Picos Premiere, ein "supergeiles" Jubiläum und die Serienbrecher von '83

Zehn denkwürdige Derby-Momente

1983: Mit Benno Möhlmanns Treffer durchbricht der SVW die HSV-Rekordserie
1983: Mit Benno Möhlmanns Treffer durchbricht der SVW die HSV-Rekordserie (Foto: imago).
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Mittwoch, 15.09.2021 / 17:35 Uhr

Von Katharina Grote

Nach dreieinhalb Jahren ohne Nordderby steigt am Samstag um 20.30 Uhr (live auf SPORT1auf Sky und im betway Live-Ticker auf WERDER.DE), endlich wieder ein Duell zwischen dem SV Werder und dem Hamburger SV. Es ist bereits das 154. Pflichtspiel zwischen beiden Teams, da haben sich in den vergangenen Jahrzehnten einige emotionale und unvergessene Ereignisse zugetragen. WERDER.DE blickt auf zehn kuriose und denkwürdige Momente mit dem Erzrivalen aus Hamburg zurück.

Der Treffer von Zlatko Junuzovic sichert den Sieg im 100. Derby
Der Treffer von Zlatko Junuzovic sichert den Sieg im 100. Derby (Foto: nordphoto).

1. Das letzte Nordderby: Wären die Hamburger am 12. Mai 2018 nicht abgestiegen, wäre die Partie zwischen dem SVW und dem HSV nach wie vor das Rekord-Duell in der Bundesliga. Aktuell liegt das Duell zwischen Werder und Bayern mit 110 Aufeinandertreffen vor dem Derby (108). Nun treffen die beiden Mannschaften erstmals seit dreieinhalb Jahren und dem letzten Duell am 24. Februar 2018 aufeinander. Nach dem damaligen 1:0-Erfolg der Grün-Weißen (Eigentor: Rick van Drongelen, jetzt das Spiel in voller Länge anschauen!) ist es nun das erste Aufeinandertreffen in der 2. Bundesliga.

2. Die schönste Niederlage gegen den HSV: In einem Spiel vier Gegentore vom Hamburger SV zu bekommen, ist für jeden Werder-Fan eine absolute Katastrophe. Am 14. Mai 1988 war allerdings alles anders: An diesem Tag verloren die Grün-Weißen zwar mit 1:4 auf heimischen Rasen, allerdings war diese Pleite allen Beteiligten mehr als egal. Der Grund: Die Mannschaft und Fans feierten trotz der Niederlage die bis dato zweite Meisterschaft in der Bundeliga-Geschichte.

3. Das 100. Nordderby: Es ist der 01.03.2014. Am 23. Spieltag steht das 100. Nordderby zwischen dem SV Werder Bremen und dem Hamburger SV auf dem Spielplan. Die Grün-Weißen, damals auf dem 14. Tabellenplatz und die Rothosen, 16. in der Tabelle, trennten nur drei Zähler. Es ist ein brisantes, sportlich enorm wichtiges und im Vorfeld aufgeladenes Derby. Trainiert von Robin Dutt entscheidet Werder das 100. Aufeinandertreffen für sich. Der Song des Abends: SUPERGEIL! In der 19. Minute chippte Aaron Hunt, bekanntlich zuletzt sechs Jahre für den HSV aktiv, die Kugel in den Sechszehner, wo Zlatko Junuzovic die Kugel an Rene Adler vorbeilegte und mit dem "goldenen Treffer" den Osterdeich in kollektive Ekstase versetzte (zu den Highlights)!

Werder-Talente um Mbom sind Hamburgs Spielverderber

Die U19 entreißt dem HSV 2018 den Titel im A-Junioren-Derby (Foto: Kebografie).

4. U19 bringt den HSV um den Titel: Ja, am Ende einer tollen Saison 2017/18 reichte es für Werders U19 nicht für den Meistertitel. Der Jubel am letzten Spieltag war dennoch groß. Zwei Mal lagen die Grün-Weißen, für die unter anderem Manuel Mbom, Luca Plogmann und Ilia Gruev auf dem Platz standen, gegen den Erzrivalen aus Hamburg zurück. Ein HSV-Sieg hätte die Staffel-Meisterschaft in der Jugendbundesliga bedeutet. Kurz vor Ablauf der regulären Spielzeit versenkte jedoch der gebürtige Hamburger (!) David Philipp einen direkten Freistoß, entriss den "Rothosen" damit den Titel in letzter Sekunde und machte schließlich Hertha BSC zum Meister der Nord/Nordost-Staffel. Mehr dazu lesen! Hier den entscheidenden Freistoß noch einmal anschauen!

