„Loyalität ist die größte Qualität“

Ilia Gruev in Folge #55 des Werder-Podcast
Ilia Gruev ist seit einem halben Jahr Co-Trainer beim SV Werder (Foto: nordphoto).
Profis
Mittwoch, 29.01.2020 / 16:30 Uhr

Von Lukas Kober

Von Bulgarien über die Türkei nach Deutschland – Ilia Gruev hat in seiner Karriere als Spieler und Trainer für zwölf verschiedene Vereine gearbeitet. Ob erfolgreich oder nicht, ob verfeindeter Nachbarverein oder Klub in einer anderen Liga, der 50-Jährige folgte immer einem Prinzip: Loyalität. Sie ist die „größte Qualität“, die ein Co-Trainer beisteuern kann. Loyalität ist der Schlüssel zu „gegenseitigem Vertrauen an der gemeinsamen Arbeit“, auch wenn Probleme angesprochen werden müssen. Loyalität zeigt Überzeugung, eine gemeinsame Philosophie, einen gemeinsamen Weg.

Dieser Weg führte den in Sofia geborenen Gruev zu großen Persönlichkeiten des Fußballs wie Krassimir Balakov und Lothar Matthäus und zu Moderator Markus Biereichel in den WERDER-PODCAST. Matthäus, deutscher Rekordnationalspieler und Weltmeister von 1990, lotste Gruev zur bulgarischen Nationalmannschaft. „Ich merkte vom ersten Gespräch an, dass die Zusammenarbeit mit Lothar gut funktionieren würde. Er ist sehr gut in diesem Job, er denkt sehr innovativ und dynamisch.“ Auch wenn die Zusammenarbeit mit Matthäus nur knapp ein Jahr währte, ist der aktuelle Sky-Experte noch voll des Lobes, wenn er sich an seinen ehemaligen Co-Trainer zurückerinnert. In einer kicker-Kolumne aus dem Jahr 2018 adelt Matthäus den Bulgaren als „tollen Menschen, der so viel Herz, Leidenschaft, Fachkompetenz und viele andere Qualitäten mitbringt.“ Eine Bestätigung, die Gruev noch heute sehr wichtig ist.

"Die Fans leben, was sie singen"

„Fällt es dir eigentlich schwer, nein zu sagen?“, fragt Moderator Markus Biereichel in Folge #55 des WERDER-PODCASTs. Schließlich verpflichtete sich Gruev parallel zur Nationalmannschaft an den Posten neben Krassimir Balakov bei Hajduk Split. Vier Monate pendelte er zwischen Länder- und Ligaspielen hin und her. Ein Kraftakt, der „eigentlich kaum zu bewältigen ist“ und viel Energie kostete. Gruev hat es dennoch gemacht. „Ich bin definitiv loyal“, entgegnet der Werder Co-Trainer.

Doch „loyal sein“ bedeutet für den 50-Jährigen nicht nur die Höhepunkte zu genießen, sondern auch Tiefschläge zu überwinden und wegzustecken. Tiefschläge wie den Abstieg und die Entlassung beim 1. FC Kaiserslautern. Diese betraf das gesamte Trainerteam. Dass ein Assistent nach der Beurlaubung des Chefcoaches übernimmt, verstößt für Gruev gegen jegliche Prinzipien: „Du bist die ganze Zeit Teil einer Mannschaft, du hast die Probleme gesehen, warum hast du nicht geholfen?“

In einer schwierigen Lage befindet sich auch sein aktueller Arbeitgeber, seine „Familie“, der SV Werder Bremen. Seit dieser Saison ist der Bulgare Co-Trainer an der Seite von Florian Kohfeldt, der ihn vor der Saison als „perfekte Ergänzung“ bezeichnete. Fasziniert ist Gruev schon nach kurzer Zeit von der Fankultur, dieser bedingungslosen Loyalität in der aktuell schwierigen Phase. „Die Fans leben, was sie singen“, erklärt er und meint damit das Lied „Lebenslang Grün-Weiß.“ In diesen Momenten zusammenzuhalten, spürt er bei jedem Spiel und jeder Trainingseinheit. „Das ist etwas ganz Besonderes“, schwärmt der 50-Jährige. Diese Loyalität wird „uns am Ende auch retten.“

Was er sonst noch über seine Anfangszeit an der Weser erzählt und warum die goldene Generation des bulgarischen Fußballs für Gruev zu einem ungünstigen Zeitpunkt kam, erfahrt ihr in Episode #55 des WERDER-PODCAST. Der Podcast verbindet die schönste Nebensache der Welt mit dem geilsten Verein der Welt. Hier wird nicht nur über alles geredet, was das grün-weiße Herz höher schlagen lässt, sondern wir sprechen mit Werder. Die neue Folge gibt es auf dem offiziellen Soundcloud-Profil, dem iTunes-Account und dem Spotify-Kanal des SVW. Hört rein!

 

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