Kämpferische Werderaner: "Haben nichts zu verlieren"

Da gehts lang: "Vale" gibt die Richtung vor und glaubt an das Unmögliche
Profis
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Es war eine der bittersten Stunden der laufenden Saison: Werders 0:3-Niederlage im Hinspiel des Champions-League-Achtelfinales gegen Olympique Lyon spiegelte nicht annährend den wahren Spielverlauf wider. Der Traum vom Erreichen der nächsten Runde ist fast schon ausgeträumt, aber ein Fünkchen Hoffnung bleibt bestehen. Bremens Reise zum Rückspiel am Dienstag, 08.03.2005, um 20.45 Uhr im Stade Gerland steht unter dem Motto 'wir haben keine Chance – also nutzen wir sie'.

 

Natürlich hoffen sie auf ein neues Wunder, schließlich glückten den Grün-Weißen in ihrer 106-jährigen Vereinshistorie davon schon einige. Kurioserweise eben auch schon gegen Olympique Lyon, Werders kommenden Gegner am Dienstagabend. Vor sechs Jahren drehten die Bremer im Uefa-Cup eine 0:3-Pleite aus dem Hinspiel und sicherten sich durch ein legendäres 4:0 im Weser-Stadion den Einzug ins Achtelfinale. Soweit die Vergangenheit, die immerhin zeigt, "dass im Fußball alles möglich ist", wie Cheftrainer Thomas Schaaf es formuliert.

 

Werder gibt sich kämpferisch

 

Dass solche Wunder nicht auf Bestellung passieren, ist den Spielern des deutschen Meisters bewusst: "Wir werden von Anfang an drauf gehen und irgendwie versuchen, ein frühes Tor zu erzielen", verspricht Nelson Valdez, der in jedem Spiel ein Vorbild in Sachen Einsatzwillen und Kampfbereitschaft abgibt. Valerien Ismael, der der gleichen Fraktion angehört, schlägt ähnliche Töne an: "Wir haben nichts zu verlieren. Es geht um alles oder nichts. Wir müssen sie sofort attackieren, und wenn wir dann ein frühes Tor schießen, machen wir Lyon nervös."

 

Den Verantwortlichen des deutschen Meisters geht es im Rückspiel auch darum, dass zu deutlich ausgefallene Hinspiel-Ergebnis zu korrigieren: "So wollen wir uns nicht aus der Champions League verabschieden, das können wir nicht so stehen lassen", sagt Cheftrainer Thomas Schaaf. Klaus Allofs` Ziel ist es, in Lyon "einfach nur guten Fußball spielen zu wollen." Alles andere, meint der Sportdirektor, werde sich dann von selbst ergeben.

 

Klasnic wieder im Kader

 

Personell gesehen kann Thomas Schaaf im Rückspiel in Südfrankreich vermutlich aus dem vollen schöpfen. Die Grün-Weißen haben erstmals in der laufenden Saison keine Verletzten zu beklagen. So bestieg am Montagfrüh derselbe Kader, der auch schon in München mit von der Partie war, den Flieger in Richtung Rhonetal. Mit einer Ausnahme: Der wiedergenesene Stürmer Ivan Klasnic nahm den Platz von Mohamed Zidan ein, der in Bremen blieb.

 

Olympique Lyon hat in Meisterschaft und Pokal zuletzt zwei überraschende Niederlagen innerhalb kürzester Zeit einstecken müssen. Im "Coupe de France" verlor man gegen Zweitligist Clermont Foot mit 3:4 nach Elfmeterschießen, drei Tage später missglückte die Champions-League-Generalprobe in der "Ligue 1". Ausgerechnet beim Abstiegskandidaten und Aufsteiger SM Caen unterlag das Team von Coach Paul Le Guen mit 0:1. Werder sollte sich dadurch aber nicht täuschen lassen. Beide Partien wurden unter äußerst widrigen Platzverhältnissen ausgetragen.

 

Lyon mit der stärksten Elf

 

Aber auch der Trainer der "Lyonnais" lässt sich vom jüngsten Ausrutscher der Bremer nicht blenden: "Sie waren in München trotz des Misserfolges die spielbestimmende Mannschaft. Wir werden auf jeden Fall am Dienstagabend unsere Taktik nicht ändern und verteidigen, aber auch angreifen." Le Guen erstickt darüber hinaus alle grün-weißen Hoffnungen auf ein Auflaufen einer "Olympique Lyon B-Elf" im Keim: "Es wird die bestmögliche Mannschaft auf dem Rasen stehen."

 

Werders unglückliche 0:1-Niederlage am letzten Sonnabend im Bundesliga-Spitzenspiel beim FC Bayern München erinnerte übrigens stark an das 0:3 gegen Lyon von vor 14 Tagen. Trotz eindeutiger Feldüberlegenheit stand man am Ende mit leeren Händen da. Die darauf folgende Begegnung gegen den VfL Bochum konnten die Bremer mit 4:0 siegreich gestalten. Vielleicht ja ein gutes Omen...

 

Klaus Bellstedt

 

 

 

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