hälfte begann Werder unverändert. Bei den Pfälzern kam Niko Weißmann für Michael Hunsicker (46.). Die Gastgeber wurden nun mutiger. Mit einem Freistoß in den Strafraum, den Klose klären konnte, kamen sie erstmals vor das Tor der Werderaner. Die erste richtig gute Gelegenheit verzeichnete der Drittligist nach 63 Minuten. Werder-Kapitän Frank Baumann lenkte den Ball nach einer Ecke bedrängt von Sebastian Reich auf das eigene Tor, doch Pierre Wome konnte auf der Torlinie klären. Pirmasens machte nun weiter Druck und konnte nur eine Minute später die Führung erzielen. Ein Freistoß von Tobias Zellner aus 35 Metern segelte an der gesamten Abwehr vorbei und senkte sich ins lange Eck des Werder-Tores. Werder-Trainer Schaaf musste nun reagieren und brachte in der 68. Minute für Daniel Jensen Aaron Hunt. Kurz darauf wurden auch Ivan Klasnic für Mohamed Zidan (71.) und Hugo Almeida für Christian Schulz (77.) eingewechselt. Die Neuen brachten wieder etwas frischen Wind. Und so wurden die wieder verstärkten Offensivbemühungen der Grün-Weißen nach 83. Minute mit dem Ausgleich belohnt. Ivan Klasnic ließ Schwartz mit einem trockenen Schuss keine Abwehrmöglichkeit. Die letzten Minuten der regulären Spielzeit drängte Werder auf die Entscheidung. Diego (87.) und Almeida (88., 89. und 90.) blieben aber glücklos im Abschluss.

Torlose Verlängerung

Sah in der 109. Minute die Gelb-Rote-Karte wegen wiederholten Foulspiels: Frank Baumann.

Jetzt ging es in die Verlängerung, deren erste Hälfte eine Kopie der ersten 45 Minuten war. Die Bremer dominierten die Begegnung, lediglich die Entschlossenheit im Abschluss fehlte. In der 101. Minute hatte Klose die große Chance das 2:1 zu erzielen, den schönsten Angriff des Spiels über Klasnic und Almeida konnte der WM-Torschützenkönig aber nicht erfolgreich abschließen. Freistehend jagte er den Ball links am Tor vorbei. Einen weiteren Klose-Schuss konnte Keeper Schwartz 60 Sekunden später noch gerade über die Latte lenken. Die zweite Hälfte der Verlängerung begann mit einem Schock für Werder. Kurz nach Wiederanpfiff stellte Schiedsricher Schalk Frank Baumann (109.) vom Platz. Der Kapitän hatte seinem Gegenspieler bei einem Zweikampf am Mittelkreis den Arm ins Gesicht gedrückt und sah dafür die zweite Gelbe Karte.

Der Sieger muss im Elfmeterschießen ermittelt werden

Der Sieger musste nun im Elfmeterschießen ermittelt werden. Als erster Schütze schritt der Pirmasenser Hildebrandt zum Punkt und versenkte den Ball sicher mit links im rechten, unteren Eck. Erster Werderaner war Ivan Klasnic. Der Kroate lief an und – verschoss. Seinen Flachschuss parierte Schwartz. Werder-Keeper Andreas Reinke brachte die Bremer aber wieder ins Spiel. Er hielt den Elfmeter von Schaufler und Petri Pasanen konnte den Ausgleich erzielen. Im Anschluss ließ Sebastian Reich Reinke keine Chance und stellte die alte Führung wieder her. Die darauf folgende Möglichkeit der Bremer zum Ausgleich vereitelte erneut Schwartz. Er lenkte Almeidas Schuss an den Pfosten. Der Torschütze des Führungstreffers Tobias Zellner nutzte den erneuten Bremer Fehlschuss nun eiskalt aus und erhöhte auf 1:3. Um im Spiel zu bleiben, musste Wome nun treffen und der Kameruner behielt die Nerven. Beim Stand von 2:3 und vier angetretenen Schützen lag die Entscheidung jetzt aber nicht mehr in Bremer Hand. Als fünfter Pirmasenser Schütze lief der eingewechselte Miguel Carvalho an und verwandelte. Damit war Werder ausgeschieden.

von Ole Schlabers