5. Ende einer Rekordserie: Wie man die bis dato längste Serie der Bundesliga beendet, zeigten im Januar 1983 Benno Möhlmann, Rudi Völler, Frank Neubarth und Co. Mit 3:2 siegte Werder, Ditmar Jakobs‘ Tor drei Minuten vor Ende des Spiels kam für die Hamburger zu spät. Somit setzte Werder einer 36 Spiele andauernder Rekordserie des HSV ohne Niederlage ein Ende. Der damalige Torschütze zu Werders 1:0-Führung Rudi Völler erinnert sich noch gerne: „Es war ein Duell auf allerhöchster Ebene. Der HSV war eine der besten Mannschaften Europas. Die Stimmung im Weser-Stadion war hervorragend. Für uns war das eine tolle Geschichte.“

6. Werder mit der HSV-Raute auf der Brust: Es glich einer Demütigung, als die Bremer am 27. November 1971 zur zweiten Halbzeit in den Jerseys des Hamburger SV aus dem Kabinentrakt des Volksparks kommen mussten. Der Grund: Schiedsrichter-Legende Walter Eschweiler hatte in den ersten 45 Minuten Probleme damit, beide Teams auseinanderzuhalten, da der SV Werder seit Saisonbeginn in den Bremer Landesfarben Rot und Weiß spielte. Somit mussten die Bremer nach dem Seitenwechsel im blauen Trikot der Hamburger auflaufen. Am Ende unterlag der SVW auch noch mit 1:2. Fazit: Ein Tag zum Vergessen für Höttges und Co.

7. Fünfmal Nordderby in einer Saison, viermal in zweieinhalb Wochen: Die legendären Derbywochen vor rund einem Jahrzehnt dürfen in keinem Rückblick fehlen. In den Monaten April und Mai im Jahr 2009 hatten die Fans beider Klubs gleich viermal das Vergnügen. Innerhalb von nur 18 Tagen konnten sich der SVW und der HSV in gleich drei Wettbewerben messen. Die Grün-Weißen gewannen in der Liga, setzten sich im UEFA-Cup und Pokal durch und zogen gleich zweimal ins Finale ein – auch dank eines kleinen Stücks Papier, dass in die Werder-Historie einging und seinen Ehreplatz im WUSEUM fand.

Jetzt lesen: Halbfinal-Held Tim Wiese erinnert sich an Derbywochen

Mit dem höchsten Derby-Sieg Richtung Meisterschaft

Ailton mit dem vierten Treffer beim 6:0-Erfolg 2004 (Foto: nordphoto).

8. Sechsfacher Dank: Am 01. Mai 2004 hatte der Hamburger SV nicht mal ansatzweise die Chance, mit den Grün-Weißen mitzuhalten und fing sich so viele Treffer wie nie zuvor im Derby. Nachdem ein Eigentor von Sergej Barbarez die Bremer früh in Führung gebracht hatte, legten Ismael, Klasnic, Ailton, Valdez und per Strafstoß der "Beckham der Ukraine", Viktor Skripnik, nach und machten mit einem 6:0 den höchsten Werder-Sieg in der Derby-Historie perfekt. Die Kirsche auf der Sahnetorte in dieser Saison folgte einen Spieltag später: Durch den legendären 3:1-Erfolg beim direkten Konkurrenten FC Bayern München machte Werder den Meisterschaftstriumph perfekt. 

9. Von Ailton bis Wojtala: Was haben Ailton, Andreas Reinke, Benno Möhlmann, Boubacar Sanogo, Bruno Labbadia, Dennis Diekmeier, Dietmar Beiersdorfer, Aaron Hunt, Dirk Weetendorf, Eljero Elia, Fabian Ernst, Frank Ordenewitz, Frank Rost, Hans Schulz, Marinus Bester, Mohamed Zidan, Ole Björnmose, Raphael Wicky, Rodolfo Esteban Cardoso, Pawel Wojtala, Werner Dreßel und Martin Harnik gemeinsam? Richtig! Sie alle trugen bereits das Trikot der Grün-Weißen sowie der "Rothosen". Unvergessen dabei: Ailton schoss im HSV-Dress am 34. Spieltag der Saison 2005/2006 im direkten Duell beim 2:1-Sieg der Grün-Weißen am leeren Tor vorbei - Werder war in der Champions League, der HSV guckte in die Röhre.

10. Erste Meisterschaft dank Heidschnuckenbock "Pico": Wer nicht mehr genau weiß, wie der SV Werder eigentlich seinen ersten Titel in der Fußball-Bundesliga holen konnte, den möchten wir an dieser Stelle auf "Pico" aufmerksam machen. Das nach dem späteren Ehrenspielführer Arnold "Pico" Schütz benannte Tier wurde nämlich 1965 als lebendes Maskottchen bei den Bremern installiert. Also Vorlage galt "Geißbock Hennes", der sich ein Jahr zuvor beim 1. FC Köln bei dessen erster Meisterschaft als Glücksbringer entpuppte. Und jetzt kommt das Grandiose an der Sache: Heidschnuckenbock "Pico" feierte im ersten Meisterjahr ausgerechnet beim HSV im Volkspark sein Debüt. Der Ausgang des Spiels: 4:0 für den SVW. Noch Fragen?

 

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24.10.2021
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