"Zu wenig Mut", zu spät erst Torchancen

Die Stimmen zum Schalke-Spiel
Erst in der Schlussphase zeigten die Grün-Weißen Mut in der Offensive (Foto: nordphoto).
Profis
Samstag, 23.11.2019 / 19:17 Uhr

Von Yannik Cischinsky

Auch gegen Schalke 04 ist der erhoffte Befreiungsschlag nicht gelungen. Mit der 1:2-Heimniederlage blieben die Grün-Weißen im achten Spiel in Folge ohne Sieg. „Wir stehen unten drin, da gibt es nichts zu beschönigen“, betonte Maximilian Eggestein, nachdem die Schlussoffensive der Werderaner ohne Lohn blieb. Die drei Punkte aber hatte das Team nicht am Ende, sondern vor allem in den ersten 60 Minuten aus der Hand gegeben. „Wir hatten nach einer Stunde die erste richtige Torchance. Das ist einfach zu spät“, kritisierte Ludwig Augustinsson, der sein Comeback gab.

WERDER.DE fasst die Stimmen des Abends zusammen.

Zum Spielverlauf:

Yuya Osako erzielte den Anschlusstreffer zum 1:2 (Foto: nordphoto).

Ludwig Augustinsson: „Wir spielen zuhause und kassieren so einfache Gegentore – das ist dann schlichtweg nicht gut genug. Wir haben es in der ersten Halbzeit nicht geschafft, Druck auszuüben. Wir hatten in den ersten 60 Minuten kaum Möglichkeiten.“

Davy Klaassen: „Wir hatten in der ersten Halbzeit keinen richtigen Zugriff, in der zweiten Halbzeit waren wir dann risikofreudiger. Nach dem 0:2 mussten wir alles nach vorne werfen. In meinen Augen haben Kleinigkeiten dieses Spiel entschieden.“

Maximilian Eggestein: „Das Ergebnis ist sehr frustrierend. Ich habe zwei Teams auf Augenhöhe in einem taktisch geprägten Spiel gesehen. Schalke macht mit der ersten Chance ein Tor, beim zweiten Gegentor stellen wir uns doof an. Vorne haben wir aus unseren Chancen zu wenig gemacht. Wenn man 0:2 gegen defensiv so starke Schalker hinten liegt, wird es schwer. Ich würde sagen, Schalke war nicht viel besser, aber viel cleverer.“

Florian Kohfeldt: „Es war in den ersten 60 Minuten ein taktisch geprägtes Spiel. Das hat mir nicht gefallen. Es war sehr ausgeglichen, aber Schalke hat die wenigen Chancen genutzt. Bei uns hat der letzte Sprint, das Angehen gefehlt. Wir haben nicht genug kombiniert, sind zu wenig ins Risiko gegangen. Da fehlte das Mutige, was wir uns vorgenommen hatten. Nach dem 0:2 kam das plötzlich, was ein stückweit unerklärlich ist. Da hat man gesehen, mit welcher Wucht wir spielen können. Da haben wir unseren Fußball gezeigt und dann lag auch das 2:2 in der Luft. Es ist schade, dass das nicht früher zu sehen war.“

Frank Baumann: „Mit diesem Spiel können wir nicht zufrieden sein. Wir haben keine gute Leistung gezeigt, hatten zu wenig Mut und keine Überzeugung in unserem Spiel. Am Ende hatten wir zwar Zug zum Tor. Nach dem 0:2 haben wir wieder Moral gezeigt, nicht aufgegeben, Chancen herausgespielt, aber gegen den Ball hat mir dieser Zug gefehlt. Da waren wir zu passiv, wenngleich uns Schalke hier nicht hergespielt hat.“

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Zur fehlenden personellen Konstanz:

Ludwig Augustinsson: „Wir haben viele gute Abwehrspieler im Team, aber hatten kaum Kontinuität diese Saison. Das darf dennoch keine Entschuldigung sein. Da müssen wir selbstkritisch sein.“

Florian Kohfeldt: „Natürlich ist das kein Optimum, aber es ist keine Entschuldigung. Die beiden Gegentore heute lagen nicht daran, dass wir keine Abstimmung hatten.“

Zur Tabellensituation:

Als Einheit aus der Situation herauskommen - das ist das Ziel (Foto: nordphoto).

Ludwig Augustinsson: „Wir hatten einige gute Spiele, aus denen wir mehr Punkte hätten sammeln können, vielleicht sogar müssen. Jetzt ist die Tabelle unsere Realität, der wir uns stellen müssen. Da gilt es, nicht zu hadern. Wir müssen vor Weihnachten unbedingt Spiele gewinnen. Ich glaube weiterhin an uns als Team.“

Davy Klaassen: „Die Mannschaft geht wachsam mit der Situation um. Wir sind ein Team. Das zeichnet uns aus.“

Maximilian Eggestein: „Dass eine gewisse Verunsicherung nach acht sieglosen Spielen herrscht, ist doch klar. Wir sind in einer unschönen Phase, bei der wir aufpassen müssen. Es gibt aber keinen hier im Team, der nicht an unseren Weg glaubt. Wir alle sind überzeugt, aber es braucht eben auch schnell Punkte.“

Florian Kohfeldt: „Ich hatte schon schönere, aber auch schlimmere Tage. Wir sind durch viele Punkte in eine Situation gekommen, die erklärbar ist. Das betrifft zum Beispiel das Personal, kleinere Situationen in den Spielen, durch die wir Punkte haben liegen lassen. Dann kommt man in diese Phase. Es gibt zahlreiche Gründe dafür, aber die spare ich mir, weil sie als Ausreden aufgefasst werden könnten. Dafür bin ich nicht der Typ. Wir suchen nicht nach Ausreden. Ich bin mir sicher, dass wir punkten. Darum geht es. Es ist nicht die Zeit, für große Ziele. Aber man muss auch festhalten: Die Situation ist nicht zu vergleichen mit der vor zwei Jahren.“

Frank Baumann: „Ich bin zuversichtlich, dass wir bis Weihnachten noch ausreichend Punkte holen und unsere Situation wesentlich verbessern."

Zur Mentalität:

Ludwig Augustinsson: „In der Kabine sind natürlich alle total frustriert gerade, aber wir haben in den letzten Jahren immer wieder großartige Mentalität gezeigt, sind aus schwierigen Situationen herausgekommen. Wir haben eine qualitativ gute Mannschaft, die einen super Zusammenhalt hat. Wir haben eine klare Idee von dem Fußball, den wir spielen wollen. Wir werden da rauskommen.“

Florian Kohfeldt: „Es ist immer einfacher, zusammenzuhalten, wenn man gut spielt. Aber jetzt, in dieser schwierigen Situation, ist es wichtig, zusammenzustehen. Ich kenne meine Jungs, die werden zusammenhalten.“

 

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