In den Tunnel-Modus

Vorbericht zum Union-Spiel
Raus aus der Pause: Der SV Werder ist bereit für den zweiten Sieg in Folge (Foto: nordphoto).
Vorbericht
Donnerstag, 12.09.2019 / 17:22 Uhr

Von Lukas Kober

Es geht weiter! Die Länderspielpause ist beendet, die Nationalspieler sind längst wieder in Bremen eingetroffen und bereiten sich mit dem Team auf das kommende Duell mit dem 1. FC Union Berlin vor. Das Spiel am Samstag, 14.09.2019 (ab 14.30 Uhr im betway Live Ticker auf WERDER.DE), im Stadion "An der Alten Försterei" birgt einige Gefahren. Das musste jüngst Borussia Dortmund erfahren. Doch Florian Kohfeldt hat einen genauen Plan, wie er gegen die "leidenschaftlichen und kämpferischen Eisernen" den zweiten Sieg in Folge holen kann. Zu den wichtigen Faktoren gehört: Tunnel-Modus an, Stimmung ausblenden und den Fokus auf das eigene Spiel setzen.

Das Personal: „Es ist ein Stück weit verhext, das kann man im Moment nicht anders sagen“, versucht Florian Kohfeldt die Verletzungsmisere seiner Jungs zu erklären. Denn zur sowieso schon langen Liste an Spielern musste er nun auch den Namen Niklas Moisander hinzugefügen. Der Werder-Kapitän hat sich nach dem Test in Hannover eine Muskelverletzung zugezogen (zur Extrameldung). Dahingegen konnte der Cheftrainer Positives über die Nationalspieler berichten: „Yuya und Josh sind gesund, aber noch etwas müde. Jojo hat viel Vertrauen gesammelt, ähnliches gilt für Marco. Pavlas ist in einer guten Verfassung.“ Osako und Sargent haben bereits bei ihren Nationalmannschaften ein Jetlag-Programm absolviert und melden sich daher fit für Samstag. Auch Johannes Eggestein könnte nach seiner Gelb-Rot-Sperre wieder ein Kandidat für die Startelf sein. Trotz der vielen Verletzten lässt sich Florian Kohfeldt nicht beirren: „Es macht mir unheimlich viel Spaß mit den Jungs verschiedene Lösungen zu finden und ein wenig zu knobeln“. Für welche er sich letztendlich entschieden hat, wollte der Cheftrainer aber nicht bekanntgeben.

Den besonderen Faktor ausblenden

Die PK vor Union mit Florian Kohfeldt und Frank Baumann (Foto: nordphoto)

Das letzte Duell: Das bisher einzige Aufeinandertreffen im Profifußball zwischen dem SV Werder und dem 1. FC Union Berlin fand in der Saison 2009/10 statt. In der Erstrundenpartie des DFB-Pokals trafen die Grün-Weißen auf den damaligen Zweitligaaufsteiger aus der Hauptstadt. Im Stadion "An der Alten Försterei" setzte es für die Eisernen eine heftige 0:5-Heimniederlage. Boubacar Sanogo und Marcelo Moreno schnürten jeweils einen Doppelpack, Abwehrchef Naldo reihte sich ebenfalls als Torschütze ein.

Florian Kohfeldt zum Spiel: Wie vor jeder Bundesliga-Partie weiß der Cheftrainer genau, welche Stärken der kommende Gegner hat und wo er mit seiner Mannschaft „die Hebel“ ansetzen kann. Dass Borussia Dortmund am vergangenen Spieltag in Berlin mit 1:3 scheiterte, weiß Kohfeldt einzuordnen. „Mir war vorher schon klar, dass sie eine sehr gute Mannschaft sind, mit besonderen Attributen.“ Von der Stimmung "An der Alten Försterei", die immer ein besonderer Faktor ist, wollen sich die Grün-Weißen erst gar nicht beeindrucken lassen. „Es ist alles sehr homogen, alle wissen, was sie tun wollen. Das überträgt sich auch auf das Drumherum, aber mir und meinen Spielern ist das eigentlich egal“, so der Cheftrainer, der die richtige Einstellung vorlebt: „Wir müssen in diesen Tunnel kommen, wo wir alles ausblenden und wir uns nur auf unsere Leistung konzentrieren.“

Sahin lenkt gegen alte Bekannte

Nuri Sahin brillierte gegen Augsburg mit Top-Werten (Foto: nordphoto).

Der Dirigent: Nuri Sahin ist einer der zentralen Akteure im System von Florian Kohfeldt, das hat der Mittelfeldspieler gegen den FC Augsburg einmal mehr unter Beweis gestellt. 110 Ballaktionen, 25 Zweikämpfe - Top-Werte aller Spieler auf dem Platz. Hinzu kommt, dass der 31-Jährige den Treffer von Josh Sargent sehenswert vorbereitet und das entscheidende Tor von Yuya Osako eingeleitet hat. Es ist das erste Mal seit 2010, damals noch im Trikot von Borussia Dortmund, dass Sahin zwei Vorlagen in Folge gab. Denn auch in Sinsheim schlug er die Ecke auf Niclas Füllkrug, der das zwischenzeitliche 0:1 erzielte. Auf Werders Nummer 17 ist also Verlass. Einen dritten Assist im dritten Spiel würden alle grün-weißen Fans gerne sehen.

Hello again: In gewisser Weise hat das Spiel im Stadion "An der Alten Försterei" den Charakter eines Ehemaligentreffens. Werders Neuzugang Michael Lang und Union-Trainer Urs Fischer feierten gemeinsam mit dem FC Basel den Schweizer Meistertitel 2015/16 und das nationale Double im Jahr darauf. Nuri Sahin und Neven Subotic formten lange Zeit eine wichtige Achse in der erfolgreichen Zeit von Borussia Dortmund. Auch Leonardo Bittencourt ist für den Innenverteidiger der Eisernen kein Unbekannter, schließlich spielten beide für den BVB und den 1. FC Köln. Außerdem waren Niclas Füllkrug und Manuel Schmiedebach für Hannover 96 aktiv. Mit Anthony Ujah, Felix Kroos und Sebastian Polter treffen die Grün-Weißen auf drei ehemalige Werderaner, die einst das Trikot mit der Raute auf der Brust trugen Unabhängig vom Ausgang der Partie, wird es nach dem Schlusspfiff einiges zu besprechen geben.

Der Schiedsrichter: Tobias Welz leitet die Partie. Rafael Foltyn und Dr. Martin Thomsen unterstützen den 32-jährigen Wiesbadener an den Seitenlinien. Der 4. Offizielle ist Holger Henschel. Die Videoschiedsrichter sind Bastian Dankert und René Rohde.

Alles zum Spiel: Wie immer ganz nah dran! Ab 14.30 Uhr berichtet WERDER.DE mit dem betway Live-Ticker live von der Bundesliga-Partie. Sky zeigt das Spiel des SVW live in der Konferenz oder als Einzelspiel. Zudem können alle Abonennten von WERDER.TV die Partie unmittelbar nach Spielende re-live sowie ebenfalls kurz nach Abpfiff die Highlights der Begegnung sehen. Jetzt Abonnent werden!

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