Gegen Lazio "vermasselten Start" vergessen lassen

Werders Brasilianer Diego vor dem Abflug am Morgen in Richtung Rom.
Profis
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Fest entschlossen, sich endgültig in der Champions League zurückzumelden, sind selbstbewusste Bremer am Montagmorgen in eine der zwei Maschinen eingestiegen, die die Werderaner und zahlreiche Medienverterter, Sponsoren und Fans in die italienische Hauptstadt geflogen haben. Geschäftsführer Klaus Allofs machte deutlich, dass allen ein ganz wichtiger Betriebsausflug bevor steht. "Wir haben in diesem Wettbewerb den Start etwas vermasselt und einigen Nachholbedarf." Die Botschaft ist bei den Profis angekommen. Mittelfeldspieler Diego bestätigte in der Abflughalle des Flughafens: "Das ist schon ein vorentscheidendes Spiel nachdem wir unser Heimspiel gegen Piräus verloren haben."

 

Auch Per Mertesacker hat das Motto verinnerlicht: "Wenn wir in der Champions League noch Ansprüche anmelden wollen, dann müssen wir Lazio deutlich hinter uns lassen. Im Hinspiel haben wir einen ersten Schritt getan, jetzt muss der nächste folgen. Wenn wir dabei dort weitermachen könnten, wo wir zuletzt in der Bundesliga aufgehört haben, dann wäre das nicht das schlechteste."

 

Im Olympiastadion erwartet Naldo, Pasanen & Co. allerdings ein rauer Wind. Denn der Vorjahresdritte der italienischen Serie A, kommt national nach vier Niederlagen in Folge nicht über ein Mauerblümchen-Dasein (Tabellenplatz 15) hinaus. Blenden lassen sich die Grün-Weißen davon aber nicht: "Wenn uns in der Champions League von einer Heimmannschaft nicht heftigste Gegenwehr erwartet, dann würde irgendetwas falsch laufen", warnte Allofs.

 

Das erste Mal für Bremen in der Champions League unterwegs: Carlos Alberto.

Cheftrainer Thomas Schaaf weiß: "Gerade weil sie in der Liga nicht die Ergebnisse erzielt haben, werden sie die Champions League als Chance sehen, für Furore zu sorgen. Ihnen kommt entgegen, dass mit Ledesma ein sehr wichtiger Spieler wieder dabei ist, der die Fäden zieht und viele Offensiv-Aktionen einleitet. In der Defensive stehen sie ohnehin gut." Dennoch glaubt der Trainer nicht, dass Lazio von seiner defensiven Grundausrichtung abkommen wird. "Sie wissen, dass sie in der derzeitigen Situation keinen Hurra-Fußball spielen können, dass wäre unvernünftig. Allerdings haben wir aus dem Spiel vor zwei Wochen mitgenommen, dass wir 90 Minuten präsent sein müssen, um sie nicht ins Spiel kommen zu lassen, wie es ihnen in der Schlussphase in Bremen gelang."

 

Seinem Team rechnet Schaaf auch trotz dem Fehlen von Boubacar Sanogo (Fußprellung) und Torsten Frings (Innenbandverletzung) viel aus. "Mit solchen Ausfällen kämpfen wir in dieser Saison vom ersten Tag an. Darüber macht sich die Mannschaft keine Gedanken mehr. Das ist auch ein Grund, weshalb wir es schaffen, konstante Leistungen abzurufen."

 

Im Flieger nach Rom sitzt dagegen auch der Torschütze des Wochenendes, Hugo Almeida, dem Schaaf auch wieterhin sehr viel zutraut. "Er hat eine gute Entwicklung hinter sich. Im letzten Jahr waren seine Ausschläge nach oben schon sehr gut, aber es waren eben Ausschläge. Jetzt ist ihm zuzutrauen, dass er mit seiner gewonnenen Sicherheit konstant hohe Leistungen abliefern kann, so wie sie die Topspieler zeigen."

 

Solche Leistungen erwartet auch Carlos Alberto von sich, der am Montag zu seinem ersten Champions-League-Auswärtsspiel für die Grün-Weißen aufbrach. Nach eigenen Aussagen hat er seine gesundheitlichen Probleme weitgehend überstanden. "Ich bin froh, dass ich wieder dabei bin. Meine Fitness reicht vielleicht noch nicht für 90 Minuten, aber über einen kürzeren Zeitraum kann ich sicher weiterhelfen." Aus dieser Situation will der Brasilianer aber so schnell wie möglich den nächsten positiven Schritt machen. "Jetzt versuche ich im Training meinen Rhythmus zu finden, um dauerhaft um einen Platz im Team zu kämpfen."

 

von Michael Rudolph