Aus in der Champions League - UEFA-Cup wartet

Diego ist nach der Niederlage in Piräus sichtlich enttäuscht. Trotzdem erreichte die Mannschaft von Cheftrainer Thomas Schaaf als Gruppendritter den UEFA-Cup.
Profis
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Nach einer 3:0-Niederlage bei Olympiacos Piräus ist Werder Bremen am Dienstag, 11.12.2007, aus der Champions League ausgeschieden, erreicht aber als Gruppendritter den UEFA-Cup.

Das Endspiel um Platz zwei gingen beide Seiten sehr körperbetont an.

Die zweite Halbzeit im Georgios-Karaiskakis-Stadion von Piräus hatte gerade begonnen, da setzte der Brasilianer Naldo nach einem Eckstoß seines Landsmannes Diego einen wuchtigen Kopfstoß auf das gegnerische Tor: Hart und präzise flog der Ball in die kurze Ecke. Weder Torwart Nikopolidis, noch der griechische Verteidiger Mendrinos hatten genug Zeit, zu reagieren. Doch die brauchte der Abwehrspieler auch überhaupt nicht. Er stand genau an dem Platz, den Fußballfans gewöhnlich als goldrichtig beschreiben. Der Ball prallte von der Brust des Griechen zurück ins Feld, wo die Teamkollegen klärten.

Genau das war es, was an diesem Dienstagabend der Mannschaft von Cheftrainer Thomas Schaaf fehlte: In den entscheidenden Momenten einen Schritt vor dem Gegner zu stehen, einen Gedanken voraus zu sein, auch einmal das Glück auf der eigenen Seite zu haben. Stattdessen reichten den Gastgebern aus Piräus drei Angriffe, um das Finale um den Einzug ins Champions-League-Achtelfinale für sich zu entscheiden.

Werder kommt schnell ins Spiel und wird kalt erwischt

Dabei lagen die Vorteile zu Beginn der Partie bei den Grün-Weißen. Einen Schuss von Diego in der achten Minute konnte Nikopolidis nur abklatschen lassen, doch der zum Nachschuss heransprintende Boubacar Sanogo verpasste um Haaresbreite. Im Gegenzug gelang den Griechen dann der Führungstreffer. Der zweikampfstarke LuaLua passte vor dem Sechzehner quer auf Stoltidis, der sich den Ball unbedrängt vorlegen konnte und aus 18 Metern abzog. Torhüter Tim Wiese blieb gegen den platzierten Schuss nur das Nachsehen (12.).

In der Folge bestimmte Werder das Spiel und kam trotz der eng gestaffelten Defensive der Gastgeber zu einigen Möglichkeiten. Doch sowohl Tim Borowski, als auch Sanogo scheiterten bei ihrer Doppelchance am gegnerischen Torwart (24.), der immer wieder Unsicherheiten zeigte. Für die nächste Gelegenheit zum Ausgleich sorgte der ständig strengstens bewachte Diego: An der rechten Strafraumgrenze setzte sich der Brasilianer gleich gegen zwei seiner Bewacher durch und legte quer auf den heranpreschenden Jensen. Europameister Nikopolidis hatte Glück, dass der Schuss des Dänen knapp sein Ziel verfehlte (37.).

Diego hatte häufig mehrere Gegenspielern zugleich gegen sich stehen.

Auf der anderen Seite zeigte Tim Wiese mit einer sehenswerten Reaktion seine ganze Klasse. Wieder hatte LuaLua einen seiner Mitspieler in Szene gesetzt, wieder wurde es brandgefährlich. Geistesgegenwärtig stürmte Wiese aus seinem Kasten auf den einschussbereiten Kovacevic und parierte dessen Versuch glänzend (41.).

Wiese ohne Chance - Entscheidung in vier Minuten

In der 70. Minute war der Bremer Torwart dann machtlos: Auf der linken Außenbahn gelangt Stoltidis an den Ball und flankt scharf vor das Tor der Gäste. Innenverteidiger Naldo kommt gegen Kovacevic einen Schritt zu spät und der Stürmer bringt den Ball zum 2:0 im langen Eck unter.

Vier Minuten später legte das Duo der Griechen sogar noch einen Treffer nach. Dieses Mal bediente Kovacevic nach einer Ecke mit dem Kopf Stoltidis, der fünf Meter vor Werders Gehäuse völlig frei zum Schuss kommt. Nun hätte auch der Bremer Verteidiger am berühmten goldenen Fleck stehen können, so aber rutschte das Leder zum entscheidenden 3:0 für Piräus durch die Beine des Spielers in die Maschen (74.).

Werder qualifiziert sich für den UEFA-Cup

Zwar spielte Werder danach auch weiterhin auf einen Torerfolg, doch fehlte den Spielern in ihren Aktionen nun die nötige Kraft, um gegen die tief stehenden Griechen noch etwas auszurichten.

Trotz der Niederlage überwintert Werder im europäischen Wettbewerb. Durch den Sieg von Gruppensieger Real Madrid über Lazio Rom beschließt Werder als Dritter die Vorrunde der Champions League und qualifiziert sich genau wie in der Vorsaison für den UEFA-Pokal.

von Felix Ilemann