„Alles war schwarz und hat nur gepiept“

Ömer Toprak in Episode #43 des WERDER-Podcast
Vor zehn Jahren kämpfte Ömer Toprak nach einem schweren Unfall zurück auf den Fußballplatz - in diesem Sommer wechselte er zum SVW (Foto: Nordphoto).
Podcast
Donnerstag, 03.10.2019 / 08:00 Uhr

von Maximilian Hendel

Nur kaum ein halbes Jahr vor jenem 16. Januar 2010, als Ömer Toprak auswärts beim Hamburger SV in der 65. Minute vom damaligen Trainer des SC Freiburg Robin Dutt eingewechselt wird und damit in seiner noch jungen Karriere erstmals ein Bundesligaspiel absolviert, da hatte sich der hochbegabte Innenverteidiger schon „wie ein kleines Kind gefreut, dass ich nicht mehr liegen musste.“

Mit dem Rollstuhl allein etwas „frische Luft atmen“, Besuch empfangen können, das waren die kleinen Erfolge im Krankenhausalltag des kaum 20-Jährigen im Sommer 2009. Kurz zuvor – Anfang Juni – hatte er einen denkbar tragischen Kart-Unfall in Umkirch nahe Freiburg mit schwersten Verbrennungen überlebt. Nach einer Kollision zerbarst der Tank seines Boliden.

„Ich habe das noch komplett vor Augen: Das Benzin ist über mich geflossen und dann habe ich lichterloh gebrannt, wie man es in Actionfilmen sieht“, schildert der heute 30-Jährige die erlebten Alptraummomente in der aktuellen Episode des WERDER-PODCAST. „Ich bin aufgewacht, alles war schwarz und es hat nur gepiept. Ich liege im Bett, alles voller Verbände, quasi wie eine Mumie, das Gesicht ist frei. Ich war mir natürlich noch nicht darüber im Klaren, wie schwer die Tragweite war.“


Allein zweieinhalb Wochen lag Toprak auf der Intensivstation des Tübinger Unfallklinikums. Sieben Not-Operationen musste der gebürtige Ravensburger über sich ergehen lassen. Die Profikarriere schien schon vorbei, noch bevor sie richtig ins Rollen gekommen war. „Es hieß, ‚du kannst froh sein, wenn du wieder normal gehst’“, erinnert er sich. Der U19-Europameister von 2008 mit den DFB-Junioren erfährt eine denkwürdige Solidaritätswelle. Allein 50.000 Genesungswünsche erreichen ihn auf dem von einem jungen Fan eingerichteten Onlineforum.

Und Ömer Toprak ist eine zähe Kämpfernatur, hat einen phänomenalen Widerstandsgeist, erträgt die Tortur, die Medikamente, die Schmerzen, gibt niemals auf und ebnet sich so den Weg zum Comeback. „Der Drang, wieder Fußball zu spielen, hat mich gepusht in der Reha“, unterstreicht er. Jene allererste Einwechslung im Fußballoberhaus damals in Hamburg sollte nur der Neubeginn einer folgend beeindruckenden Laufbahn sein. Ein Jahrzehnt später hat er in Leverkusen und Dortmund Champions-League-Erfahrung gesammelt, war türkischer Nationalspieler. Am kommenden Sonntag in Frankfurt steht Werders Sommerzugang vor seinem 230. Bundesligaspiel.

Welchen Traum sich Ömer Toprak unbedingt noch erfüllen will, warum er zwei Uhren trägt, was es mit nächtlichen Fußballtennisturnieren im Freiburger Internat auf sich hatte, welche bedeutende Rolle Christian Streich auf dem Weg nach oben spielte und welcher heutige Bremer Mitspieler nach dem Unfall Kontakt aufnahm, über all das und noch mehr spricht er in Episode #43 des WERDER-PODCAST. Der Podcast verbindet die schönste Nebensache der Welt mit dem geilsten Verein der Welt. Hier wird nicht nur über alles geredet, was das grün-weiße Herz höher schlagen lässt, sondern wir sprechen mit Werder. Die neue Folge gibt es auf dem offiziellen Soundcloud-Profil, dem iTunes-Account und dem Spotify-Kanal des SVW. Hört rein!

 

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