Klartext im Podcast: Ohne Schulden wird es nicht gehen

Filbry verdeutlicht Verluste im best-case und worst-case
Frank Baumann und Klaus Filbry waren im "Werder-Podcast" zu Gast (Foto: nordphoto).
Podcast
Freitag, 24.04.2020 / 20:00 Uhr

Welche wirtschaftlichen Folgen hat die Corona-Krise für den Fußball und den SV Werder Bremen? Wie groß wäre der Verlust in den unterschiedlichen Szenarien? Mit diesen Fragen haben sich die Verantwortlichen der Grün-Weißen in den vergangenen Wochen intensiv auseinandergesetzt, wie Klaus Filbry, Vorsitzender der Geschäftsführung, und Frank Baumann, Geschäftsführer Fußball, in der neuesten Episode des „Werder-Podcast“ – präsentiert von Medientechnik Keuk - erklärt haben. Klaus Filbry nannte dabei erstmals auch konkrete Zahlen.

Wie an anderen Bundesliga-Standorten wurde beim SV Werder in verschiedenen Szenarien gedacht, unter dem Strich stehen ein worst- und ein best-case. „Im besten Fall würde die Saison ohne Zuschauer zu Ende gespielt und ab August hätten wir die Möglichkeit, wieder mit Zuschauern zu spielen“, sagt Filbry. Im schlechtesten Fall dagegen würde die aktuelle Spielzeit abgebrochen und es müsste bis Ende des Jahres ohne Zuschauer gespielt werden.

„Wir können heute schon mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit sagen, dass der beste Fall nicht eintritt“, so Filbry, wenngleich er die wirtschaftlichen Konsequenzen verdeutlichte, die schon beim Eintreffen dieses Szenarios drohten. Bereits gekaufte Tageskarten sowie Rückerstattungen für Dauerkarteninhaber und Businesskunden summieren sich bis Saisonende auf bis zu sieben Millionen Euro. Hinzu kommen offene Rechnungen, auf deren Eingang Werder wartet, in Höhe von fünf Millionen Euro und die letzte ausstehende TV-Rate in Höhe von 15 Millionen Euro. „Das würde sich auf weit über 20 Millionen Euro summieren“, betont Filbry.

In den vergangenen Wochen sei es dem Verein gelungen, Lösungsansätze aufzuzeigen und gemeinsam mit den Banken die Liquidität bis zum Frühherbst abzusichern. „Wir müssen dafür Schulden aufnehmen“, so Filbry unverblümt, der zugleich unterstreicht: „Wir sind unverschuldet und einzig aufgrund der Corona-Pandemie samt ihrer Folgen in diese Situation gelangt.“

Eine existentielle Bedrohung für zahlreiche Bundesligaklubs wäre nach einem Abbruch der Saison der Ausschluss von Zuschauern bis zum Jahresende. Auch für Werder, das machen die beiden Geschäftsführer im „Werder Podcast“ unmissverständlich klar. „Fortsetzt auf die neue Saison würden weitere 8,5 Millionen Euro Einnahmen aus den Heimspielen fehlen. Zudem müssten bereits vertraglich fixierte Leistungen für Sponsoren und Partner in einer Größenordnung von vier Millionen Euro zurückerstattet oder kompensiert werden, sodass im Falle des Wort-Case-Szenario dem SV Werder Bremen ein Verlust von deutlich über 40 Millionen Euro droht. "Auch auf diesen Fall bereiten wir uns vor und sind zuversichtlich, dass wir diese Aufgabe stemmen könnten. Auch in diesem Worst-Case-Szenario würden wir nicht gleich die Türen abschließen, wir wären in diesem Fall bis in den Frühherbst durchfinanziert." 

Sowohl für die Grün-Weißen als auch die gesamte Bundesliga stellt die Corona-Pandemie eine enorme Herausforderung dar. Ab wann der Ball wieder rollt und unter welchen Rahmenbedingungen das passiert, bestimmt, welche wirtschaftlichen Folgen den Vereinen bevorstehen. Und doch wiederholten Frank Baumann und Klaus Filbry die bereits am Donnerstag im Anschluss an die DFL-Vollversammlung getätigte Grundaussage (zur Extrameldung): „Wir entscheiden nicht, wann und wie trainiert oder gespielt wird, das sind Entscheidungen der Politik und wir werden uns danach richten“, so Baumann. „Es obliegt der Ministerpräsidenten-Konferenz, ob wir als Berufsgruppe Profi-Fußball unserem Beruf nachgehen können. Aber wir werden uns immer der Gesundheit der Bevölkerung unterordnen und definitiv nicht spielen, wenn es eine Gefährdung gibt“, so Filbry im „Werder-Podcast“.

In der neusten Folge des „Werder-Podcasts“ - dem Audio-Medium in der grün-weißen Online-Familie – sprechen die beiden Geschäftsführer auch über die soziale Verantwortung, die Werder in den letzten Wochen wahrgenommen hat, über das Gesundheitskonzept sowie die mögliche Ausgestaltung der Spiele ohne Zuschauer. Die neue Episode gibt es auf dem offiziellen Soundcloud-Profil, dem iTunes-Account und dem Spotify-Kanal des SV Werder. Hört rein!

 

Kontakt

Ihr habt Fragen, Anregungen oder wollt einfach beim "Werder-Podcast" - präsentiert von Medientechnik Keuk - dabei sein? Dann schickt uns eine E-Mail oder teilt eure Meinung bei Twitter und Co. mit. 

Mail: podcast@werder.de
Hashtag: #werderpodcast
WhatsApp: 0174 6683808

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