2:1 gegen Inter: Werder zieht in den UEFA-Cup ein

Versöhnliches Champions-League-Ende: Werder bejubelt den Einzug in den UEFA-Pokal.
Profis
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Kaum zu bändigen: Per Mertesacker bekommt es mit Zlatan Ibrahimovic zu tun.

Werder Bremen hat sich für den UEFA-Pokal qualifiziert. Die Grün-weißen siegten am letzten Champions-League-Spieltag mit 2:1 (0:0) gegen Inter Mailand und lösen als Drittplatzierter der Gruppe B das begehrte Ticket für den Europa-Cup. Claudio Pizarro (63.) und Markus Rosenberg (81.) trafen für Werder, Zlatan Ibrahimovic erzielte das Mailänder Anschluss-Tor (88.).

Werder auf fünf Positionen verändert

Werders Cheftrainer Thomas Schaaf veränderte seine Mannschaft im Vergleich zum Bundesligaspiel gegen den Karlsruher SC auf insgesamt fünf Positionen. Sebastian Prödl ersetzte den verletzten Naldo in der Innenverteidigung, Sebastian Boenisch rückte anstelle von Dusko Tosic links in die Viererkette und Aaron Hunt sowie Jurica Vranjes begannen für Diego (gelb-gesperrt) und Frank Baumann (angeschlagen) in der Mittelfeldraute. Außerdem startete Markus Rosenberg anstelle des verletzten Hugo Almeida im Angriff.

Bremen erwischt den besseren Start

Werder hatte sich für dieses so wichtige Champions-League-Match sehr viel vorgenommen und dementsprechend engagiert traten die Grün-Weißen von Beginn an auf. Werder sogleich spielbestimmend, dennoch dauerte es bis zur 16. Minute, ehe Bremen die erste gute Möglichkeit für sich verbuchen konnte: Pizarro wurde von Vranjes im Strafraum in Szene gesetzt, doch der Schuss ging rechts am Kasten der Gäste vorbei. Auf der Gegenseite sorgte Adriano für einen Aufreger, als er allein auf Tim Wiese zuging. Nur das beherzte Eingreifen des Bremer Schlussmannes verhinderte Schlimmeres (19.).

Werder drängt auf die Führung

Jubeln gemeinsam: Claudio Pizarro (re.) staubte nach einem Fernschuss von Mesut Özil zum 1:0 ab.

In der Folgezeit kombinierte sich die Schaaf-Elf immer wieder munter nach vorne, doch mit dem Abschluss wollte es nicht so recht klappen – Inter wirkte in der Defensive sehr stabil. In der 36. Minute gelang es Mesut Özil schließlich die Hintermannschaft der Italiener zu überlisten. Werders drahtiger Mittelfeldflitzer setzte sich gut gegen Ivan Cordoba durch, doch das Leder flog links neben das Tor. Kurz vor dem Halbzeitpfiff hatte Pizarro die bis dahin dickste Möglichkeit des Spiels. Nach einer Ecke von Özil kam der Peruaner zum Kopfball, musste sich aber gegen den blitzartig parierenden Mailänder Torhüter Julio Cesar geschlagen geben (45.). Fast im direkten Gegenzug landete die Kugel nach einem langen Pass bei Adriano, nur Per Mertesackers Grätsche war es zu verdanken, dass der Inter-Stürmer das Leder nicht im Gehäuse der Gastgeber unterbringen konnte (45+1). Folglich keine Tore nach 45. Minuten, die Teams gingen mit dem Stand von 0:0-Unentschieden in die Pause.

Fritz klärt auf der Linie

Werder startete mit viel Tempo in die zweite Spielhälfte und erarbeite sich zügig gute Torchancen. Zunächst wurde Rosenberg mustergültig von Vranjes bedient (46. Der Schuss knallte rechts vom Tor gegen die Bande), bevor Pizarro eine Boenisch-Flanke über den Kasten der Mailänder setzte (49.). Inter agierte insgesamt viel zu passiv, nur selten blitze die Klasse der Italiener auf. So zum Beispiel in der 55. Minute als Clemens Fritz einen Kopfball von Nicolas Burdisso auf der Linie klären musste (55.). Zuvor hatte schon Ricardo Quaresma aus der Distanz vergeben (54.).

Pizarro staubt zum 1:0 ab

Hört, hört... Markus Rosenberg erzielte das 2:0 für Werder.

Auf der Gegenseite machte Werder weiter Dampf. In der 58. Minute fand Pizarro noch seinen Meister in Keeper Cesar (Faustabwehr nach kraftvollem Schuss), doch nur fünf Minuten später klingelte es endlich im Kasten der Gäste: Özil setzte sich mit einer Körpertäuschung gegen Cordoba durch und zog einfach mal ab. Cesar konnte die Kugel nicht festhalten und Pizarro drückte den Ball über die Linie – 1:0 für Werder (63.). Bremen wirkte nach der Führung beflügelt, ließ nicht locker und setzte Inter weiter unter Druck. Özil (70.) und Vranjes (72.) probierten es aus der Ferne, ehe Pizarro an Cesar scheiterte (75.) Mailand war kaum noch zu sehen, nur der eingewechselte Ibrahimovic sorgte nach einem Solo noch einmal für Gefahr im Werder-Strafraum, doch sein Schuss segelte links am Bremer Tor vorbei (72.).

Wirbelwind Özil bereitet das 2:0 durch Rosenberg vor

Werder drängte ohne Nachlass auf den zweiten Treffer. Allen voran Özil sorgte mit seinen Tempodribblings immer wieder für Gefahr in der Mailänder Defensive. In der 77. Minute vergab Hunt denkbar knapp nach einem Zuspiel des U21-Nationalspielers, bevor der Aufwand der Bremer schließlich abermals beloht wurde: Wieder war es Özil, der den Ball auf Rosenberg spielte. Letzterer konnte nahezu unbedrängt zur 2:0-Führung einschieben (81.). So ganz ohne Ausrufezeichen wollten sich die Gäste dann aber doch nicht aus Bremen verabschieden: Ibrahimovic zog aus knapp 20 Metern trocken ab, die Kugel schlug unhaltbar rechts unten im Bremer Kasten ein (88.). Inters Anschlusstreffer blieb zum Glück aber ohne böse Folgen für die Grün-Weißen. Werder siegte unterm Strich hoch verdient gegen viel zu passive Mailänder, klettert auf den dritten Platz der Gruppe B und darf somit weiter im internationalen Geschäft mitmischen.

von Timo Strömer