Vorne sticht Bittencourt, hinten hält Werder dicht

SVW gewinnt mit 1:0 in Freiburg
Werders Torschütze Leonardo Bittencourt im Kopfballduell mit Nicolas Höfler (Foto: Nordphoto).
Spielbericht
Samstag, 23.05.2020 / 17:29 Uhr

von Maximilian Hendel

Werder Bremen hat nach zuvor sieben vergeblichen Anläufen den zweiten Bundesliga-Sieg in der Rückrunde eingefahren. Beim SC Freiburg gewannen die Grün-Weißen dank des goldenen Tores von Leonardo Bittencourt (19.), ihres starken Rückhalts Jiri Pavlenka und insgesamt einer überzeugenden Defensivleistung mit 1:0 (1:0) und machten einen ersten Schritt aus der sportlichen Misere. Dennoch hatten die spät in Unterzahl geratenen Bremer (Philipp Bargfrede sah Gelb-Rot, 87.) in einer nervenaufreibenden Schlusssequenz auch das nötige Glück, dass Nils Petersen vor Manuel Guldes vermeintlichem Ausgleich hauchdünn im Abseits stand und der Videoassistent einschritt (89.).

Aufstellung und Formation: Auf zwei Positionen veränderte Cheftrainer Florian Kohfeldt die Startelf im Vergleich zur deutlichen Niederlage gegen Leverkusen. Vize-Kapitän Davy Klaassen hatte seine Gelbsperre abgesessen und rückte anstelle von Philipp Bargfrede zurück ins zentrale Mittelfeld an die Seite von Maximilian Eggestein. Zudem erhielt Josh Sargent in der vordersten Angriffsspitze den Vorzug vor Davy Selke.

Werders Startelf: Pavlenka – Veljkovic, Vogt, Moisander – Gebre Selassie, M. Eggestein, Klaassen, Friedl – Bittencourt, Rashica – Sargent

Es hielten sich bereit: Kapino – Groß, Lang, Langkamp, Bargfrede, Bartels, Osako, Selke, Woltemade

Bittencourt trifft, Gebre Selassie grätscht

Defensivstütze Kevin Vogt musste zehn Minuten vor der Pause verletzt ausgewechselt werden (Foto: Nordphoto).

Die Höhepunkte:

5. Min.: SCF-Standardspezialist Grifo probiert es aus gut 23 Metern halblinker Position mit einem strammen Freistoß, bei dem Pavlenka aber bestens in der Luft liegt und nach außen abwehrt. Gute Parade!

8. Min.: Guter Spielzug, erster Torabschluss - Die Grün-Weißen kombinieren sich über mehrere Stationen ins letzte Drittel, Sargents Eingabe landet über einen kurzen Umweg an die Strafraumgrenze, von wo aus Klaassen den Ball direkt nimmt, aber Keeper Schwolow ist schnell unten.

15. Min.: Per Doppelpass mit Eggestein kommt Gebre Selassie überhalbrechts auf die Grundlinie, bringt dann den Ball halbhoch und scharf nach innen - Schwolow bringt am kurzen Pfosten die Hände dazwischen.

17. Min.: Durchatmen: Petersen lässt einen langen Diagonalball in den Strafraum mit der Brust nach hinten abtropfen, Sallai kommt im Sprint angerauscht, doch platziert frei aus zehn Metern hauchzart links vorbei.

19. Min.: TOOOOOOOOOOOR, 1:0 für Werder, Leonardo Bittencourt. Die Grün-Weißen führen! Klaassen hat nach Friedls starkem Einsatz an der linken Außenbahn den Geistesblitz, öffnet mit einem herrlichen Direktpass in die Tiefe für den gestarteten Bittencourt, der aus 18 Metern flach links via Innenpfosten vollendet.

