Spielbericht: „Joker“ Di Natale zerstört Werders Siegträume

Linksverteidiger Christian Schulz bereitete mit einem langen Freistoß das Führungstor für Werder vor.
Profis
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Werder Bremen hat am dritten Spieltag der Champions-League-Gruppe C den ersten Sieg knapp verfehlt. Die Schützlinge von Cheftrainer Thomas Schaaf kamen bei Udinese Calcio zu einem 1:1. Nachdem Felipe per Eigentor die Führung erzielt hatte (64.), gelang Antonio Di Natale vier Minuten vor Schluss noch der Ausgleich.

Nelson Valdez konnte sich gegen Udinese nur selten in Szene setzen.

Die Werderaner begannen das Spiel vor 30.000 Zuschauern im Stadio Friuli konzentriert und verzeichneten durch Nelson Valdez, der für den gelb-rot-gesperrten Ivan Klasnic ins Team gerückt war, zwei erste kleine Torchancen (6., 7.). Gegen die aufmerksamen Italiener, deren Defensive vom 39-jährigen argentinischen „Oldtimer“ Roberto Sensini hervorragend zusammengehalten wurde, taten sich die Grün-Weißen im Verlaufe der ersten Halbzeit jedoch schwer, zu zwingenden Möglichkeiten zu kommen. Die einzige große Chance hatte der engagierte Johan Micoud auf dem Fuß, doch er traf mit einem Distanzschuss unmittelbar vor der Pause nur das Lattenkreuz.

Felipes Eigentor sorgt für grün-weißen Jubel

Die auf Konter lauernden Italiener kamen nur selten vor das gegnerische Tor, auch weil die Bremer Viererkette sie immer wieder ins Abseits laufen ließ. Zwei Mal herrschte allerdings doch Gefahr vor dem Gehäuse von Andi Reinke: Nach einem Ballverlust im Mittelfeld lief erst Di Michele alleine durch und verfehlte (33.), fünf Minuten später zog Vincenzo Iaquinta gegen Reinke, der geschickt den Winkel verkürzte, knapp vorbei.

Nach dem Wechsel bemühte sich Werder, das Tempo wieder anzuziehen, kam aber weiterhin nicht zu großen Chancen. Stattdessen hatten die Hanseaten in der 64. Minute das Glück des Tüchtigen auf ihrer Seite. Christian Schulz trat einen Freistoß von der rechten Seite hoch und lang in den Strafraum, Udineses Verteidiger Felipe kam vor den Bremer Stürmern an den Ball und köpfte die Kugel unhaltbar für Schlussmann Morgan De Sanctis rechts unten ins Tor.

Zum Leidwesen der Werderaner gab der Treffer jedoch eher dem Gastgeber Auftrieb. Die Italiener wurden nun offensiver, ohne dass die Schaaf-Elf von dem gestiegenen Raumangebot profitieren konnte. Lediglich Kapitän Frank Baumann köpfte nach einer Ecke noch einmal gefährlich auf das Tor, doch De Sanctis hielt (77.). Zuvor hatte Andi Reinke den Bremern im Nachfassen nach einem Schuss von Paulo Barreto die Führung bewahrt (70.).

Cosmi beweist "goldenes Händchen"

Valerio Bertotto behauptet den Ball gegen Werder-Torjäger Miroslav Klose.

Mit den Einwechselungen von Stefano Mauri und Antonio Di Natale bewies Udinese-Coach Serse Cosmi wenig später indes ein "goldenes Händchen". Mit einem Pass aus dem Mittelfeld hebelte Mauri die gesamte grün-weiße Abwehr aus und schickte Di Natale auf die Reise, der allein vor Reinke cool blieb und den Ball mit einem platzierten Rechtsschuss im Tor versenkte (86.). Danach lief bei beiden Teams nicht mehr viel zusammen, so dass das Remis unter dem Strich leistungsgerecht ausfiel.

Den Italienern, die nun vier Punkte auf ihrem Konto haben, hilft der Zähler mehr als den Grün-Weißen, die am Tabellenende bleiben und weiterhin drei Punkte Rückstand auf Udinese und Panathinaikos Athen (0:0 gegen Barcelona) haben.

von Kevin Kohues