„Von ganz unten wieder aufgestanden“

Ivan Klasnic in Episode #59 des WERDER-Podcast
Februar 2008: Ivan Klasnic bejubelt seinen dritten Bundesliga-Treffer nach dem Comeback - es war das 2:0 über Nürnberg (Foto: Nordphoto).
Podcast
Mittwoch, 26.02.2020 / 16:30 Uhr

von Maximilian Hendel

Auch über zwölf Jahre später empfindet der Protagonist eines der denkwürdigsten Bundesliga-Comebacks aller Zeiten „Gänsehaut pur“ bei der Erinnerung an den Spätherbst 2007; damals als die Werder-Fans ihren Publikumsliebling Ivan Klasnic endlich wieder und euphorischer denn je im Weserstadions bejubeln durften.

„Das ist unbeschreiblich“, betont Klasnic in Episode #59 des WERDER-Podcast, „solche Situationen prägen jemanden, der von unten wieder aufgestanden ist.“ Und seine Rückkehr war alles, nur keine Selbstverständlichkeit. Der zu diesem Zeitpunkt immer noch erst 27-Jährige hatte keinen Muskelfaserriss, kein Patellaspitzensyndrom, auch keinen Kreuzbandriss oder sonstigen sportverletzungstypischen Alltag auskuriert.

Nein, bei einer Blinddarm-OP im November 2005 waren Klasnic‘ schlechte Nierenwerte aufgefallen, im Januar 2007 halfen dann keine Medikamente mehr, die Nieren versagten. Es folgten zwei Transplantationen, Monate existenzieller Ungewissheit, des Schuftens, der Hoffnung – und vor ihm ein Leben, das nicht mehr dasselbe war.

„Ich bin dafür zuständig gewesen, dass ich überhaupt lebe und überhaupt das machen kann, was ich am liebsten mache: Fußballspielen. Das war mein Ziel. Das waren wirklich acht, neun Monate Qual. Ich würde das niemandem wünschen, was ich erlebt habe“, erzählt der gebürtige Hamburger, der sich neun Jahre später noch einer dritten Transplantation unterziehen musste.


Auf dem damaligen Weg zurück immer an seiner Seite: Fitness- und Rehatrainer Jens Beulke: Ihn „habe ich gehasst und geliebt – weil er mich dort hingebracht hat, wo ich wieder hinwollte. Dafür werde ich immer dankbar sein, dass ich so einen Menschen neben mir hatte“, schwärmt Klasnic noch heute. Am 30. Oktober 2007 tastete sich der Mittelstürmer erstmals wieder an die große Bühne heran – gab beim unerwarteten DFB-Pokalweiterkommen von Werders U23 gegen seinen Heimatklub FC St. Pauli gleich einen Assist.

Ende November gegen Cottbus dann die Rückkehr auf den Bundesliga-Rasen, am letzten Spieltag vor Weihnachten lieferte der Doublesieger von 2004 einen Doppelpack (gleichzeitig sein erster Erstligatreffer seit November 2006) und eine Vorlage zum furiosen 5:2-Heimsieg über Bayer Leverkusen. Ivan Klasnic war endgültig wieder da, kaltschnäuzig wie eh und je: „Es ist ein Kampf gewesen gegen diese Krankheit, den man gewonnen hat. Mir war es wichtig, den Leuten zu zeigen, die auch dieses Problem haben, dass man es wirklich schaffen kann, wenn man es wirklich will.“

Am Ende jener Comeback-Saison zog Vizemeister Werder zum fünften Mal in Serie in die Champions League ein, Klasnic trug mit sieben Toren und drei Assists in 16 Spielen dazu bei und verpasste anschließend bei der EM in Österreich und der Schweiz mit dem kroatischen Nationalteam trotz seines Viertelfinaltores gegen die Türkei nur um ein Haar den Halbfinaleinzug.

Woran scheiterte eigentlich ein schon früherer Wechsel zu den Grün-Weißen, wie war das genau mit der entscheidend vermasselten Erdkunde-Prüfung beim Abitur, wer war der beste Spieler, mit dem er je zusammengespielt hat und vor allem die wichtigste Frage – wie geht es Ivan Klasnic heute? Über all das und noch einiges mehr klärt der langjährige Bremer Angreifer in Episode #59 des WERDER-PODCAST auf. Der Podcast verbindet die schönste Nebensache der Welt mit dem geilsten Verein der Welt. Hier wird nicht nur über alles geredet, was das grün-weiße Herz höher schlagen lässt, sondern wir sprechen mit Werder. Die neue Folge gibt es auf dem offiziellen Soundcloud-Profil, dem iTunes-Account und dem Spotify-Kanal des SVW. Hört rein!

 

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