Erste Erkenntnisse und der nette Nebeneffekt

Kohfeldt und Baumann über die Spiele ohne Zuschauer
Florian Kohfeldt kann der Tatsache, dass die Kommandos der Trainer aktuell besser verstanden werden auch Positives abgewinnen (Foto: nordphoto).
Profis
Montag, 25.05.2020 / 15:35 Uhr

Die ersten Spiele ohne Zuschauer sind gespielt, die ersten Ergebnisse notiert und die ersten Erkenntnisse gewonnen. Die Bundesliga ist im Sonderspielbetrieb angekommen, auch der SV Werder. Nach der Auftaktniederlage im menschenleeren wohninvest WESERSTADION reichte es vor den leeren Rängen im Schwarzwald zu drei Punkten. Geisterspiel gleich Geisterspiel? Mitnichten! Das sehen auch Florian Kohfeldt und Frank Baumann so. Die beiden Werder-Verantwortlichen zogen am Montag eine erste Zwischenbilanz und Vergleiche zwischen dem Heim- und Auswärtsspiel.

Für Werder-Coach Kohfeldt gab es zwischen Osterdeich und Breisgau vor allem einen Unterschied: den Hall. Während seine Anweisungen im wohninvest WESERSTADION aufgrund der Stadionstruktur im wahrsten Sinne des Wortes „verhallten“, gestaltete sich die Kommunikation in der leeren Freiburger Arena einfacher, klarer, verständlicher. Ganz grundsätzlich beobachtete Kohfeldt, dass die Anweisung der Trainerriege viel transparenter für die Öffentlichkeit sind. „Ich finde es gut, dass das Coaching mehr wahrgenommen wird, denn es sind einfach sehr viele fachliche Anweisungen bei allen Kollegen dabei. Es ist kein reines Reinbrüllen“, findet Kohfeldt, für den diese veränderte Wahrnehmung einen „netten Nebeneffekt“ darstellt.

Längere Nettospielzeit, weniger Hektik

Jetzt anschauen: Frank Baumann auf der PK vor dem Gladbach-Spiel!

Mit nur drei Heimsiegen aus 18 Bundesliga-Partien ohne Zuschauer springt statistisch gesehen eine weitere Erkenntnis ins Auge. Der Heimvorteil ist ohne die Fans passé. Eine Annahme, die Werder mit einem Sieg daheim gegen Mönchengladbach widerlegen will, so wie Köln zum Abschluss des vergangenen Spieltags eindrucksvoll widerlegte, dass ein 'Comeback' ohne die emotionale Zuschauermasse unmöglich sei. Mit dem Last-Minute-Ausgleich im Heimspiel gegen Düsseldorf kippten die Domstädter das Derby. Frank Baumann ist sich dennoch sicher: Ohne die Fan-Unterstützung fällt es den Teams schwerer, wieder ins Spiel hineinzufinden. 

Faktisch belegen lässt sich der größere Spielfluss. Die durchschnittliche Nettospielzeit liegt nach dem Wiederbeginn über der Marke von vor der Corona-Pause. „Auch die Spielfortsetzung ist schneller, das Spiel wirkt weniger hektisch“, findet Baumann – sowohl unter den Spielern als auch im Verhältnis zum Schiedsrichter, so der Geschäftsführer, der eine Bestätigung dieser Trends in den kommenden Wochen für möglich hält, wenngleich es in den hitzigen Endspurt der Saison gehe.

Was dagegen über jeden Zweifel erhaben ist: Die Fans fehlen. „Ein stückweit ist diese Situation zwar schon Normalität geworden, aber eine Normalität, die sich keiner wünscht“, sagt Baumann. "Wir lieben den Sport doch so sehr, weil er die Emotionen im Stadion abbildet", so der 44-Jährige. "Das fehlt. Wir dürfen über die aktuelle Situation nicht jammern, aber klar ist doch, dass wir uns schon darauf freuen, wenn die Spiele wieder mit Zuschauern ausgetragen werden.“

 

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