Adieu Champions League: 2:2 bei Anorthosis reicht nicht

Enttäuschte Mienen bei den Werder-Profis: Die Grün-Weißen sind vorzeitig aus der Champions League ausgeschieden.
Profis
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Stand nach seiner Muskelverletzung wieder im Aufgebot der Bremer: Nationalspieler Clemens Fritz.

Werder Bremen hat sich nicht für das Achtelfinale der Champions League qualifizieren können. Die Grün-Weißen trennten sich am vorletzten Spieltag der Gruppe B mit 2:2-Unentschieden von Anorthosis Famagusta und müssen die K.O.-Spiele der „Königsklasse“ als vorerst Tabellenletzter vorzeitig abhaken. Die Zyprer gingen nach Toren von Nikos Nikolaou (62.) und Savio (68.) mit 2:0 in Führung, Diego (70./FE) und Hugo Almeida (87.) erzielten die Treffer für Werder.

Bremens Cheftrainer Thomas Schaaf veränderte seine Mannschaft im Vergleich zum Bundesligaspiel gegen den Hamburger SV auf insgesamt drei Positionen. Christian Vander stand anstelle des verletzten Tim Wiese (Adduktorenprobleme) im Tor, Clemens Fritz rückte für Petri Pasanen (muskuläre Beschwerden) rechts in die Viererkette und Mesut Özil ersetzte Aaron Hunt auf der halblinken Position in der Mittelfeldraute.

Werder von Beginn an spielbestimmend

Werder startete ruhig, konzentriert und zunächst abwartend in die so wichtige Champions-League-Partie und es dauerte bis zur 15. Spielminute, ehe sich die Grün-Weißen unter dem zyprischen Nachthimmel akklimatisiert hatten und die erste Torchance verbuchen durften. Torsten Frings setzte sich gut an der Strafraumgrenze durch, aber er scheiterte mit seinem Schuss an Torhüter Zoltan Nagy, der den Ball zur Ecke parierte. In der Folge bestimmte Werder das Spielgeschehen, Famagusta lauerte vor heimischer Kulisse auf Konter und ließ die Gäste gewähren. Die Bremer vermochten es aber nicht, den Feldvorteil in zwingende Torchancen umzumünzen.

Famagusta steht tief, Werder sucht sein Glück aus der Distanz

Famagusta jubelt...

Die massierte Abwehrreihe der Gastgeber war für Werder nur schwer zu durchbrechen und so suchten die Gäste ihr Glück vermehrt aus der Distanz: Diego prüfte Nagy mit einem Aufsetzer (22.), bevor Almeida das Leder aus gut 25 Metern an den Querbalken drosch (28.). Famagusta blieb dagegen bis zur 40. Minute ohne nennenswerte Torchance. Erst Nikos Katsavakis sorgte mit seinem Kopfball für Aufregung im Bremer Strafraum, doch die Kugel segelte links am Kasten der Hansestädter vorbei (40.). Den Schlusspunkt der ersten Spielhälfte setzte Claudio Pizarro: Der Peruaner erwischte eine Flanke von Fritz mit dem Kopf, aber der Ball landete direkt in den Armen des Famagusta-Keepers (42.). Werder blieb bis zum Pausenpfiff das tonangebende Team, strahlte jedoch unterm Strich zu wenig Torgefahr aus. Die Zyprer agierten auf der Gegenseite viel zu passiv und so gingen die beiden Mannschaften mit dem Stand von 0:0 in die Halbzeitpause.

Werder drückt, Anothorsis trifft

Auch zu Beginn der zweiten Spielhälfte gab Werder den Takt vor. Das erste Ausrufezeichen im zweiten Durchgang setzte beinahe Pizarro. Nach einer Flanke von Frings verpasste „Piza“ das Leder denkbar knapp – da hätte mehr bei raus springen können (53.). Ebenso in der 61. Minute, als Almeida eine Flanke von Fritz völlig unbedrängt links am Kasten vorbei köpfte. Anorthosis machte es deutlich besser: Ein Eckball von rechts landete genau vor den Füßen von Nikolaou, der die Kugel per Direktabnahme im Bremer Gehäuse versenkte (62.) – 1:0 für Famagusta, das hatte sich nun wirklich nicht angedeutet.

Elfmeter bringt Bremen zurück ins Spiel

...Per Mertesacker und Christian Vander müssen zusehen.

Werder war in der Folge sichtlich geschockt und die Zyprer setzten sogar noch einen drauf. Nur sechs Minuten später erhöhte Famagusta auf 2:0. Vander hielt zunächst gegen Nikos Frousos, musste sich aber im Nachschuss gegen Savio geschlagen geben (68.). Nun ging es Schlag auf Schlag, Werder schmiss noch einmal alles nach vorne und bekam einen Elfmeter zugesprochen (Foul von Nikolaou an Hunt). Diego verwandelte souverän zum 1:2 Anschlusstreffer (70.) - die Bremer noch einmal im Aufwind? Werder ließ nicht locker und erarbeitete sich gute Möglichkeiten. Pizarro scheiterte doppelt an Nagy (75./76.), bevor Özils Schuss aus guter Position ins Toraus abgefälscht wurde (83.).

Almeida hat den Siegtreffer auf dem Fu

Die Zeit lief Werder davon und so half es den Bremern auch nicht, dass Almeida noch das 2:2 erzielte. Markus Rosenberg hatte zuvor eine Flanke von Özil per Kopf verlängert, Hugo verwertete sicher zum Ausgleich (86.). Der Portugiese hätte kurz darauf sogar noch das Siegtor für die Gäste markieren können: Er ging allein auf Schlussmann Nagy zu, vermochte es aber nicht den Ball am Keeper vorbei zu schieben (88.). So blieb die ersehnte Wende aus – Vander musste in der Nachspielzeit sogar noch einmal sehenswert gegen Giorgos Panagi parieren - und Werder verabschiedet sich vorzeitig aus der Champions League. Am letzten Spieltag treffen die Grün-Weißen zu Hause auf Inter Mailand, für Frings und Co. besteht dann zumindest noch theoretisch die Möglichkeit, sich mit dem dritten Platz der Gruppe B für den UEFA-Pokal zu qualifizieren.

von Timo Strömer

Anorthosis Famagusta: Nagy – Constantinou, Katsavakis, Dellas, Leiwakabessy – Skopolitis (46. Nikolaou), Dobrasinovic, Laban, Ocokoljic (56. Frousos), Savio (71. Panagi) – Taher.

Werder Bremen: Vander, Fritz (76. Boenisch), Mertesacker, Naldo, Tosic – Baumann (59. Hunt), Frings, Özil, Diego, Pizarro (79. Rosenberg), Almeida.

Tore: 1:0 Nikolaou (62.), 2:0 Savio (68.), 2:1 Diego (70. FE.), 2:2 Almeida (87.).

Verwarnungen: Laban - Diego, Baumann, Frings, Tosic

Schiedsrichter: Manuel Mejuto Gonzales (Spanien)

GSP-Stadion: 21.000 Zuschauer