Werder gewinnt in Oldenburg nach Neun-Meter-Krimi

Montag, 05.01.2004 // 12:46 Uhr

Werder ist mit einem Sieg in das Jahr 2004 gestartet. Am Montagabend sicherte sich das Team von Cheftrainer Thomas Schaaf durch einen 5:4 (3:3)-Erfolg im Neunmeterschießen über den VfL Bochum den Turniersieg beim Budenzauber in der Weser-Ems-Halle. "Es ist natürlich super, dass das Jahr so beginnt", meinte auch Holger Wehlage. "Das wird uns weiteren Auftrieb geben und spornt uns für die kommenden Aufgaben an."

 

Dass die Euphorie über den Turniererfolg in den nächsten Wochen anhält wünscht sich auch Cheftrainer Thomas Schaaf, der besonders mit der engagierten Leistung seines Teams zufrieden war. "Bochum war ein würdiger Finalist, der uns alles abverlangt hat. Schön, dass wir so gut dagegen gehalten haben. Ich hoffe, dass es in den nächsten Tagen so weitergeht."

 

Letztendlich zu verdanken haben die Bremer den Sieg ihrem Schlussmann Pascal Borel, der im entscheidenen Augenblick die Nerven behielt und den Neunmeter von Thomas Zdebel abwehrte.

 

Doch das gute Abschneiden der Bremer zeichnete sich schon zu Beginn des Turniers ab, als sie gleich im ersten Spiel Gastgeber Oldenburg mit 4:1 aus der Halle fegten. Ein 4:4-Unentschieden in der zweiten Partie gegen Borussia Mönchengladbach reichte den Grün-Weißen zum Gruppensieg. Ein 4:2-Erfolg im Halbfinale gegen Arminia Bielefeld bedeutete für das Team von Cheftrainer Thomas Schaaf dann den Einzug in das Finale.

 

Doppelten Grund zur Freude hatte an diesem Abend Werders Torjäger Ivan Klasnic, der zum besten Spieler des Turniers gewählt wurde. "Natürlich freue ich mich über meine Auszeichnung. Aber ich sehe es in erster Linie als eine weitere Auszeichnung der Mannschaft", so der Kroate bescheiden, der die Augen schon wieder auf den morgigen Tag gerichtet hat. "Gross feiern werden wir unseren Triumpf aber nicht. Wir konzentrieren uns schon wieder auf das morgige Training und freuen uns, unsere Leistung am Abend in Schwerin bestätigen zu können."

 

Der Turnierverlauf von Oldenburg in Zahlen und Fakten

 

Das Hallenteam von Werder Bremen: (Tore)

Pascal Borel, Michael Jürgen, Tim Borowski (1), Ivan Klasnic (4), Nelson Valdez (1), Christian Schulz, Simon Rolfes (2), Marco Reich (2), Pekka Lagerblom (1), Paul Stalteri (1), Holger Wehlage, Marco Stier (3)

 

Vorrunden-Gruppe A:

Arminia Bielefeld

Denizlispor

VfL Bochum

 

Vorrunden-Gruppe B:

VfB Oldenburg

Borussia Mönchengladbach

Werder Bremen

 

Vorrunde:

 

Spiel 1: 17:30 – 17:53 Uhr Arminia Bielefeld – Denizlispor 2:1

Das war noch nicht berauschend, was die beiden Teams gezeigt haben. Die Mannschaft aus der Türkei wachte erst nach dem Führungstor der Arminia auf. Trotz des zwischenzeitlichen Ausgleichs in Durchgang zwei, holten sich die Ostwestfalen die ersten Punkte.

 

Spiel 2: 17:57 – 18:20 Uhr VfB Oldenburg – Bor. M`Gladbach 2:1

Für eine kleine Überraschung sorgten die Hausherren. Der Viertligist aus Oldenburg schlug den Bundesligisten verdient mit 2:1. Die Oldenburger konnten es sich sogar leisten, einen Neunmeter zu verschießen.

 

Spiel 3: 18:24 – 18:47 Uhr Arminia Bielefeld – VfL Bochum 1:1

Die Arminia aus Bielefeld hat sich durch das Unentschieden für das Halbfinale qualifiziert. Bochum reicht im letzten Gruppenspiel gegen Denizlispor ein Punkt zum Weiterkommen.

