0:2 gegen Barcelona: Starke Leistung bleibt unbelohnt

Patrick Owomoyela und Ronaldinho lieferten sich über 90 Minuten viele packende Zweikämpfe.
Profis
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Werder Bremen hat das Auftaktspiel in der Champions League gegen den FC Barcelona am Mittwochabend trotz einer spielerisch und kämpferisch starken Leistung mit 0:2 (0:1) verloren. Während die Grün-Weißen aber aus zahlreichen hochkarätigen Chancen besonders in der ersten Halbzeit keine Tore machten, zeigte sich der spanische Meister cleverer und kam durch einen abgefälschten Schuss von Deco (13.) und einen verwandelten Foulelfmeter von Ronaldinho (76.) zum Sieg.

 

[kasten]Vor 37.000 Zuschauern im ausverkauften Weser-Stadion wäre Werder beinahe ein Start nach Maß geglückt. Nach gerade einmal 60 Sekunden schickte Ivan Klasnic per Steilpass Nelson Valdez, der für den gesperrten Miroslav Klose in der Bremer Startelf stand. Der Paraguayer scheiterte mit seinem Schuss aus halblinker Position jedoch an Barca-Schlussmann und Beinahe-Namensvetter Victor Valdés. Werder wirkte in den Anfangsminuten noch etwas nervös und hektisch, während die Spanier den Ball geschickt in den eigenen Reihen laufen ließen. Gleich die erste Torchance der Gäste brachte die Führung. Nach einer Flanke von Giovanni van Bronckhorst gelangte der Ball über die Stationen Eto'o, Ronaldinho und erneut Eto'o zu Deco, der von der Strafraumgrenze abzog und davon profitierte, dass Werder-Kapitän Frank Baumann den Ball unglücklich abfälschte. So wurde Andi Reinke auf dem falschen Fuß erwischt – das 0:1 (13.).

 

Neun Minuten später hätte der Favorit aus Katalonien auf 2:0 erhöhen können, doch van Bronckhorsts Volleyschuss nach Ecke von Xavi strich links am Tor vorbei. Die Werderaner spielten bis Mitte der ersten Hälfte zwar gut mit, fanden aber kaum ein Durchkommen gegen die kompakte Barca-Abwehr um Kapitän Carles Puyol.

 

Ab der 27. Minute änderte sich dies schlagartig. Werder drehte, zunächst in Person von Nelson Valdez, richtig auf. Der Paraguayer tanzte auf der rechten Seite Oleguer aus und brachte eine scharfe Flanke in den Strafraum, doch Ivan Klasnic verpasste den Ball um Haaresbreite. Die Antwort der Katalanen kam prompt: Auf der Gegenseite parierte Andi Reinke einen Schuss von Samuel Eto'o aus spitzem Winkel glänzend.

 

Valdez vergibt "Hundertprozentige"

 

Bis zur Halbzeit hatte Werder seine stärkste Phase, produzierte Chancen beinahe im Minutentakt. Erst kam Klasnic nach Zusammenspiel mit Valdez einen Tick zu spät (29.), dann verpasste er den Paraguayer mit eine Flanke von rechts (34.). Die größte Möglichkeit des Spiels hatte Valdez eine Minute später. Klasnic marschierte nach einem Fehler von Juliano Belletti über links, doch die scharfe Hereingabe des Kroaten schoss sein Sturmpartner aus knapp fünf Metern über das Tor. Torsten Frings (38.) und Johan Micoud (41.) probierten es danach zweimal gefährlich aus der Distanz, bevor Werders Franzose nach Vorlage von Valdez mit einem Volleyschuss an den rechten Pfosten das letzte Ausrufezeichen der ersten Hälfte setzte. Das begeisterte Publikum verabschiedete die Grün-Weißen mit stehenden Ovationen in die Pause.

 

Nach dem Wechsel hatte Werder durch einen Naldo-Freistoß aus über 30 Metern wieder die erste Chance, doch der Ball strich ein gutes Stück rechts am Tor vorbei. Einer der seltenen, aber stets gefährlichen Barca-Vorstöße brachte beinahe das zweite Tor von Deco. Doch der Portugiese scheiterte nach einem Ballverlust von Baumann wie Micoud zuvor am rechten Pfosten. Die Werderaner kamen danach nicht mehr so zwingend vor das gegnerische Tor wie zuvor und mussten ihrem kräftezehrenden Spiel Tribut zollen. Zwei Klasnic-Schüsse (54., 64.) und ein Freistoß-Hammer von Petri Pasanen (73.), den Valdés gerade noch zur Ecke lenken konnte, blieben die einzigen nennenswerten Möglichkeiten des zweiten Durchgangs.

 

Ronaldinho nutzt Foulelfmeter zur Entscheidung

 

Ein Foulelfmeter brachte schließlich die Entscheidung für Barcelona. Der eingewechselte Lionel Messi kam im Laufduell mit Christian Schulz zu Fall, der norwegische Schiedsrichter Terje Hauge zögerte keine Sekunde und zeigte auf den Punkt. Ronaldinho, der seine Klasse zuvor gegen Patrick Owomoyela nur selten Schau stellen konnte, ließ sich die Chance nicht entgehen und verwandelte eiskalt (76.). Werder kämpfte zwar weiter aufopferungsvoll, doch Barcelona brachte die Führung clever über die noch verbleibende Zeit.

 

von Kevin Kohues