26. Min.: Gebre Selassies so risikobereites wie nötiges Tackling im allerletzten Moment gegen den frei einlaufenden Höler verhindert die Riesengelegenheit des SCF zum Ausgleich. Kaum eine Minute zuvor hatte Pavlenka die zweite gefährliche Sallai-Aktion souverän vereitelt.

38. Min.: Torschütze Bittencourt probiert es aus der zweiten Reihe - diesmal fehlt ihm die Präzision.

45. + 2 Min.: Halbzeit in Freiburg. Ein flottes, ein gutes Spiel von beiden. Der SVW führt.

SVW hält Freiburgs Druck stand

Jiri Pavlenka bot eine blitzsaubere Leistung und blieb zum zweiten Mal in dieser Saison ohne Gegentor.

48. Min.: Friedl schnappt sich den Ball 30 Meter vor dem Tor, nimmt dann Tempo auf, öffnet sich damit energisch die Tür in den Strafraum, aber verpasst den richtigen Moment für den Abschluss - stattdessen verteidigen die Gastgeber Friedls anschließenden Querpass im Fünfmeterraum im letzten Moment.

55. Min.: Höflers Seitenwechsel nach rechts bringt Sallai ins Spiel, der aus spitzem Winkel nicht zögert und den kurzen Pfosten anvisiert, wo Pavlenka reaktionsschnell auf dem Posten ist.

61. Min.: Pavlenka ist weiter auf Betriebstemperatur! Höflers verdeckter Dropkick von der Strafraumgrenze aus ist ganz spät zu sehen, aber Werders Schlussmann reagiert glänzend und lenkt den Flachschuss über den Querbalken. Richtig starke Parade!

78. Min.: Freiburg setzt sich mehr und mehr in der Bremer Hälfte fest, die Bremer beherrschen jedoch aufmerksam den eigenen Strafraum.

85. Min.: Der gerade eingewechselte Kwon läuft quer zum Bremer Strafraum und setzt zum Linksschuss an - zwei Meter links vorbei.

87. Min.: Gelb-Rot für Werder, Philipp Bargfrede. Bargfrede lässt an der rechten Strafraumkante das Bein gegen Höler stehen und sieht seine zweite Gelbe Karte.

89. Min.: Was für ein Glück für den SVW. Gulde hatte Petersens Pfostenschuss zum Ausgleich abgestaubt, allerdings stand der Ex-Bremer Petersen bei der Flanke zuvor ganz knapp im Abseits. Nach dem Hinweis des VAR wird das Tor zurückgepfiffen.

90. + 7 Min.: Pavlenka wehrt auch den letzten Freiburger Schuss ab, Augenblicke später pfeift Schiri Hartmann endlich ab!

Fazit: Werder bot von Anpfiff an eine vor allem in der Offensive um einiges aktivere Partie als noch am vergangenen Montag. Geduldig erspielten sich die bei Ballbesitz im 3-4-3 agierenden Grün-Weißen wiederholt mit guten Passstafetten den Weg bis an und in den Freiburger Strafraum. Gerade Klaassens Rückkehr brachte Präsenz und Mut in die Schaltzentrale – was er beispielhaft in der Vorbereitung von Bittencourts erlösendem Führungstreffer dokumentierte.

Allerdings: Freiburg, eingespielt und selbstbewusst, brachte die Bremer Elf ebenso in Verlegenheit. Sallai verpasste aus bester Position (17.), Gebre Selassies Monstergrätsche rettete in höchster Not gegen Höler (26.). Nach Wiederanpfiff erhöhte der SCF zunehmend den Druck, die Gäste zogen sich mehr und mehr zurück – aber verteidigten aggressiv, gut organisiert und wussten mit Jiri Pavlenka einen bestens aufgelegten Rückhalt im eigenen Kasten. Vor allem in der Schlussphase fiel den Breisgauern kein probates Gegenmittel mehr ein, auch wenn Werder - mittlerweile in Unterzahl - dafür noch das genaue Auge des VAR brauchte.

 
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