 

Spiel 4: 18:51 – 19:14 Uhr VfB Oldenburg – Werder Bremen 1:4

Nun griff auch Werder ins Turniergeschehen ein. Doch die Bremer wurden kalt erwischt. Eine schöne Kombination der Oldenburger und es stand 1:0 für die Hausherren. Doch die Werderaner machten Druck. Nach einer Vorlage von Neuzugang Pekka Lagerblom glich Simon Rolfes aus. Kurz vor Halbzeitpfiff brachte Nelson Valdez die Grün-Weißen in Führung.

Das Team von Thomas Schaaf drehte jetzt auf. Tim Borowski und Marco Reich erhöhten auf 4:1.

 

Stimmen zum Spiel:

Simon Rolfes: "Es war ein optimaler Auftakt für uns. Für mich ging es gleich los mit dem ersten Tor. Einer musste schließlich die Rückrunde eröffnen. Ich bin froh, dass wir gewonnen haben, obwohl wir am Anfang Probleme mit dem glatten Boden hatten. Dass die Oldenburger nicht zu unterschätzen waren, hat man im Spiel gegen Gladbach gesehen."

 

Pekka Lagerblom: "Oh, es war ein guter Start für mich. Zwar war es nicht mein bestes Spiel aber es war ok. Es ist schon beeindruckend, wie sehr die Fans hier in der Halle Werder unterstützen. Ich hoffe, im nächsten Spiel gelingt mir mein erstes Tor."

 

Pascal Borel: "An die Hallenmaße muss man sich erst einmal gewöhnen. Das macht mich ganz wirr, wenn der Elfmeterpunkt nur neun Meter weit weg ist und der Strafraum schon bei zehn Metern endet. Über das Gegentor hab ich mich natürlich geärgert aber es ist schwer, in der Halle zu Null zu spielen. Wenn wir in jedem Spiel nur einen Gegentreffer kassieren, gewinnen wir zu 80 Prozent das Turnier."

 

Spiel 5: 19:18 – 19:41 Uhr Denizlispor – VfL Bochum 3:4

Die Bochumer haben das Halbfinale erreicht. In einem spannenden und torreichen Spiel setzten sie sich knapp gegen das Team aus Fernost durch.

 

Spiel 6: 19:45 – 20:08 Uhr Bor. M`Gladbach – Werder Bremen 4:4

Gladbach kämpfte um die letzte Chance doch noch das Halbfinale zu erreichen. Eine 2:0-Führung glichen Marco Stier und Ivan Klasnic bis zur Halbzeit aus.

Die Fohlenelf gelang erneut die Führung. Doch durch einen krassen Abwehrfehler gelang Marco Reich der erneute Ausgleich. Kurz darauf brachte Ivan Klasnic mit seinem zweiten Turniertreffer Werder zum ersten Mal in diesem Spiel in Führung. Der Ausgleich der Borussia kurz vor Schluss, konnte das Ausscheiden der Gladbacher auch nicht mehr verhindern.

 

Stimmen zum Spiel:

Jürgen L.Born: "Ich habe mir die Spiele angeschaut und bin bisher sehr zufrieden. Das 4:4 gegen Gladbach war bis jetzt das spannenste Spiel des Turniers. Jetzt sind wir Blutgruppenerster (lacht). So kann es weitergehen."

 

Tim Borowski: "Wir kommen immer besser ins Turnier. Das war gar nicht so leicht, weil wir sehr lange auf unser erstes Spiel warten mussten. Eine Prognose kann ich noch nicht abgeben, weil wir erst zwei Spiele gemacht haben. Ich hoffe, es werden noch mehr."

 

Ivan Klasnic: "Jetzt sind mir meine ersten Tore gelungen. Das war mein Durchbruch in diesem Turnier. Jetzt greife ich die Torjägerkanone an. Es sollen noch ein paar Treffer folgen. Insgesamt denke ich, dass wir verdient Gruppenerster geworden sind. Jetzt wollen wir das Turnier auch gewinnen."

 

Abschlusstabelle Gruppe A:

 

1. VfL Bochum 4 Punkte, 5:4 Tore

2. Arminia Bielefeld 4 Punkte, 3:2 Tore

3. Denizlispor 0 Punkte, 4:6 Tore

 

Abschlusstabelle Gruppe B:

1. Werder Bremen, 4 Punkte, 8:5 Tore

2. VfB Oldenburg, 4 Punkte, 3:5 Tore

3. Borussia Mönchengladbach, 1 Punkt, 5:6 Tore

 

Halbfinale:

 

Spiel 7: 20:23 – 20:46 Uhr VfL Bochum - VfB Oldenburg 3:2

Beide Teams lieferten sich eine packende Begegnung. Zur Halbzeit führte Bochum knapp mit 2:1 aber die Oldenburger hängten sich spürbar rein und gaben alles.

Auch im zweiten Durchgang blieb es spannend. Bochum erhöhte auf 3:1 und kurze Zeit später stellte der VfB den alten Abstand wieder her, bei dem es aber bis zum Schlußpfiff bleiben sollte.

 

Spiel 8: 20:50 – 21:13 Uhr Werder Bremen – Arminia Bielefeld 4:2

Werder ging hochkonzentriert in dieses Halbfinale und ging nach einer starken Einzelleistung von Marco Stier verdient in Führung. Wenig später erhöhte Paul Stalteri nach schöner Vorarbeit von Ivan Klasnic auf 2:0. Kurz vor der Pause gelang den Bielefeldern noch der Anschlusstreffer.

Doch nach der Pause stellte Ivan Klasnic den alten Abstand wieder her. Nun ging es Schlag auf Schlag. Arminia konnte erneut verkürzen und Marco Stier baute mit seinem dritten Turnier-Treffer die Führung zum 4:2-Endstand aus.

 

Stimmen zum Spiel:

Marco Stier: "Es macht mir Riesenspaß und es ist eine große Ehre für mich hier bei den Profis mitspielen zu dürfen. Es ist natürlich doppelt so schön, wenn es so gut läuft. Genauso wie Ivan habe ich jetzt drei Tore geschossen, doch ich bleib auf dem Boden, weil es kein so ganz wichtiges Turnier ist. Wir wollen jetzt aber auch gewinnen. Wer dafür die Tore schießt, ist mir egal. Hauptsache der Teamgeist stimmt."

 

Thomas Schaaf: "Gut, dass wir jetzt ins Finale eingezogen sind. Die Jungs sind mit sehr viel Engagement dabei. So kann es im Finale und in den kommenden Wochen weitergehen."

 

Holger Wehlage: "Es ist gut, dass es endlich wieder losgeht. Die Füße haben schon gekribbelt. Wenn es dann auch noch so gut läuft, macht es umso mehr Spaß."

 

Spiel um Platz 3:

 

Spiel 9: 21:28 – 21:55 Uhr VfB Oldenburg – Arminia Bielefeld 1:3

Die Arminia sicherte sich durch den 3:1-Erfolg den dritten Rang. Doch lag hinter dem Team von Benno Möhlmann ein hartes Stück Arbeit. Die Gastgeber aus Oldenburg kämpften aufopferungsvoll und gingen sogar Ende der ersten Halbzeit in Führung. Noch vor der Pause glichen die Bielefelder aber aus und gingen Mitte des zweiten Durchgangs mit 2:1 in Führung. Kurz vor Schluss erhöhten sie noch auf 3:1.

 

Finale:

 

Spiel 10: 22:00 – 22:27 Uhr VfL Bochum – Werder Bremen 5:4 n.NmS. (3:3)

3:3 stand es nach 20 Minuten. Bochum führte zwischenzeitlich schon mit 3:1. Doch die Tore von Simon Rolfes und Pekka Lagerblom sorgten für den Ausgleich. Zuvor traf bereits Ivan Klasnic für die Bremer. Somit musste das Neunmeterschießen über den Turniersieg entscheiden. Am Ende behielt Werders Keeper Pascal Borel die besseren Nerven und hielt den entscheidenen Schuss von Thomas Stebel und sicherte Werder Bremen somit den Turniersieg.

 

Schützen beim Elfmeterschießen:

1:0 Stier

1:1 Freier

2:1 Klasnic

2:2 Zdebel

3:2 Borowski

3:3 Edu

4:3 Stier

4:4 Freier

5:4 Klasnic

Zdebel scheitert an Borel